Wanderer-Werke: Dachsicherung soll veranlasst sein

Jahrelang war der sogenannte Büromaschinenbau dem Verfall und Dieben preisgegeben. Zuletzt drohte das Rathaus dem Eigentümer.

Schönau.

Die Androhung eines sogenannten Zwangsgeldes hat offenbar gewirkt. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage von "Freie Presse" mitteilte, soll der Eigentümer des früheren Büromaschinenbaus der Wanderer-Werke eine Firma mit Dachsicherungsmaßnahmen an dem Gebäude Zwickauer Straße 221 beauftragt haben.

Er habe angekündigt, dass ab Mitte dieses Jahres mit der abschnittsweisen Wiederherstellung einer funktionsfähigen Dachentwässerung begonnen werde, heißt es weiter aus dem Rathaus. Wer der private Eigentümer ist, der die denkmalgeschützte Immobilie vor einigen Jahren von der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft gekauft hat, gibt die Stadtverwaltung aus Datenschutzgründen nicht preis. Einen konkreten Termin für den Baubeginn habe der Eigentümer noch nicht nennen können, dieser solle aber in Kürze erfolgen.


Die Wiederherstellung der Dachentwässerung war aber nur eine der Sicherungsmaßnahmen, die von der Stadtverwaltung an dem einst imposanten Gebäude angeordnet und mit der Androhung, dass andernfalls ein Zwangsgeld verhängt wird, bekräftigt wurden. Auch für den Verschluss der Fenster und Türen des Gebäudes sollte der Eigentümer innerhalb einer festgesetzten Frist sorgen. Denn in den vergangenen Jahren hatten immer wieder Diebe das historische Bauwerk heimgesucht und geplündert. Etliche Fenster und Türen sind bereits eingeschlagen oder eingetreten und Metallteile von der Fassade und aus dem Inneren entwendet worden.

"Das Industriedenkmal und sein Umfeld sehen zum Erbarmen aus", schilderte Anwohner Bernd Zimmermann bereits im März und April in Schreiben den Stadträten Solveig Kempe (CDU) und Dieter Füßlein (FDP) mit der Bitte, sich für einen Stopp des Verfalls einzusetzen. Buntmetalldiebe hätten es offenbar besonders auf die kupfernen Fensterbleche des Gebäudes abgesehen, berichtete der Anwohner. Solveig Kempe hatte ihm in ihrer Antwort versichert, die Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP werde sich des Themas annehmen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte das Baugenehmigungsamt den Eigentümer bereits im März dieses Jahres aufgefordert, die Dachentwässerung in Ordnung zu bringen sowie die Fenster und Türen zu verschließen. Wann das Verschließen der Fenster und Türen beginnen soll, habe der Besitzer ebenfalls noch nicht mitgeteilt, erklärt das Rathaus jetzt auf Nachfrage. Er habe aber vorgeschlagen, zur Sicherung des Objektes einen Nachtwächter einzusetzen. Dieser Vorschlag sei durch die städtische Denkmalschutzbehörde begrüßt worden, um weitere Schäden an dem Denkmal zu vermeiden.

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