Wann Gehwegparken erlaubt ist - und wann nicht

Auf einem Fußweg auf dem Kaßberg gelten trotz nahezu gleicher Voraussetzungen unterschiedliche Regeln. Das Rathaus reagiert nun.

Kaßberg.

Die Kaßbergbewohner kennen das. Man kommt spät von der Arbeit und sucht verzweifelt einen Stellplatz für sein Auto. Anna Wolf* war froh, als sie einen gefunden hatte. An der Weststraße, zwischen Barbarossa- und Hübschmannstraße, entdeckte sie in landwärtiger Richtung auf der rechten Seite eine Lücke. "Der Bereich sieht aus wie Parktaschen, beispielsweise wurden der Untergrund gepflastert und der Bordstein abgesenkt", berichtet Wolf. Sie parkte ihr Fahrzeug an dieser Stelle. Am nächsten Morgen fand Wolf einen Strafzettel an der Windschutzscheibe ihres Autos. Ihr Fahrzeug habe widerrechtlich auf dem Gehweg geparkt, hieß es. 20 Euro muss Wolf nun zahlen. Sie fragt sich, warum an dieser Stelle das Parken verboten ist.

Der Abschnitt ist dreigegliedert. Gleich nach der Kreuzung Barbarossastraße ist das Parken auf dem Fußweg zeitlich begrenzt erlaubt - genau wie in einem Bereich kurz vor der Einmündung der Hübschmannstraße. Dazwischen liegt eine mehrere Meter lange Passage, in der das Parken verboten ist. Dort befand sich bis vor einigen Monaten die Bushaltestelle Barbarossastraße. Sie wurde nach der Einführung der Ringbuslinie verlegt, in den Abschnitt zwischen Barbarossa- und Andréstraße. Im Zuge des Neubaus der Haltestelle seien Bäume gefällt worden, erklärt das Rathaus auf Anfrage. Die Ersatzpflanzungen sollen demnächst am Ort der ehemaligen Haltestelle vorgenommen werden, erläutert die Stadtverwaltung. Deswegen sei das Parken dort verboten. Die Pflanzgruben seien bereits angelegt worden, Baumschutzbügel sollen noch errichtet werden.

Zwischen den Pflanzgruben ist aber Platz für etwa drei Autos. Warum dürfen Fahrzeuge an der Stelle nicht parken? Die Stadtverwaltung verweist auf nochmalige Nachfrage von "Freie Presse" auf einen Schaltschrank auf dem Gehweg, der den von Fußgängern und Radfahrern genutzten Bereich einschränke. Parke ein Auto zu weit in den Gehwegbereich hinein, könne es zu Behinderungen oder Gefährdungen der Fußgänger und Radfahrer kommen, begründet das Rathaus das dortige Parkverbot. Das wird nun aber außer Kraft gesetzt. Wegen des "hohen Parkbedarfs" soll in der nächsten Woche das zulässige Gehwegparken an der Stelle um einige Meter verlängert werden, teilt das Rathaus mit, das von einem Test spricht. Aufgestellt würden vorerst mobile Schilder. Sollte das Ordnungsamt Behinderungen feststellen, werde das Parken dort wieder untersagt.

*Name von der Redaktion geändert.

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