Warum am fertigen Radweg schon wieder gebaut wird

Bisher 2,6 Millionen Euro für Strecke Chemnitz-Markersdorf investiert - Weiterbau in Richtung Diethensdorf läuft

Auerswalde.

Der Abschnitt zwischen Chemnitz und Markersdorf ist seit reichlich einem Jahr befahrbar. Trotzdem wird in Auerswalde erneut gebaut. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen.

Was ist am Radweg zwischen Chemnitz und Markersdorf bisher gebaut worden?

Der 5,7 Kilometer lange Abschnitt ist Ende 2016 fertiggestellt worden. Restarbeiten waren 2017 nötig, sodass erst im April die Strecke offiziell übergeben werden konnte. Der Freistaat investierte dafür 2,6 Millionen Euro auf der ehemaligen Eisenbahntrasse der Chemnitztalbahn. Er ließ fünf Brücken und einen Tunnel sanieren sowie zwei Brücken abreißen. 2017/18 wurden eine 102 Meter lange Hängebrücke über die Chemnitz und eine Betonbrücke über den Dorfbach in Auerswalde neu gebaut. Letztere sind notwendig für die Anbindung von Auerswalde.

Warum ist die Anbindung an Auerswalde noch nicht fertig?

Laut Nicole Wernicke vom zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist die Anbindung ein anderes Projekt, das nur mittelbar im Zusammenhang mit dem Chemnitztalradweg steht. Es liefen noch naturschutzfachliche Untersuchungen. Der etwa 450 Meter lange Radweg soll am aktuellen Bauende an der ehemaligen Autowerkstatt an der Chemnitztalstraße (B 107) beginnen und an der Einmündung an der Auerswalder Hauptstraße enden. Dafür sei dann eine Querung der Bundesstraße notwendig. Die Behörde rechnet mit Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Es besteht aber noch kein Baurecht.

Welche Arbeiten laufen an der Brücke stromabwärts der Hängebrücke?

Die Landesbehörde bezeichnet die Brücke, die zum ehemaligen Bahnhof Auerswald-Köthensdorf führt, als Bauwerk 9, das Bestandteil des Chemnitztalradweges ist. "Die Brücke dient auch der Anbindung des Radweges an die B 107", sagt Wernicke. Vorbereitungen beginnen diese Woche mit dem Anlegen einer 500 Meter langen Behelfszufahrt für die Anlieger. Anschließend soll die zweifeldrige Gewölbebrücke aus dem Jahr 1900 saniert werden. So wird die Oberseite komplett erneuert, indem Beton verfüllt und eine Überbauplatte aus Stahlbeton hergestellt wird. Dafür werden laut Wernicke 1,2 Millionen Euro investiert. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Gibt es Behinderungen für Radfahrer und Anlieger?

Größere Einschränkungen soll es nicht geben, sagt Wernicke.

Warum erfolgten die jetzigen Arbeiten nicht mit dem eigentlichen Radweg-Bau?

Diese Verbindung wurde während der Bauphase des Radweges als Transportweg für Baumaterialien und zum Erreichen der Baustelleneinrichtung genutzt, erläutert Wernicke. Nachdem alle anderen Arbeiten abgeschlossen sind, könnte jetzt dieser Brückenbau erfolgen.

Geht der Weiterbau von Markersdorf nach Diethensdorf wie geplant voran?

Verzögerungen gab es wegen überhöhter Baupreise. Deshalb mussten einzelne Gewerke neu ausgeschrieben werden. Etwa 2019/2020 soll der 2,2 Kilometer lange Abschnitt fertig sein. Dafür stehen 2,7 Millionen Euro bereit. Die beiden Stahlbetonbrücken im Neuschweizerthal werden zurzeit mit einem Schutzgerüst versehen, sagt Vize-Bauleiter Tim Rachowski. Anschließend könne der Korrosionsschutz erfolgen, indem die Brücken sandgestrahlt und neu beschichtet werden. Die Widerlager sind bereits instand gesetzt, ergänzt Günter Hermsdorf, Chef des Radweg-Zweckverbandes. Eine Spur für den Radweg wird parallel dazu an beiden Brücken angebracht. Die letzte von insgesamt vier Brücken, eine Rundbogenbrücke über den Dorfbach unweit des Bahnhofes Markersdorf-Taura, muss noch saniert werden. Die Radweg-Strecke wird zuletzt asphaltiert. (bj)

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