Warum Anwohner den Bau der Ortsdurchfahrt skeptisch sehen

Im nächsten Jahr soll die Köthendorfer Hauptstraße saniert werden. Doch vor dem Beginn der Arbeiten sind noch einige Hürden zu nehmen.

Köthensdorf.

Bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Köthensdorf war der Speisesaal der Johann-Esche-Grundschule gut gefüllt. Das Interesse der Gäste galt vor allem den Informationen zur geplanten Sanierung der Hauptstraße im Ortsteil, die seit Jahren gefordert wird.

Die Maßnahme wurde anhand von Unterlagen der Planer erläutert. Laut Landkreisverwaltung soll ein rund 900 Meter langes Teilstück der Straße grundhaft ausgebaut werden. Viele Einwohner klagten schon seit längerer Zeit über den schlechten Zustand der Straße, sagte Ortsvorsteher und Gemeinderat Ronny Falkner (Wählervereinigung Freiwillige Feuerwehr Köthensdorf).

Christoph Ulrich

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"Aus unserer Sicht sollte die gesamte, rund zwei Kilometer lange Köthensdorfer Hauptstraße saniert werden", ergänzte der Tauraer Bürgermeister Robert Haslinger (CDU). Die vom Landkreis beauftragte Bauplanung umfasse zumindest die am stärksten verschlissenen Bereiche. Gebaut werden soll nach seinen Angaben im Abschnitt zwischen den Häusern 17 und 88. "Der Baubeginn wird für 2020 avisiert", erklärte Landkreis-Sprecher André Kaiser auf Nachfrage.

Die Straße soll nach seinen Angaben in einer Breite von 5,50 Metern ausgebaut, asphaltiert und mit einem 1,50 Meter breiten Gehweg versehen werden. Bevor es losgehen kann, müssten jedoch noch einige Hürden genommen werden, erläutern die Planer. Dazu gehöre der Antrag auf Fördermittel. Er müsse in diesem Jahr gestellt werden, wenn in der folgenden Straßenbausaison Zuschüsse einen Teil der Kosten decken sollen. Die Unterlagen sollten bis zum Herbst eingereicht werden, damit in etwa einem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann, sagte Bürgermeister Haslinger. Ohne Zuschuss werde der Kreis das Vorhaben nicht ausführen. Der Ort ist dadurch allerdings auch in der Pflicht.

Voraussetzung für eine Förderung der Maßnahme sei das Anlegen eines Gehweges, sagte der Landkreissprecher. Der Weg müsse normgerecht sein und Taura einen Teil der Baukosten selbst finanzieren, ergänzte der Ortschef. In der mittelfristigen Planung der Gemeinde sind laut Haslinger dafür Mittel vorgesehen. Bislang schätze die Gemeinde die Kosten für den Gehweg auf 150.000 Euro. Diese Summe, bei der die Kommune von einem Eigenanteil in Höhe von rund 30.000 Euro ausgeht, soll 2020 bereitgestellt werden. "Ob sich die Kosten noch nach oben schrauben, könne beim derzeitigen Stand der Planung jedoch noch nicht gesagt werden", so der Bürgermeister.

Einwände und Bedenken der Bürger löste vor allem der Hinweis der Planer aus, dass für Straße und Fußweg mehr Platz als bisher gebraucht wird. "Zur Realisierung des Straßenausbaus ist Grunderwerb notwendig. Betroffene Bürger werden zeitnah angeschrieben", hieß es dazu aus der Landkreisbehörde. Falkner versicherte, dass es um schmale Streifen geht. "Es sind für die Betroffenen Einschränkungen, die jedoch für den gesamten Ort einen Nutzen bringen", sagte er. Denn alle hätten etwas vom Ausbau der Straße und des neuen Fußweges.

Die Sicherheit von Fußgängern, insbesondere Kindern und älteren Menschen, werde verbessert. Das Ortsbild gewinne und der Fahrzeugverkehr könne besser rollen. "Ich hoffe, das verstehen die Anlieger", so Falkner. "Wenn das Vorhaben jetzt in der Grunderwerbsphase am Einvernehmen scheitert, wird sich am Zustand der Straße vermutlich in den nächsten zehn Jahren nichts grundlegend ändern", befürchtet der Köthensdorfer.

Lediglich an einer Stelle im Straßenverlauf sieht der Ortsvorsteher objektive Gründe, die einem Verkehrsweg in der gewünschten Breite entgegenstehen. Ein Haus im Kurvenbereich liege so dicht an der Straße, dass dort kaum etwas zu verbessern sei. "Es wird in diesem Bereich bei Verkehrszeichen, die eine Einengung ankündigen, und einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bleiben", so Falkner.

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