Warum Autofahrer wegen Gleisbaus Geduld brauchen

Für die Strecke des Chemnitzer Modells ins Erzgebirge werden Brücken und Übergänge erneuert. Letztere sollen sicherer werden.

Reichenhain/Altchemnitz.

Damit es für die Straßenbahnen auf der Strecke nach Aue künftig schneller rollt, werden auf die Chemnitzer Autofahrer zunächst Behinderungen zukommen. Brücken und Bahnübergänge müssen für das neue Angebot des Chemnitzer Modells fit gemacht werden. Die Bahnen sollen ab 2020 halbstündlich von Chemnitz nach Thalheim und stündlich nach Aue fahren.

Aktuelles Beispiel: die Erfenschlager Straße. Nachdem die Bauarbeiten mit einiger Verzögerung Mitte September begannen, ist die Erfenschlager Straße derzeit zwischen Lengefelder Straße und Einsiedler Straße halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird dort bis Januar nächsten Jahres mit Ampeln geregelt. In dem Abschnitt befindet sich der Haltepunkt Reichenhain. Er wird komplett umgestaltet, sagt ein Sprecher des für die Bauarbeiten verantwortlichen Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS). So wird die Eisenbahnstrecke, ausgehend vom Bahnhof Chemnitz-Süd und dem Abzweig zur Straßenbahnwendeschleife am Technopark, bis über den Bahnhof Reichenhain hinaus zweigleisig ausgebaut, erklärt der Sprecher. An beiden Gleisen wird ein Bahnsteig neu errichtet. Zudem wird der Bahnsteig Richtung Aue so angelegt, dass an seiner Rückseite künftig Busse halten können. Damit müssen die Fahrgäste nur kurze Wege zwischen Bus und Bahn zurücklegen. An der Erfenschlager Straße entstehen zudem drei Pendlerparkplätze. Mehr sind laut VMS nicht erforderlich. In der Nähe seien größere Stellflächen für Pendler vorhanden, so der Sprecher. So wird am Bahnhof Einsiedel ein großer Parkplatz errichtet, und auch an der Wendeschleife in Altchemnitz stehen Flächen zur Verfügung.

Auf weitere Behinderungen müssen sich Autofahrer auf der Werner-Seelenbinder-Straße und der Olbernhauer Straße einstellen. Ab Montag wird die Seelenbinderstraße in Höhe der Eisenbahnbrücke voll gesperrt. Dort werden Vorarbeiten für den Neubau der Brücke ausgeführt, teilt die Stadtverwaltung mit. Ab Mitte Januar bis voraussichtliche Mitte Mai erfolgt der eigentliche Neubau, ebenfalls unter Vollsperrung. Er sei, so der VMS-Sprecher, für die Verkehrssicherheit dringend nötig. In einer Bewertung wurde der Zustand des Bauwerks als nicht ausreichend bis ungenügend beurteilt. Die Brücke sei nicht nur stark verrostet, sondern außerdem beschädigt, weil Lkw häufig dagegengefahren seien, so der Sprecher.

Gleiches gelte auch für die Eisenbahnbrücke über die Olbernhauer Straße in der Nähe des Altchemnitz-Centers. Sie muss ebenfalls im Frühjahr erneuert werden, kündigt der VMS-Sprecher an. Auch hier müssen sich Verkehrsteilnehmer auf eine Umleitung einstellen. Die Olbernhauer Straße wird in dieser Zeit nicht befahrbar sein.

Entlang der Strecke des Chemnitzer Modells werden zudem mehrere Bahnübergänge erneuert. Die Arbeiten führen zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. So wird eine kurze Vollsperrung des Bahnüberganges in der Nähe des Bahnhofes Einsiedel unumgänglich werden, sagt der VMS-Sprecher, da dort die Gleise mit Schotter verdichtet werden müssen.

Die Arbeiten an den Bahnübergängen werden vor allem notwendig, weil sie wegen des künftigen Halbstundentaktes mit Halbschranken ausgestattet werden müssen. Dies erfordere zumeist auch eine Verbreiterung der Straße. Zudem werde die Strecke mit einem elektronischen Stellwerk ausgerüstet. Während die Bahnübergänge Am Gutsberg, Wiesenufer und Am Mühlberg Halbschranken erhalten, wird am Bahnübergang am Einsiedler Bahnhof eine Vollschrankenanlage aufgebaut. Für diese Arbeiten werden die Straßen halbseitig gesperrt, so der VMS-Sprecher. Noch unklar ist der Zeitraum. Dieser sei abhängig vom Arbeitsablauf der Baufirma, der noch nicht feststehe.

Wann die Strecke nach Aue konkret in Betrieb genommen wird, ist unklar. Der VMS äußert sich nur vage zu einem möglichen Termin. Nach jetzigem Stand gehe man von einer "planmäßigen Inbetriebnahme 2020" aus, so der Sprecher. Nach der kalten Jahreszeit könne man genauere Angaben machen. Man hoffe auf einen milden Winter, sodass die Bauarbeiten von Schnee und Frost wenig beeinträchtigt werden.

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