Warum das Sommerbad Erfenschlag umgegraben wird

Ob Liegewiese oder Volleyballplatz: Das Areal ist derzeit kaum wiederzuerkennen. Fans des "Erfi" sind schockiert.

Erfenschlag.

Der von einem Bürgerverein und vielen Freunden des Sommerbades Erfenschlag geplante Umbau der Anlage lässt weiter auf sich warten. Dennoch haben auf dem Gelände derzeit Bauleute das Sagen. Schwere Baumaschinen sind im Einsatz - so schwer, dass für sie eigens spezielle Stellflächen angelegt werden mussten. Der Grund für die Arbeiten: Das Wasserversorgungsunternehmen Zweckverband Fernwasser Südsachsen saniert einen quer über das Gelände verlaufenden unterirdischen Trinkwasserstollen. Die Arbeiten sind seit längerem geplant; dass sie eines Tages anstehen, ist seit Jahren bekannt.

Der Bürgerverein für Chemnitz-Erfenschlag, der sich seit der Schließung des "Erfi" genannten städtischen Sommerbades 2014 um dessen Wiederbelebung bemüht, verfolgt die Arbeiten mit gemischten Gefühlen. "Einerseits ist das ein wirklich trauriger Anblick", sagt Felix Kreißel, der Projektverantwortliche des Vereins. "Unser schönes Bad verliert gerade sein Gesicht, und wir hoffen, dass nach den Bauarbeiten das Grundstück wieder in Ordnung gebracht wird." Andererseits: Wenn die Arbeiten jetzt ausgeführt und 2019 pünktlich abgeschlossen werden, lösen sie später keine weiteren Verzögerungen aus.

Zumal die Gespräche darüber, wie das Bad saniert und modernisiert werden kann, derzeit ohnehin notgedrungen auf Eis liegen. Ursprünglich war für dieser Tage ein Termin mit der Stadtverwaltung, allen voran dem neuen für Sport und Kultur zuständigen Bürgermeister, geplant. Doch die für Ende August angesetzte Wahl eines Nachfolgers für Amtsinhaber Philipp Rochold musste verschoben werden; sie soll heute nachgeholt werden. Voraussichtlich Ende Oktober, so Felix Kreißel, werde es dann wohl einen neuen Termin zum "Erfi" geben - mit dem neuen Bürgermeister.

Dann wird es nicht zuletzt um das vom Bürgerverein im Sommer präsentierte Konzept zu Umbau und Sanierung des Bades gehen. Das von zwei Bauplanerinnen erstellte Papier sieht vor, das bestehende Becken in ein Kombi-Becken mit Schwimmer- und Nichtschwimmer-Bereich umzubauen. Zudem sind neue Sozial- und Sanitärräume geplant. Erwartete Kosten: rund 1,6Millionen Euro.

Die Stadträte Ines Saborowski (CDU) und Bernhard Herrmann (Grüne) haben unterdessen sich mit einer gemeinsamen Anfrage im Baudezernat zum Stand der Dinge erkundigt. Sie wollen - auch mit Blick auf die anstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 - unter anderem wissen, wie die Stadt die vom Stadtrat beschlossene Wiederinbetriebnahme des Bades unterstützen will und ob es zwischenzeitlich Probebohrungen am Brunnen zur Erkundung der Wasserqualität und -ergiebigkeit gegeben hat. Eine Antwort steht bislang aus.

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