Warum die Stadt Chemnitz erneut zu schrumpfen droht

Die Entwicklung der Einwohnerzahl nähert sich der Stagnation. Nun stellt sich die Frage: Wie gegensteuern?

20Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    VaterinSorge
    25.01.2019

    Scharfe Worte, ist bestimmt viel wahres dabei, was man „von außen“ garnicht beurteilen kann. Vielleicht äußern sich ja mal Verantwortliche, denn der Frust sitzt wohl tief und scheint riesengroß. Was passiert eigentlich mit den Kommentaren? Wenn es zum belustigenden Zeitvertreib dient, ist es eigentlich zu schade, denn hier kommen immer wieder ernst zu nehmende Gedanken vor, die relativ unkomplizierte Lösungsansätze bieten könnten.

  • 12
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    cn3boj00
    24.01.2019

    Wenn in 5 Jahren die Schulen (dann vil zu spät) fertig sind, wird man feststellen, dass es zu wenig Schüler gibt. Das ist die Folge, wenn jeder Pups anhand von Kennziffern, Programmen, und sonstigem massiven Eingriffen der Politik gesteuert wird, statt dem Menschnverstand und der Bürgerschaft mehr Gewicht zu verleihen. Mit einem Stadtrat und einer OB, die mehr verhindern als vorwärts bringen, die visionslos wie unsere Politiker in Berlin agieren, nur Parolen statt der vielen wichtigen kleinen und großen notwendigen Dinge auf den Weg bringen, und einer Stadtverwaltung, die offenbar Angefangenes nicht zu Ende bringen kann oder Beschlossenes gar nicht erst anfängt kann man nicht mehr erwarten. Das geht bei Kleinigkeiten wie der Bazillenröhre los und hört bei großen Würfen wie dem Küchwald als Freizeitmeile (nicht) auf.
    Einzig positiv kann man eine gewisse Wirtschaftskraft und ein zufriedenstellendes kulturelles Angebot (zumindest für die Generation >50) konstatieren. Der Parksomme ist ein hübscher Anfang, mal sehen wie lange?
    Wenn meine Tochter mit ihren Kindern etwas unternehmen will fährt sie nach Leipzig oder Dresden. Wenn ich ein Konzerterlebnis haben will (nein, kein klassisches!) fahre ich nach Leipzig oder Dresden. Sogar ins Schwimmbad fahren wir nach Bad Lausick oder ins Erzgebirge. Der ÖPNV ist zurückgeblieben, statt ein städtisches Schienennetz aufzubauen hat man das Modell entwickelt, welches heute täglich vielleicht von 500 Menschen genutzt wird. Für die Jugend gibt es außer dem Kosmonaut und ein oder zweimal im Jahr in der Arena nichts. Das Tietz fristet ein kümmerliches Dasein, und außer "Bebauung" hört man nichts für mehr Attraktivität. Sportstätten vergammeln, doch außer großen Versprechen passieren vor allem Verschiebungen.
    Dabei ist Chemnitz eigentlich eine liebenswerte Stadt, die es verdient hätte, zu den ersten Adressen in Deutschland zu zählen. Aber sie wird eben von Leuten wie dem SPD Müller regiert, denen politisches Kalkül wichtiger ist als das Ansehen von Chemnitz

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    Mike1969
    24.01.2019

    @CPärchen: Nunja. Wir werden sehen wie es wird. Derzeit prüfe ich den Schadensersatz gegen den Ex, da er meine Kosten übernehmen soll. Es kann ja nicht sein, dass der auf dem Sofa sitzt und ich alles bezahlen soll. Da soll er mal schön mit zur Kasse gehen. Das sieht ganz gut aus, da der Staat der Ehe eine Schutzgarantie gegeben hat. Wenn er dann jedes Jahr 20.000 Euro an mich zahlen muss Schadensersatz wird der Ex sich es vielleicht noch einmal überlegen und wir können doch alle nach Chemnitz ziehen. Wegziehen ist natürlich die letzte Option, aber nicht ausgeschlossen wenn er blecht ...

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    j35r99
    24.01.2019

    Ich bin Urchemnitzer im 77. Lebensjahr.
    Den Namen Chemnitz habe ich als Camper in Europa bekannt gemacht.
    Ich war immer stolz auf meine Stadt (auch Karl-Marx-Stadt)
    Vergangenes Jahr haben mich meine nord-norwegischen Freunde das sechste mal besucht. Sie führen einen historisch gewachsenen Betrieb,der die ganze norwegische Fischfangflotte mit Erzeugnissen aus Chemnitz bestückt (Parker).
    Als ich ihnen die Stadt zeigte, haben sie mich im Spaß gefragt, ob der Krieg schon lange in Chemnitz vorbei sei? Dies machte mich sehr nachdenklich.
    Man schaue sich aber nur mal die Annaberger Str.

  • 12
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    CPärchen
    24.01.2019

    @Mike: Das ist für dich ja wirklich eine s****ß Situation. Sicherlich hast du dir bereits Infos herangezogen. Von daher erspare ich mir irgendwelche "Ratschläge." Oh mann... ich hoffe es geht nicht zu weit weg.

    @Blackadder: Mal jetzt nur für die Wirtschaftspolitik gesprochen: Ein paar Blaue finde ich gar nicht so verkehrt, um R2G aufzubrechen. Ich bin wahrlich kein Anhänger der Bundes-AfD (DExit, D-Mark, Unilateralismus,... alles nicht durchdacht), aber R2G macht keine überzeugende Politik für die Stadt, finde ich. Durch die AfD werden sie ihre Mehrheit verlieren und entsprechend mit den anderen zusammenarbeiten müssen. Der Gedanke gefällt mir.

  • 14
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    Blackadder
    24.01.2019

    @cpärchen: Wenn der Stadtrat blauer wird, wird die Stadt eher noch mehr schrumpfen.

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    Mike1969
    24.01.2019

    @CPärchen: Meine Ehefrau darf nicht, da sie ein Kind aus der vorherigen Beziehung hat. Wir haben ein gemeinsames Kind. Der Ex darf über meine Ehefrau, meine Familie und mein Kind bestimmen. Und bezahlen darf die Scheiße ich! Er verbietet seinem Kind den Umzug und meine ganze Familie geht langsam den Bach runter. Deswegen muss ich wahrscheinlich aus Chemnitz wegziehen. Die Alternative für mich ist die Scheidung meiner Ehe und dann die Regelung des Umgangs mit meinem Kind. Das nennt man Familienpolitik in unserem Land.

  • 6
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    CPärchen
    24.01.2019

    @Mike: nicht ziehen darf?! ALG-II-Empfänger? Ich verstehe das leider gar nicht.

    Zum Punkt Wirtschaftsfreundlichkeit: Im Mai sind Kommunalwahlen. Hier werde ich mein Kreuz nicht bei Anti-Wirtschaftsparteien setzen (Grüne und Linke). Hoffentlich bringt die Wahl eine neue Konstellation zu Stande zum Wohle aller.

  • 4
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    Einspruch
    24.01.2019

    Hier scheint wirklich noch die Planwirtschaft zu Hause zu sein oder im Rathaus müsste mal richtig gewürfelt werden, wer wirklich noch kompetent und richtig am Platz ist. Zuzug durch Migration scheint jedenfalls hauptsächlich nur zur Senkung des Altersdurchschnitts zu dienen. Wirtschaftlich eher unbedeutend.
    Ansonsten finde ich heute bei VIS und Franzudo und selbst bei Blackadder Punkte , die ich teile.

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    Steuerzahler
    24.01.2019

    In den bisherigen Kommentaren wurde so viel Richtiges gesagt, was durch die Vetwaltung aufgenommen werden könnte und damit vieles besser gemacht werden könnte. Aber Chemnitz schmort im eigenen Saft und daran ändert sich auch nichts, wenn der Zuwachs auf der Grundlage von Migranten beruht. Entscheidend ist die wirtschaftliche Attraktivität und das Umfeld. Ja und wenn man da schon in mehreren Schlaglöchern versunken ist bzw. Straßen kennenlernt, die den Charakter von Feldwegen offenbaren, dann bleibt man lieber weg von dieser Stadt. So lange sich eine Verwaltung und ein Rat nicht als Dienstleister verstehen sondern eher als Gouvernante seiner Bürger, wird sich auch nichts ändern.

  • 9
    15
    Interessierte
    24.01.2019

    Das wären somit 3.379 Menschen mit einem zweiten Wohnsitz , ist das viel oder wenig ; und wo wohnen die denn ´sonst`???

    Laut Bild : „Ein hoher Altersdurchschnitt, weniger Geburten als Sterbefälle und ein eher bescheidenes Wachstum, das vor allem auf Migration beruht.“

    Ja´, das ist nun einmal so , dass die Alten keine Kinder mehr zur Welt bringen und die aus der Industriezeit nun langsam wegsterben und die Jungen ihr Geld anderswo verdienen müssen , da bleiben dann nur noch die Migranten , die die Kinder und somit Einwohner , aber eben keinen Geld für den Konsum bringen ...

  • 19
    6
    VaterinSorge
    24.01.2019

    Es ist alles wichtige gesagt und widerspiegelt absolut meine Eindrücke, Erfahrungen und Empfindungen. Hat man mit Chemnitzer Amtsträgern, Bediensteten oder Behörden zu tun, fühlt man sich größtenteils als Bittsteller. Es klemmt in dieser Stadt an allen Ecken und man ist besser weg als hier. Sollte doch mal die Stadt auf die Idee kommen etwas zu bauen oder zu sanieren, dann bekommt sie weder Angebote noch werden angefangene Arbeiten ordnungsgemäß beendet. Hauptsache es gibt genug Blitzer und Knöllchenjäger, aber Gelegenheiten zum Dialog - Fehlanzeige. Letztes Jahr hat Chemnitz auf über 90 Millionen Euro Fördermittel verzichten müssen, weil es keine Angebote gab und keiner hinterfragt, warum das wohl so ist. Schaue ich in die Schulen, die gerade rekonstruiert werden, dann spiegelt sich das ganze Dilemma wieder: Nur Pfusch, ohne Sinn und Verstand, keine Nachhaltigkeit, keine Abstimmung unter den Gewerken mit der Planung, alles von der Hand in den Mund und wieder zurück. So gelingen weder Verkehrskonzepte noch Unternehmensansiedlungen, kommen keine Verbindungen zu anderen Regionen zustande und der Traum von einer mitteldeutschen Metropolregion geht geradewegs an Chemnitz vorbei. Ich bin ja mal gespannt, wann die Stadträte und ihre Bürgermeister mal wach werden. Über die Kaufkraft, Innenstadtprobleme oder Bevölkerungssituation wurde ja schon öfter berichtet, das bekommt man ja auch life mit. Der Begriff "Pendlerstadt" ist schon treffend und dass die Mieten eher runter als rauf gehen ist für eine Großstadt heutzutage auch kein schönes Aushängeschild, wenn es um die Attraktivität nach außen geht. Für die Mieter selbst mag es momentan annehmbar und von Vorteil sein, für Wirtschaft und Investoren sind das negative Indikatoren.

  • 14
    16
    fschindl
    24.01.2019

    Chemnitz hat und wird auch immer ein Imageproblem haben und gegenüber Dresden/Leipzig immer den kürzeren ziehen. Chemnitz ist eine hoffnungslos überalterte Arbeiterstadt mit billigem Wohnraum. das ist alles nicht neu...aber gerade solche wirren Pläne wie Kulturhauptstadt, Stadt der Moderne, Kneipenmeile usw. zeigen doch, wie sehr hier die Verantwortlichen an der Realität vorbei planen..

  • 14
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    Mike1969
    24.01.2019

    Und ich ziehe vielleicht auch bald weg, da meine Ehefrau nicht zu mir nach Chemnitz mit unseren "beiden" Kindern (1 Stiefkind und mein Kind) ziehen darf. Und wir 4 würden lieber in Chemnitz leben. So kann man Regionen auch den Todesstoß geben.

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    12
    franzudo2013
    24.01.2019

    Wir können ja mal eine Demo starten, damit die TU nicht weiter geschrumpft wird. Wobei eigentlich die OB dieses Fass aufmachen müsste. Die nimmt der Uni aber lieber Grundstuecke weg.

  • 46
    0
    Klemmi
    24.01.2019

    Auch wenn vorherige Bevölkerungsprognosen düsterer prognostiziert wurden, diese Zahlen sollten ernst genommen werden. Ich sehe hier zwei erhebliche Baustellen: Die Erste wäre, dass Chemnitz es versäumt hat sich als attraktiven Wohnstandort zu etablieren, Chemnitz hat sich zu einer Pendlerstadt entwickelt. Ein mäßig entwickeltes ÖPNV-Angebot innerhalb der Stadtgrenzen oder Freizeitangebote, welche gerade Familien mit Kindern ansprechen (und diese werden dringend benötigt) wurden stark vernachlässigt. Als Beispiel: Das lange Ringen um den Tierpark, drohende Schließung des Wildgatters etc. Meiner Meinung nach, hat sich die Stadt auf Landes- und Bundesebene zuwenig vernetzt. Das fördert die Entscheidungsfreudigkeit zu Gunsten von DD oder L und zeigt auch gleichzeitig die zweite Baustelle auf. Chemnitz muss mit Standortnachteilen kämpfen, die so nicht üblich sind für eine deutsche Großstadt. Fehlende Fernbahnanbindung, kein Flughafen, keine direkte Zugverbindung zu einen der beiden sächsischen Flughäfen. Industrielle Ansiedlungen oder Einrichtungen wie Bundesbehörden wurden seit 30Jahren stets in den anderen Städten verwirklicht, es gab sogar Pläne die kleine TU zu schröpfen usw. Chemnitz muss standhaftiger seine Forderungen durchbringen, sich besser vernetzen und dabei seine eigenen Hausaufgaben machen. Im Hinblick, dass in vielen Großstädten der Bogen bzgl. Mieten und Wohnungen überspannt ist, was zum Glück in Chemnitz noch nicht der Fall ist, sollte man sich dieses Übel zum Vorteil machen.

  • 21
    9
    franzudo2013
    24.01.2019

    Es ist schon erstaunlich, dass sich Herr Detlef Müller traut, sich dazu zu äußern.
    Das Thema Bahnverbindung Chemnitz- Leipzig spricht für sich. Hohe Kosten, lange Bauzeiten, deutlich längere Fahrzeiten und die Aussicht auf Konflikte mit der Leipziger S-Bahn. Das ist ein Spiegelbild der Chemnitzer Kommunalpolitik, gewollt und nicht gekonnt.

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    Deluxe
    24.01.2019

    "Ob Studierende, Geflüchtete, Wissenschaftler oder Arbeitnehmer:"

    Wenn schon Gender-Deutsch, dann bitte konsequent:
    Studierende, Geflüchtete, Wissen schaffende, Arbeit nehmende...

    Das würde Chemnitz allerdings auch nichts nützen.

  • 33
    1
    Blackadder
    24.01.2019

    Was ihr leider nicht mit zitiert habt aus dem Facebook-Posting von Herrn fassmann, finde ich fast noch wichtiger:

    "In den letzten 8 Jahren sind in Chemnitz trotz ca. 12 Millionen Euro Verlustausgleichs der Wirtschaftsförderung und zig Millionen für Gewerbeparks und Straßen und Autobahnabfahrten gerade mal 500 neue Stellen dazugekommen, während Leipzig mit 36.700 und Dresden mit 26.500 zusätzlichen Stellen punkten kann. Während sich jetzt vielleicht die fünf Stadträte im Aufsichtsrat der CWE verwundert die Augen reiben, fallen mir als Unternehmer eine Menge Punkte ein, wo eine wirtschaftliche Entwicklung gehemmt oder sogar aktiv verhindert wird. "

    Mir auch. Ich muss nur an das Hick hack mit der IAV denken, die kein Land für eine Neubau erhielt und nach Stillberg ging....

  • 32
    5
    franzudo2013
    24.01.2019

    Die Stadt schafft es nicht, ein unternehmerfreundliches Klima zu etablieren. Die IAV wurde nach Stollberg vertrieben, das Stadion wurde von einem Duesseldorfer Generaluebernehmer gebaut, es werden zu wenig Baugrundstücke angeboten. Es dominiert Planwirtschaft. Siehe auch Ratskeller, Kneipenmeile, Kulturhauptstadt Bewerbung. Es geht immer nur um Fördermittel statt um echte wirtschaftliche Impulse und Unternehmer und Investoren.



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