Warum ein Kita-Neubau eine Premiere ist

An der Grenze zwischen Altendorf und Kaßberg errichtet die Siedlungs- gemeinschaft seit Juli eine Tagesstätte für 100 Kinder. Das Projekt soll keine Ausnahme sein.

Altendorf.

Die Lacher hatte Ringo Lottig von der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (CSg) auf seiner Seite. Zum Richtfest für den neuen Kindergarten an der Zinzendorfstraße erklärte der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, dass das Durchschnittsalter der Gäste in diesem Haus wohl nie wieder so hoch sein werde wie anlässlich der Feier zur Fertigstellung des Rohbaus am gestrigen Mittwoch. Neben Mitarbeitern der Baufirma aus dem Erzgebirge, die den Rohbau in rund drei Monaten errichtet hatten, waren auch Vertreter der Stadtverwaltung sowie des künftigen Betreibers der Kita, des SFZ-Förderzentrums, gekommen.

Mit seiner Prognose dürfte Lottig wohl recht behalten. Denn im Juni nächsten Jahres sollen die ersten Kinder in dem zweigeschossigen Gebäude, das genau an der Grenze zwischen Altendorf und Kaßberg auf dem Gelände einer alten Gärtnerei errichtet wurde, aufgenommen werden. Platz wird für insgesamt 100 Mädchen und Jungen geschaffen, ihnen stehen bis zu 20 Erzieher zur Seite, sagte SFZ-Geschäftsführer Axel Brückom. Neben 40 Krippenplätzen gibt es künftig 60 Plätze für Kindergartenkinder. Das Konzept für die barrierefreie und integrative Kita mit einem mehr als 100o Quadratmeter großen Außengelände sei noch relativ offen und soll bis zur Eröffnung mit der Leitung der Einrichtung, den Mitarbeitern sowie den Eltern abgestimmt werden, so Brückom. Möglich sei, dass sich die Kinder näher mit den Themen Sprache oder Natur auseinandersetzten, so Brückom. Schon jetzt könnten sich Eltern im SFZ-Förderzentrum nach den Anmeldemodalitäten erkundigen, sagte der Geschäftsführer. In Kürze sei eine Anmeldung auch über das Kita-Portal der Stadt möglich.

Die Kindertagesstätte mit dem Namen "Kaßberg-Spechte" ist die erste Einrichtung in der Stadt, die von einer Wohnungsgenossenschaft oder -gesellschaft errichtet wird, sagte Bürgermeister Miko Runkel auf Nachfrage. In der Tat sei es ungewöhnlich, dass sich ein Wohnungsvermieter dieses Themas annehme, sagte Ringo Lottig. Der Bau der Kita sei ein besonderes Projekt, mit dem die Siedlungsgemeinschaft neue Wege gehe, betonte er. "Wir als Siedlungsgemeinschaft sehen uns als Heimat für die Mieter, und dazu gehört auch die Kinderbetreuung." Das sieht der CSg-Aufsichtsratsvorsitzende ähnlich. Zum Wohnen gehöre eben nicht nur die Wohnung, sondern auch das Umfeld - und für das sei eine Kita unerlässlich, betonte Klaus Hoffmann. Zudem sei eine Kita auch ein Vermietungsargument. Die CSg habe sich für den Bau der Tagesstätte, der rund 2,7 Millionen Euro kostet, trotz fehlender Steuerbefreiung entschieden, betonte Hoffmann. Denn während die Einnahmen aus der Wohnungsvermietung für die Genossenschaft steuerfrei sind, muss die CSg für die Miete der Kita, die sie vom Betreiber erhält, Steuern zahlen. Er wünsche sich hier, dass die Politik handelt, sagte Klaus Hoffmann. Doch Hoffnung auf Änderung macht er sich wenig. "Dafür gibt es eben keine Lobby", sagt er.

Doch die fehlende Steuererleichterung für die Kita hält die CSg nicht davon ab, eine weitere Tagesstätte zu bauen. Derzeit befinde man sich mitten in den Vorbereitungen für die Errichtung einer Kita an der Louis-Braille-Straße im Flemminggebiet, sagte Ringo Lottig. Dort bestehe insbesondere wegen der Nähe zum Klinikum mit seinen vielen Mitarbeitern großer Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Baustart für die neue Einrichtung soll im nächsten Jahr sein, die Eröffnung ist für Anfang 2021 geplant, so Lottig. Auch diese Kita wird vom SFZ-Förderzentrum betrieben, erklärte Axel Brückom.


Die Kita-Offensive in Chemnitz

Zwei Kitas wurden dieses Jahr eröffnet. Seit Juni werden Kinder in der Einrichtung der Caritas an der Sonnenstraße (88 Plätze) betreut, seit Anfang Oktober nimmt "Herbies Rabenburg" in Rabenstein (100 Plätze) Mädchen und Jungen auf.

Anfang 2020 soll der Evangelische Kindergarten "Am Wiesenbach" in Reichenbrand die ersten Kinder empfangen (Platzkapazität 125). Zudem ist geplant, dass im ersten Quartal eine Kita an der Forststraße in Hilbersdorf mit 100 Plätzen in Betrieb geht. Im Juni wird die Tagesstätte an der Zinzendorfstraße folgen. Ebenfalls für die erste Jahreshälfte ist die Fertigstellung der Kita Am Heim (119 Plätze) vorgesehen. Im November soll die Kita an der Schloßstraße im Zentrum ans Netz gehen (150). Am Jahresende ist die Eröffnung der Kita in Reichenhain (56) geplant.

Die Einrichtung im Flemminggebiet an der Louis-Braille-Straße mit 100 Plätzen soll Anfang 2021 eröffnen. (hfn)

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