Warum ein Maurer zum Vater auf Zeit wird

In Deutschland sind Männer auf dem Gebiet der Kindertagespflege noch immer eher selten anzutreffen. Einer von ihnen ist in der Gemeinde Neukirchen tätig.

Neukirchen.

Kindern jeden Tag etwas beibringen zu können - eine Aufgabe und sogleich Verantwortung, die Thomas Minks gefällt und ihn mit Stolz erfüllt. Als einer von insgesamt vier Tagespflegekräften in Neukirchen ist er derzeit der einzige Tagespflegevater. "Ich hatte anfangs ein klein wenig Angst davor, dass die Mütter keinen Mann als Tagespflegeperson akzeptieren werden", so der Neukirchener.

Diese Sorge stellte sich jedoch schnell als unbegründet heraus. Thomas Minks wurde als Tagesvater gut angenommen und besitzt bis 2018 sogar keine freien Kapazitäten mehr.

Insgesamt hat der 46-Jährige fünf Kinder im Alter von anderthalb bis drei Jahren in seiner Obhut. Seinen Tagesablauf beschreibt er wie folgt: "Zwischen 7 Uhr und 8 Uhr werden die Kinder gebracht. Um 8 Uhr gibt es Frühstück, anschließend basteln oder singen wir gemeinsam. Das Mittagessen um 11.30 Uhr bereite ich selbst zu, bis dahin können die Kinder frei spielen. Danach erfolgt eine zweistündige Mittagsruhe. Um 14.30 Uhr machen wir Vesper, anschließend ist wieder freies Spielen, bis die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden."

Eigentlich ist Thomas Minks gelernter Maurer. Über 30 Jahre war er insgesamt auf dem Bau tätig, davon 17 Jahre selbstständig. Doch das war ihm irgendwann genug und er begab sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung. Im Gemeindeblatt wurde er schließlich auf eine Anzeige aufmerksam. "Man suchte dort Tagespflegepersonen. Da meine Frau Diana bereits seit 2004 als Tagesmutter tätig ist, besaß ich bereits einen Einblick in die Arbeit", so Thomas Minks. Er meldete sich bei der Gemeinde und absolvierte eine einjährige Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson 2015 beim DPFA-Bildungszentrum in Chemnitz.

Den richtigen Ort für seine Kinderbetreuung fand Thomas Minks ebenfalls schnell. In der oberen Etage seines Hauses war bereits eine Ferienwohnung eingerichtet, die allerdings wenig vermietet war. Er baute sie kindgerecht um und begann bereits im März 2015, die ersten Kinder zu betreuen. "Ich verbringe einfach gern Zeit mit ihnen", verrät Thomas Minks. Zudem schätzt er an seinem neuen Job, dass er nun von zu Hause aus arbeiten kann.

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