Warum es Sorgen um den Schulsport in Leukersdorf gibt

Die Anzahl der Mädchen und Jungen im Evan- gelischen Schulzentrum wächst. Doch eine neue Turnhalle wird frühestens in zwei Jahren fertig. Zudem gibt es beim Umbau des Geländes in einen Campus weitere Schwierigkeiten.

Jahnsdorf.

Gut möglich, dass Schüler des Evangelischen Schulzentrums in Leukersdorf bald bis zur neunten und zehnten Stunde warten müssen, um Sport zu treiben. Oder sie turnen in einer Traglufthalle. Oder ein Transfer zu einer anderen Halle wird eingerichtet. Oder der Unterricht wird anders organisiert. Oder, oder, oder.

Lars Geissler, der Erste Vorsitzende des Evangelischen Schulvereins Leukersdorf, macht sich Sorgen um die Zukunft. Er wies im jüngsten Gemeinderat darauf hin, dass eine Lösung für den Sportunterricht hermuss, falls die neue Turnhalle nicht rechtzeitig fertig wird. Derzeit besuchen etwa 300 Mädchen und Jungen das Schulzentrum. Doch schon im nächsten Jahr könnten es 340 sein, unter anderem wegen des neuen Oberschulzweigs. "Es wird eng. Wir müssen uns jetzt schon Gedanken machen", sagte Geissler.

Die Turnhalle wird Teil eines Schulcampus, den der Verein zusammen mit der Gemeinde Jahnsdorf anlegen will. Der Verein plant eine Erweiterung der Gebäude mit Aula, Mensa, Unterrichtsräumen und Fachkabinetten. Die Gemeinde errichtet eine Parkanlage, eine Bibliothek, eine Veranstaltungshalle, einen Kunstrasenplatz, Parkflächen und eben das neue Gebäude, in dem sowohl Schüler als auch Vereine Sport treiben können - eine Zweifeld-Multifunktionshalle.

Doch so, wie es derzeit aussieht, muss die Schulleitung eine Alternative für die Übergangszeit finden. Denn laut Bürgermeister Albrecht Spindler wird das Campus-Projekt frühestens Ende 2021 abgeschlossen. Würde die Schulleitung den Stundenplan um eine neunte und zehnte Stunde in der alten Halle erweitern, hätte das auch Auswirkungen auf den Zeitplan von Vereinen. Allerdings sind noch viele Fragen offen, wie Geissler betont. So könnte es zum Beispiel passieren, dass das Kultusministerium die Sportstunden bald reduziert.

Der Gemeinderat machte in der Sitzung deutlich, dass er das Zentrum unterstützt. Dem Schulverein wurde eine Fläche zugesichert, die er für die Erweiterung benötigt. Verkauft wird das Grundstück aber erst, sobald feststeht, dass der Verein Fördergeld bekommt. Ohne diesen Zuschuss könnte die Einrichtung den Umbau nicht finanzieren. Die Kosten betragen insgesamt mehr als vier Millionen Euro.

Um Fördergeld bemüht sich auch die Gemeinde seit einiger Zeit. Rund sechs Millionen Euro sind für ihre Vorhaben auf dem Campus eingeplant. Spindler hatte im vergangenen Jahr versucht, ein Konstrukt aus verschiedenen Förderprogrammen zu beantragen, kam damit jedoch nicht ganz durch. Nach aktuellem Stand muss die Gemeinde die Hälfte der Kosten tragen, also drei Millionen Euro. Das sind 1,3 Millionen mehr, als Spindler ursprünglich eingeplant hatte.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Haushalt? Die Projekte, die Jahnsdorf in den nächsten drei Jahren umsetzen will, sind laut Spindler zwar nicht gefährdet. aber in Zukunft könnte sich der Spielraum verringern. Aus diesem Grund versucht die Verwaltung nun erneut, Fördergeld innerhalb eines Bundesprogramms aufzutreiben. Wenn das klappt, kann die Gemeinde ihren Eigenanteil für den Campus wieder runterschrauben. Der Beschluss über die Baumaßnahmen sollte eigentlich in der jüngsten Sitzung gefasst werden. Doch weil noch Unterlagen nachzureichen sind, wurde die Entscheidung vertagt. Spindler will die Räte in der nächsten Sitzung abstimmen lassen.

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