Warum Gymnasiasten jetzt mehr Spaß am Sportunterricht haben

Die neue Laufbahn samt Anlagen für Weitsprung und Kugelstoßen ist fertig. Eine Lehrerin spricht von einem großen Fortschritt. Die Stadt plant schon das nächste Projekt auf dem Gelände der Schule.

Limbach-Oberfrohna.

Eine Tartanbahn ist vor allem zum Laufen da. Man kann auf ihr aber auch Liegen, auf dem Bauch oder auf dem Rücken. Diese Erfahrung haben Montagmittag die Schüler der Klasse 6d des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Limbach-Oberfrohna gemacht. Sportlehrerin Sylke Spreer ließ die Mädchen und Jungen den Start aus verschiedenen Positionen üben. Sie mussten Schneidersitz, Bauch- und Rückenlage einnehmen, um auf Spreers Zeichen hin aufzuspringen und möglichst schnell über die Bahn zu rennen.

Auf den T-Shirts der Gymnasiasten waren anschließend keine Spuren der Übung zu sehen. Das wäre im vergangenen Schuljahr noch anders gewesen. Damals gab es auf dem Freigelände nur eine Aschenbahn. Dieser Belag hinterlässt bei Berührung nicht nur Flecken auf Bekleidung, sondern bedeutet auch eine höhere Verletzungsgefahr. Zudem war die Aschenbahn laut Spreer direkt in den Rasen auf der Freifläche eingelassen und deshalb schnell überwuchert. "Vor der Benutzung mussten wir jedes Mal einen Arbeitseinsatz machen", erklärt die Sportlehrerin und schmunzelt.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Seit diesem Schuljahr, das vor gut einer Woche begann, steht dem Gymnasium eine neue Außensportanlage zur Verfügung. Sie besteht nicht nur aus einer gut 100 Meter langen Laufbahn, sondern auch aus einer Kugelstoß- und einer Weitsprunganlage. Die Investition der Stadt macht es zudem möglich, dass Ballsportarten künftig problemlos im Freien stattfinden können: Ein Spielfeld ist neu entstanden, auf dem Handball, Volleyball und Basketball trainiert werden können. Ein Ballfangzaun und ein Lager für Sportgeräte komplettieren das Areal. Der Bau der Anlage, der Anfang des Jahres begonnen hatte, kostete knapp 440.000 Euro. Zunächst hatte die Stadtverwaltung mit 360.000 Euro kalkuliert. Die Kosten stiegen unter anderem wegen der hohen Preise, die derzeit im Baugewerbe gefordert werden.

Die Schüler sind nach den ersten Unterrichtsstunden auf dem Areal sehr angetan. "Es ist sehr schön geworden. Der Sport macht jetzt mehr Spaß als vorher", sagt einer der Sechstklässler. Der Unterricht könne jetzt öfter von der Turnhalle ins Freie verlegt werden. Auch Sylke Spreer ist begeistert. "Das ist ein absoluter Fortschritt", stellt sie fest. Durch die Sportanlage hätten sie und ihre Kollegen viel mehr Möglichkeiten als zuvor. "Handball können wir zum Beispiel in der kleinen Turnhalle gar nicht spielen", erklärt die Lehrerin. Auch die Organisation von Sportfesten sei auf der Anlage, die an die Ingelheimer Straße grenzt, möglich. Schlechtes Wetter ist laut Spreer künftig kein Argument mehr, für den Sportunterricht in die Halle zu gehen. "Wir können bei Wind und Wetter auf die Anlage, das Regenwasser läuft gut ab", erklärt sie.

Allerdings kommen nur die Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 in den Genuss des Unterrichts auf der Außensportanlage. Die älteren Jahrgänge absolvieren Leichtathletik-Übungen im knapp zwei Kilometer entfernten Waldstadion. Angesichts der Größe des überwiegend vierzügigen Gymnasiums mit etwa 650Schülern muss der Sportunterricht auf mehrere Standorte verteilt werden.

Während ein Bauprojekt auf dem Gelände der Schule also abgeschlossen ist, wird das nächste bereits vorbereitet. Damit sich die Bedingungen für den Sport weiter verbessern, soll das Gymnasium perspektivisch auch eine neue Turnhalle erhalten. Denn die derzeitige Halle ist zu klein, sodass die älteren Lehrgänge zum Unterricht zur Großsporthalle gehen müssen. Die Planungen für den Neubau befinden sich allerdings noch ganz am Anfang. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen erst die derzeit laufenden Turnhallen-Neubauten in Pleißa und Wolkenburg abgeschlossen werden. Im nächsten Jahr werde dann der Fördermittelantrag für die Halle am Gymnasium eingereicht. Weder zum Baubeginn noch zu den Kosten lassen sich derzeit Angaben machen.

In jedem Fall muss die Stadt aber einen siebenstelligen Betrag in die Hand nehmen: Die Hallen in Pleißa und Wolkenburg kosten jeweils etwa 2,7 Millionen Euro. Von einer neuen Halle würden nicht nur die Gymnasiasten, sondern auch mehrere Sportvereine profitieren. Weil die Hallenkapazitäten begrenzt sind, müssen einige Mannschaften ihr Training vor allem im Winterhalbjahr einschränken.


Einfriedung wird erneuert

Auch abseits der Sportanlagen soll in das Gymnasium investiert werden. Die historische Einfriedung des Geländes an der Pleißaer Straße soll

eigentlich einen guten ersten Eindruck der Schule vermitteln, kann diese Rolle derzeit aber nicht erfüllen. Weil Putz abgeplatzt und Abdeckungen aus Naturstein lose sind, ist Feuchtigkeit in das Mauerwerk eingedrungen. Nach Angaben der Stadtverwaltung muss ein Großteil der Zaunpfeiler weggerissen werden. Die Natursteine sollen aufgearbeitet und befestigt werden. Auch die Zaunelemente sollen repariert werden.

Wann das Vorhaben umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Derzeit läuft die Planung, es sollen Fördermittel beantragt werden. Das Rathaus rechnet mit Kosten in Höhe von etwa 200.000Euro. (jop)

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