Warum Kinder aus Niederlichtenau mit dem Einrad fahren

In Japan gehört die Sportart zum Schulunterricht. Sogar Weltmeisterschaften werden ausgetragen. In der Region hat die Popularität einen anderen Grund.

Niederlichtenau.

Es fing alles damit an, dass Ulrich Köhler aus Niederlichtenau wettete, dass er mit 60 Jahren auf einem Einrad fahren kann. Auf einem Flohmarkt hatte der Chef des Kreisjagdverbandes Freiberg mit Jagd-Kollegen ein solches Exemplar gesehen. Dort war die Idee geboren worden. Für ihn sei es nicht vorstellbar gewesen, dass ein erwachsener Mann so etwas erlernen kann. Aber durch die Wette war der Ehrgeiz geweckt. Das ist inzwischen vier Jahre her. "Innerhalb von drei Monaten lernte ich die Technik", sagt er.

Beim Einrad berührt nur ein Punkt (das Rad) den Boden. Es wird als Sportgerät, aber auch von Artisten im Zirkus oder Varieté genutzt. Es kann als Sonderform eines Fahrrads, insbesondere des Hochrads gesehen werden.

Am Anfang fuhr Ulrich Köhler ein gebrauchtes Rad, das ihm seine Tochter geschenkt hatte. Zuerst habe er mit einer Art Krücken mit Armstützen die Balance gehalten. Schließlich habe er von ganz alleine das Gleichgewicht halten können, erzählt er. "Ich war begeistert", sagt der 64-Jährige. Dann hat er sich über diese Sportart belesen und erfuhr, dass beispielsweise in Japan das Einrad-Fahren zum Schulunterricht gehört. Im Gegensatz zu früher, als das Einradfahren hauptsächlich von Clowns und Artisten im Zirkus betrieben wurde, hat sich der Zeitvertreib heute zu einer populären Sportart entwickelt. Das Einrad wird auch als Fortbewegungsmittel genutzt. Etwa seit Beginn des 21. Jahrhunderts wandelt sich das Image des Einrades zunehmend vom Clown-Requisit hin zum Trendsportgerät, heißt es. Sogar Weltmeisterschaften gibt es.

Mit seinem Sportgeist hat Ulrich Köhler inzwischen einige Mädchen der Grundschule angesteckt. Denn der Niederlichtenauer leitet seit zehn Jahren eine Arbeitsgemeinschaft dort. Im Ganztagsangebot betreut er die Werkstatt Basteln und Bauen. Dort wurden Nistkästen für Singvögel, Fledermäuse und Eulen sowie Insektenhotels und Sitzkrücken für Greifvögel angefertigt. "Dann kam mir die Idee mit dem Einrad", sagt Köhler. Er wollte den Kindern mal etwas anderes anbieten. "Eine tolle Idee", sagt Schulleiterin Michaela Müller. Vor allem die Mädchen seien sehr begeistert gewesen. "Herr Köhler macht das klasse", fügt Elternratsvorsitzende Kathrin Kunze hinzu.

Eine von den jungen Talenten ist Alina Schwarz. Die Neunjährige trainiert seit Herbst in der Gruppe. "Das macht Spaß", sagt die Schülerin, die sich auch für Eislaufen und Inline-Skate begeistert. Mutter Doris Schwarz sagt, dass das Mädchen keine Trainingsstunde verpassen wolle. Mittlerweile habe Alina viel Geschick entwickelt. Zur Eröffnung des Sonnenlandparkes zeigte die Gruppe ihr Können. Sie hofft, dass die Truppe auch nach der Grundschul-Zeit weiter trainieren kann. Das verspricht Ulrich Köhler.

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