Warum sich Bauarbeiten in der Burgstädter Region verzögern

Hohe Preise, Stopps und Lieferschwierigkeiten - es gibt viele Gründe für eine Bauzeitverlängerung. Und manche Vorhaben starten gar nicht erst.

Burgstädt/Lichtenau.

Wer mit dem Auto durch die Region fährt, muss mehr Zeit einplanen, weil es viele Umleitungen wegen Baustellen gibt. Betroffene haben Verständnis für Bauarbeiten, aber nicht für eine Vielzahl von Bauverzögerungen, auch in anderen Bereichen. "Freie Presse" gibt einen Überblick:

Burgstädt, Brücke Chemnitzer Straße: Die Brücke über den Brauselochbach wird für rund eine Million Euro abgerissen und neu aufgebaut. Die Arbeiten erfolgen unter Vollsperrung. Geplant waren die Arbeiten bis November 2018. Es kam zu Bauverzögerungen, weil eine marode Abwasserleitung erneuert werden musste. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) verlängerte im April die Bauzeit auf Frühjahr 2019. Mittlerweile wurde die Zeit erneut angepasst - auf die Sommerferien 2019. Wie eine Sprecherin am Mittwoch sagte, haben die Lieferung der zur Kanalumverlegung benötigten Spezialschächte sowie die bauliche Umsetzung für eine zusätzliche Verzögerung gesorgt. Jetzt seien die Großschächte errichtet und die Leitung werde zurzeit verlegt.

Burgstädt, Brücke Mühlenweg: Die beim Hochwasser im Juni 2013 beschädigte Brücke am Mühlenweg wird abgerissen und neu aufgebaut. Die Bauarbeiten für 326.000 Euro sollen laut Bauamtsleiter Hannes Langen bis September 2018 unter Vollsperrung laufen. Stadtrat Markus Kolbe (Freie Wähler) meldete am Montag Bedenken an, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden, denn dort sei kein Bauende in Sicht. Langen sagte, dass die Baustelle bis Monatsende beendet werde, es gebe keine wesentlichen Verzögerungen. Die Anwohnerkritik: Das dritte Jahr in Folge ist die Burkersdorfer Straße dort gesperrt.

Mohsdorf, Dorfstraße: Der Umweltausschuss des Landkreises hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass Hochwasserschäden an der Brücke und der angrenzenden Stützwand vor der Grundschule im Burgstädter Ortsteil Mohsdorf erneuert werden. Die Arbeiten sollen laut Burgstädter Rathaus am 17. September 2018 beginnen und bis 25. Oktober 2019 dauern. So lange bleibt die Ortsdurchfahrt gesperrt. Insgesamt sollen 980.000 Euro investiert werden. Aufgrund ungeklärter Finanzierung hatte sich der Baubeginn verzögert. Laut Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler) gab es eine Baukostenerhöhung von 170 Prozent. Das sei überall in der Baubranche zu beobachten. Die Stadt beteiligt sich am Fußwegbau mit knapp 140.000 Euro an den Kosten. Doch am Mittwoch signalisierte ein Landkreis-Sprecher, dass eine Bauberatung erst nächste Woche stattfinde. Dann werde ein konkreter Baustart genannt. Ab 17. September sei die Durchfahrt noch nicht gesperrt.

Mohsdorf, Schulaußenanlagen: Die Außenanlagen hinter der Grundschule in Mohsdorf sind nicht mehr zeitgemäß. Bei Regen ist der ungepflasterte Schulhof überschwemmt, Fußballtore, Spielgeräte und Anlagen sind kaputt oder verschlissen. Im Juli hatte der Stadtrat die Modernisierung für rund 155.000 Euro beschlossen. Der Bau begann, aber die Fertigstellung lässt auf sich warten. "Das liegt an Lieferschwierigkeiten", sagt Bürgermeister Naumann. Nun sei für Ende September ein Bauende in Sicht.

Burgstädt, Beethovenstraße: Die Beethovenstraße sollte dieses Jahr zwischen Friedrich-Marschner-Straße und Sebastian-Bach-Straße von Juli bis Dezember saniert werden. Doch das Bauvorhaben wurde verschoben. "Die Ausschreibung liegt vor", sagt Bürgermeister Naumann. Aber das Vorhaben mit Kosten von 258.000 Euro werde erst 2019 realisiert, weil der Fußwegbau in Mohsdorf wichtiger sei. Diese Priorität hatte der Stadtrat beschlossen.

Burgstädt, Chemnitztalstraße: Die Chemnitztalstraße (S 240) im Schweizerthal bleibt im Bereich der alten Feinspinnerei laut Lasuv bis 15. Oktober voll gesperrt. Stützmauer und Fahrbahn werden für rund eine Million Euro erneuert. Seit reichlich vier Jahren war der Abschnitt wegen Einsturzgefahr der Mauer teilweise gesperrt. Aufgrund fehlender Gelder wurde der Baubeginn hinausgeschoben.

Oberlichtenau, Ortsdurchfahrt: Seit 2013 wird die Obere Hauptstraße (S 204) für 1,2 Millionen Euro saniert. Geplant war eine zügige Bauweise. Doch aufgrund fehlenden Geldes und der Rücksicht auf Anwohner wurde der Bau in Abschnitte unterteilt. Feiertage und geänderte Verkehrsführungen waren Gründe für Verzögerungen. Laut Lasuv laufen zurzeit Kanal-, Leitungs- und Straßenbauarbeiten zwischen Simmelmarkt und Eisenbahnbrücke. Um den Ausbau der Kreuzung Amtmannstraße/Auerswalder Straße sowie den Anschluss an die Bahnbrücke herzustellen, sei eine Vollsperrung der Kreuzung in den Herbstferien geplant. Ziel sei es, die Ortsdurchfahrt bis Ende des Jahres befahrbar zu machen.

Ottendorf, Mittweidaer Straße: Nach dem Neubau der neuen S-200-Trasse im Lichtenauer Ortsteil Ottendorf wurde die alte S 200 (Mittweidaer Straße) in ihrer Wertigkeit als Kreisstraße abgestuft. Wie ein Bürger in der Gemeinderatssitzung sagte, war eine Sanierung der Straße dieses Jahr vorgesehen. Dafür zuständig ist laut Lasuv der Landkreis. Aber weil zwischen Landkreis und Freistaat noch keine Finanzierung vereinbart ist, verzögert sich der Baustart. Laut einer Lasuv-Sprecherin soll das Vertragspapier dieses Jahr unterschrieben werden.

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