Warum Vorschulkinder eine Extra-Förderung erhalten

Acht neue Plätze sind in einer Kita in Limbach-Oberfrohna geschaffen worden. Doch nicht jeder darf dort betreut werden.

Limbach-Oberfrohna.

Für körperlich oder geistig behinderte Vorschulkinder, die nicht als Integrativkinder in einer Kita betreut werden können, gab es bis jetzt in Limbach-Oberfrohna kein Angebot. Sie mussten in Einrichtungen nach Glauchau oder Hohenstein-Ernstthal gefahren werden. Nun gibt es auch vor Ort eine Möglichkeit, sie ihren Bedürfnissen entsprechend zu betreuen - in einer neu gegründeten heilpädagogischen Gruppe in der Inte-grativen Kindertagesstätte an der Lindenstraße.

"Solche Kinder haben einen höheren Betreuungsaufwand, der in einer normalen Kitagruppe nicht geleistet werden kann", erläutert Thomas Buhl, Geschäftsführer des Vereins Behindertenhilfe Limbach-Oberfrohna, der Träger der Einrichtung ist.


Insgesamt acht Plätze sind in der heilpädagogischen Gruppe der Kita an der Lindenstraße geschaffen worden. Für die Kinder, für die unter anderem ein ärztliches Zeugnis über die Art und den Grad der Behinderung vorgelegt werden muss, wurde extra ein separater Bereich im Kindergarten eingerichtet. Im linken Flügel des Gebäudes befinden sich die frisch sanierten Räume: ein behindertengerechtes Bad, eine Garderobe, Spielbereiche mit Bällebad und Instrumenten, ein Essensbereich, ein reizarmer Ruheraum und ein Schlafraum, der auch zum Spielen genutzt werden kann. Alles ist hell und großzügig angelegt. Breite Gänge und Türen ermöglichen so auch Kindern im Rollstuhl optimale Bewegungsverhältnisse. Die Kinder der heilpädagogischen Gruppe haben trotz des separaten Bereichs zudem immer die Möglichkeit, mit den derzeit knapp 100 anderen Kindern aus den regulären Gruppen des Hauses in Kontakt zu treten. "Wenn sich ein Kind aus der Gruppe gut entwickelt, könnte es beispielsweise auch auf einen Integrativplatz wechseln", so Thomas Buhl.

Zwei der acht Plätze in der heilpädagogischen Gruppe sind bisher belegt. Zwei vierjährige Kinder werden täglich ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend betreut. "Man braucht auf jeden Fall mehr Geduld und mehr Einfühlungsvermögen als in der Arbeit mit Kindern ohne Beeinträchtigungen", erzählt Kristin Kliemand. Sie ist eine von zwei Erziehern, die extra für die neue Gruppe eingestellt wurden. Bei einem Betreuungsschlüssel von 1 zu 4 seien die Anforderungen aber machbar. "In einer normalen Gruppe würde das überhaupt nicht gehen, die Kinder hätten keine Chance", so Kristin Kliemand.

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