Was Besucher dieses Jahr auf dem Weihnachtsmarkt erwartet

Der Aufbau beginnt am 14. November - Ein Händler ohne Stand führt Gerichtsstreit gegen die Stadt

Am kommenden Samstag wird der Tannenbaum aufgestellt, zwei Wochen später eröffnet der Weihnachtsmarkt. An mancher Stelle werden Kunden etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wann kommt der Baum?

Mit der Fichte, die aus Tannenhaus bei Schöneck im Vogtland kommt, wird am nächsten Samstag um 16.30 Uhr gerechnet. Der Baum soll rund 27 Meter hoch und 70 bis 80 Jahre alt sein. Er ist rund drei Meter kürzer als der Baum aus 2015, das habe man aus Sicherheitsgründen so gewählt, da es öfters stürmisch in dieser Zeit ist, sagt Liane Barth, Leiterin der Abteilung Gewerbe und Marktwesen im Ordnungsamt.

Ab wann wird der Markt aufgebaut?

Der Aufbau beginnt am Montag, 14. November, mit 173 Ständen auf Markt und Neumarkt, Rosenhof, Jakobikirchplatz und Richard-Möbius-Straße, 15 Standplätzen auf dem Düsseldorfer Platz - dort mit dem Erzgebirgsdorf und zweistöckiger Mühlenschänke. Außerdem werden 30 Stände in der Inneren Klosterstraße aufgebaut. Dort wird sich traditionsgemäß die Chemnitzer Klosterweihnacht mit dem Mittelaltermarkt befinden. Eröffnet wird der Weihnachtsmarkt am 25. November um 16 Uhr. Am Tag darauf beginnt um 13.30 Uhr die Bergparade mit einem Konzert. Der Markt hat dann täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

Warum ist die diesjährige Glühweintasse nicht mehr bauchig?

Die bauchigen Tassen gab es seit 2013. Doch sie nahmen in den Waschanlagen viel Platz ein, worüber sich die Händler beklagten, sagt Ordnungsbürgermeister Miko Runkel. Außerdem hätten Kunden bemerkt, dass der Glühwein in den breiten Tassen schnell kalt werde. Von der neuen, roten, schmalen Tasse wurden 50.000 Stück bestellt.

Wie viel kostet der Glühwein?

Liane Barth sagt, der Preis "dürfte bei 3 Euro liegen". Die Preise gestalten die Händler selbst, damit hat die Stadt nichts zu tun. Es gibt auch keine Preisabsprachen, erklärt Siegfried Ade. Er hat seit 25 Jahren einen Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt, betreibt außerdem das Chemnitzer Weindorf. Bei ihm werde der normale Glühwein 3 Euro kosten. "Ich denke, dass die anderen Händler nachziehen werden", so Ade. Im vergangenen Jahr lag der Preis noch bei 2,50 Euro. Grund für die Erhöhung sei der Mindestlohn und die allgemein gestiegenen Kosten. Weitere Sorten wie Heidelbeerglühwein kosten aber in diesem Jahr genauso viel wie 2015, verspricht er.

Welche neuen Stände wird es geben?

Für die 173 Plätze sind 248 Bewerbungen eingegangen. "Alle wollen auf den Chemnitzer Weihnachtsmarkt", kommentiert das Liane Barth. Insgesamt 31 Stände sind neu. Zu den Angeboten zählen Brötchen mit Ragout fin, Elisenlebkuchen, französische Spezialitäten wie Pasteten und Weine, außerdem skandinavischer Weihnachtsschmuck von Händlern aus Finnland. Auch Kartoffelpuffer, von vielen Klitscher genannt, wird es nach einem Jahr Abwesenheit wieder geben.

Gibt es wieder Händler, die gegen die Stadt klagen, weil sie keinen Stand bekommen haben?

Ja, bestätigt Runkel. Zu dem laufenden Verfahren könne man sich aber nicht äußern. "Es gibt immer jemanden, der sich ungerecht behandelt fühlt", so der Bürgermeister.

Hat sich am Sicherheitskonzept etwas verändert?

Der Wachschutz wird länger als im vergangenen Jahr präsent sein. Am Wochenende werde er bereits um 16 Uhr beginnen, unter der Woche in den Abendstunden, so Barth. Runkel fügt hinzu, dass der Stadtordnungsdienst, der dann weniger im Stadthallenpark zu tun habe, auch auf dem Markt unterwegs sein wird.

Aktuell ist das Rathaus eingerüstet. Bleibt das während des Weihnachtsmarkts so?

Darüber müsse er sich noch mit dem Baudezernat abstimmen, so Runkel. Soweit es möglich ist, wünsche er sich, dass das Gerüst abgebaut wird, auch aus Sicherheitsgründen. Es sei aber auf der anderen Seite verständlich, dass dort, wo noch gearbeitet werden muss, nicht extra für die Zeit des Marktes das Gerüst abgenommen wird.

Wird es Plastiktüten geben?

Ja, vor allem als Verpackung für lose Lebensmittel wie Oliven. Von allen anderen Händlern hätten allerdings fast 80 Prozent zugesagt, freiwillig auf die Abgabe von Plastiktüten zu verzichten.

Wird es wieder einen Türmerruf geben?

Nein. Seit dem Tod von Türmer Stefan Weber im Mai 2015 wurde noch kein Nachfolger gefunden. Es bleibt auch in diesem Jahr ruhig auf dem Turm. "Es ist schwer, jemanden zu finden, der diese Rolle ausfüllen kann", sagte Liane Barth. (jpe)

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