Was die Marke Chemnitz-City bringen soll

Einzelhandel und Wirtschaftsförderung wollen die Innenstadt einheitlich bewerben. Dafür gibt es ein neues Label und einen Internet-Auftritt. Weitere konkrete Pläne fehlen bislang allerdings.

15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Blackadder
    30.11.2017

    @Hinterfragt: Ich bezog mich auf den Kaufhof Neubau. Tietz und Schockens kenne ich noch gut als Kaufhof-Standorte, aber so attraktiv wie ein neues Einkaufszentrum auf der grünen Wiese waren die nicht. Trotz der Rolltreppe.

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    1
    gelöschter Nutzer
    30.11.2017

    @Freigeist: Das ist richtig, die Leute gingen zunächst für eine andere DDR auf die Straße. Das hielt wenige Wochen und dann sind sie alle der D-Mark hinterher gerannt. Sehr groß kann der Wunsch nach einem zweiten DDR-Versuch nicht gewesen sein, wenn ein paar platzierte Rufer das Blatt so schnell drehen konnten. Dieser Wunsch war außerdem hauptsächlich in intellektuellen und künstlerischen Kreisen angesiedelt, die auch die ersten Demos prägten (z.B. Berliner Alexanderplatz). Die große Masse wollte kein neues sozialistisches Experiment. Die Leute wollten ab einem bestimmten Zeitpunkt Westgeld und dieses dann natürlich auch auf dem Niveau des Westens ausgeben. Also nicht mehr in den von Interessierte genannten Läden. Ich erinnere mich noch gut, dass nach der Währungsunion, fast alle alles was aus dem Osten kam in den Regalen liegen blieb. Natürlich ist keiner extra wegen dieser Läden auf die Straße gegangen, aber für ein anderes Leben und damit auch indirekt für andere Geschäfte.

    Wo stelle ich denn die Architektur der 60er und 70er in Frage und wo fordere ich denn (mit Schaum vorm Mund) deren Abriss?

    "Hinterfragt: (zum Stadthallenpark) Stimmt, nur kann man nicht wissen, ob man wieder heile und all seinem Hab und Gut nach Hause kommt.
    Zudem muss man damit rechnen dort beim schnell mal seine Anliegen und Taschen darzulegen bei einer "Komplexkontrolle" der Polizei .."

    Ich glaube es besteht hauptsächlich die Gefahr kontrolliert zu werden. Tagsüber ist dort absolut nichts los, wie die mageren Ergebnisse der Komplexkontrollen auch schön belegen. Bei der letzten hatte man sieben Bagatellen zur Anzeige gebracht. Brandgefährlich dieser Ort! Man muss sich diesen teuflischen Ort nur mal selbst ansehen, dann kann man über solche Äußerungen nur noch den Kopf schütteln. Auch beim Kultursommer hat es keinerlei Zwischenfälle gegeben. Das dieser Park von "normalen Leuten" nicht mehr gefahrlos benutzt werden könne, ist mit Verlaub grober Unsinn.

    @cn3boj00: "Das ist eine sehr einseitige Betrachtung. Die gleichen Leute fahren nach Italien oder irgendwohin in Urlaub und gehen dort in irgendeiner Fußgängerzone spazieren."

    Das ist aber eben auch Urlaub. Da machen viele Leute Dinge, die sie sonst nicht tun. Zu den engen Gassen: So etwas haben wir ja auch teilweise in der "Mittelstandsmeile". Da schließt ein Laden nach dem anderen, weil selbst dort keiner lustwandelt und kauft. Kann es sein, dass das an einer deutlich anderen Zusammensetzung der Einwohner dieser Städte liegt? (Leipzig lässt sich mit Chemnitz diesbezüglich kaum vergleichen. In Dresden gibt es tausende Touristen.) Leipzig ist auch - im Gegensatz zu Chemnitz - eine Stadt mit unzähligen Fahrradfahrern. Der Chemnitzer fährt Auto und läuft nicht gern weit. Sonst hätten sich an der StraNa die Läden gehalten. Das Problem wird sich ohne die Parkplätze an der Johanniskirche, etc. auch noch verschärfen, wie sie ja auch schreiben.

  • 0
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    Hinterfragt
    30.11.2017

    @Blackadder; "...oder Kaufhof ja noch nicht zu denken...

    Stimmt nicht, denn Kaufhof war mit 2 Häusern (ehem. Centrum WH) vertreten.

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    cn3boj00
    30.11.2017

    @Hinterfragt: ist ist einfach bloß Polemik. Es gibt Städte, da laufen zehn mal so viele Menschen arabischer oder afrikanischer Herkunft herum. Dass es da Kriminalität gibt ist unbestritten. Aber noch nie habe ich das etwa am Nachmittag als Berdrohung empfunden. Selbst nachts um 10, als ich neulich Leute aus der Satdthalle abgeholt habe, bin ich durch den Park gelaufen ohne Angst um irgendetwas zu haben. Man kann sich das auch alles einreden und durch wirkliche oder erfundenen Geschichten und überproportionale Medienpräsenz ein Bild konstruieren.

    @Blackadder: Nein, das glaube ich nicht wirklich. Man muss sich aber fragen, was die Menschen eigentlich erwarten, wenn sie durch eine "City" flanieren sollen. Das Chemnitz Center (nicht Röhrsdorf Center :)) machts ja vor. Wenn die Parkplätze an der Johanniskirche, Lohstraße und Tietz wegfallen wird es noch schwieriger. Der Nahverkehr ist noch lange nicht so attraktiv, dass man freiwillig umsteigt. Weiterhin fehlt es an Events. Auf dem Neumarkt könnte permanet ein kleine Bühne bespielt werden, der Wochenmarkt müsste im Sommer bis 19 Uhr gehen. Auch etwas mehr Kunst dürfte präsentiert werden. Die Mieten für Händler müssen überschaubar bleiben, das Rathaus nicht jede Idee durch Bürokratie und Auflagen zunichte machen. Ein großes Kinderspieleparadies wäre hilfreich. Wenn man statt Altstattgassen eben viele Plätze zu bieten hat muss man sich anpassen und da was inszenieren, statt bloß nach mehr hochwertigem Einzelhandel zu rufen ... So ratlos wie ich dachte bin ich gar nicht.

  • 3
    1
    Blackadder
    30.11.2017

    @cn: Ich denke, das Röhrsdorfcenter war der größte Dolchstoß für die Innenstadt. damals war an Galerie Roter Turm oder Kaufhof ja noch nicht zu denken. Dennoch habe ich persönlich nicht das Gefühl, dass im direkten Zentrum wenige Leute unterwegs sind, zumindest die beiden genannten sind ja immer ziemlich voll. Aber da gibt's halt die selben Läden wie in jedem anderen Einkaufszentrum Deutschlands, was ich persönlich furchtbar finde. Da lobe ich mir kleine eigene Geschäfte, wie z.B. den Monokel Kinderbuchladen, der jetzt in die Nähe des Michaelis gezogen ist. Da gehe ich extra gerne hin. Lieber als zu Thalia.

  • 7
    0
    cn3boj00
    30.11.2017

    @Felto84: "Die Leute wollen auch mit dem Auto möglichst bis ins Geschäft hineinfahren und keine kilometerlange Ladenzeile. ...Und die Leute shoppen heute eben lieber im Internet und gehen gar nicht mehr raus."
    Das ist eine sehr einseitige Betrachtung. Die gleichen Leute fahren nach Italien oder irgendwohin in Urlaub und gehen dort in irgendeiner Fußgängerzone spazieren. Die leute würden das tun, wenn es entsprechend attraktiv wäre. Aber Attraktivität kann man nicht herbeireden. In Chemnitz gab es so ein Viertel mal im Bereich Brückenstraße / Gartenstraße. Das fiel der sozialistischen Erneuerung zum Opfer, die auf Weiträumigkeit statt kleine Gassen setzte. Man muss sich doch nur anschauen, wie anziehende Shopping Meilen in anderen Städten aussehen. Meist eher enge Gassen, geprägt von alter Architektur... Reicht schon, mal nach Leipzig zu fahren. Das Problem ist doch: Chemnitz kann noch zehn Modemarken präsentiern: es sind nicht die Geschäfte, es ist das Flair, welches fehlt. Einzig in der Klosterstraße ist ein Ansatz zu erkennen. Nach der Wende hat man 5 große Klötze hingesetzt. Das lädt nicht zum Bummeln ein. Und da hilft auch keine Bebauung des Stadthallenparks. Man hat es grundsätzlich versaut, befürchte ich. Man sollte vor allem dafür sorgen, dass die Mieter in den Malls nicht ausziehen wie im Neefepark oder ACC. Das wäre das mindeste. Ansonsten bin ich ziemlich ratlos.

  • 4
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    Hinterfragt
    30.11.2017

    Felto84".. in der Innenstadt ... und einen Park mit Springbrunnen haben wir auch. Muss man nur nutzen!..."

    Stimmt, nur kann man nicht wissen, ob man wieder heile und all seinem Hab und Gut nach Hause kommt.
    Zudem muss man damit rechnen dort beim schnell mal seine Anliegen und Taschen darzulegen bei einer "Komplexkontrolle" der Polizei ..

  • 3
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    1953866
    29.11.2017

    Felto84, also wegen der Ladenstraßen auf der StraNa, oder dem Brühl sind die Leute bestimmt nicht auf die Straße gegangen. Und was die Einkaufszentren betrifft, die ersten, wenn ich mich recht erinnere, waren das Altchemnitzcenter und der Neefepark. Beide und auch das Vita-Center sind nun aber wirklich keine Vorzeige-Objekte mehr. Dass diese Center mit Begeisterung aufgenommen wurden, hat doch nichts mit Ablehnung der Innenstadt zu zu tun. Und natürlich kamen Investoren aus dem Westen um auf der grünen Wiese zu bauen. (Altchemnitz, Sachsenallee und Vita-Center sind wenigsten noch in der Innenstadt) Und wenn man die Politik der Discounter, von Lidl bis Aldi verfolgt, die mittlerweile jede Menge leere Läden zurücklassen und mit neuen Fördermittel neue Geschäfte, manchmal neben den Alten bauen und auch die Kommunen, konkret denke ich hier an Schlema, unter Druck setzen, dann hat das schon ein Geschmäckle.

  • 6
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    Freigeist14
    29.11.2017

    Um mich mal in den Karl-Marx-Städter Diskurs einzumischen: Felto84,die Leute gingen 1989 bestimmt nicht gegen die DDR auf die Straße,sondern für eine ANDERE DDR.Das die Protagonisten der Wende an die Seite gedrückt wurden und durch "Deutschland !"-Rufe übertönt wurden war die weitere Entwicklung.Aber niemand ohne Schaum vorm Mund stellt die Architektur der 60er/70er Jahre im Stadtzentrum in Frage.Kein Essener oder Frankfurter würde so mit seiner Vergangenheit brechen wollen.

  • 5
    4
    Blackadder
    29.11.2017

    Danke Felto, die sprechen mir aus der Seele und vielen anderen Chemnitzern vermutlich auch.

  • 6
    3
    gelöschter Nutzer
    29.11.2017

    "Diese besser wissenden Wessis zwingen dir seit 28 Jahren was auf , was du gar nicht brauchst und auch nicht willst , ..."

    Man kann nur Leuten etwas aufzwingen, die keine eigene Meinung, kein Rückgrat haben und alles mit sich machen lassen. Ich habe keine Lust mich - ebenfalls Ossi - von Ihnen in fast jedem Beitrag hier als willenlose Kreatur darstellen zu lassen. Mir zwingt keiner etwas seit 28 Jahren auf; ich entscheide über mein Leben. Also tun Sie mir den Gefallen und schreiben Sie nur von sich und vereinnahmen Sie nicht immer alle Ostdeutschen, Bewohner der Stadt, etc.; die wenigsten teilen hier Ihre Meinung. Wenn Sie glauben, dass Ihnen etwas aufgezwungen wird, dann schreiben Sie das bitte auch so.

    "vor Jahren konnte man noch mal ein Eis holen und sich an den Springbrunnen in den Park und in die Sonne setzen , aber das ist ja nun auch Geschichte ...."

    Warum soll das Geschichte sein? Kann man im Sommer problemlos machen. Eis gibt's in der Innenstadt an vielen Stellen und einen Park mit Springbrunnen haben wir auch. Muss man nur nutzen!

  • 5
    6
    gelöschter Nutzer
    29.11.2017

    "Diese Läden waren alle auf der Straße und man ist von hier nach da flaniert und die Menschen waren damit ´auch` auf der Straße und ´in der Stadt`, aber das wollte man ja nicht mehr"

    Wer soll den schon wieder dieser "man" sein. Sie tun hier immer so, als sei das alles von irgendwo fremdbestimmt über die Stadt und ihre Bewohner gekommen. Die Leute sind '89 gegen die DDR auf die Straße gegangen, haben sich '90 für die Wiedervereinigung und dagegen entschieden, dass die DDR mit "Lampen Walter-Kinderkaufhaus Pionier-Buchhandlungn Agricola-Kinderkaufhaus Adebar-Exquisit-Buchhandlung Humbold [...]" in dieser Form erhalten bleiben.

    Ich kann mich an die Sonderbusse ins Chemnitz Center und in den Neefepark erinnern und an die Begeisterung über das Vita-Center und die Sachsen-Allee. Die Leute haben diese Center mit Begeisterung angenommen; die hat "man" ihnen nicht aufgezwungen.

    Die Leute wollen auch mit dem Auto möglichst bis ins Geschäft hineinfahren und keine kilometerlange Ladenzeile. Das hat nicht irgend eine höhere Gewalt von Ihnen verlangt; insbesondere in Chemnitz. Und die Leute shoppen heute eben lieber im Internet und gehen gar nicht mehr raus.

    Die Welt dreht sich weiter und Dinge verändern sich.

    Zur Kampagne: Die Marke "Chemnitz-City" ist, wie es der Kommentar schon feststellt, ausgesprochen einfallslos. Ob es etwas bringt, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Der Besuch der Website setzt ja schon Interesse voraus. Da kann man dann auch direkt dorthin fahren.

    "Eine Umfrage unter Chemnitzern [...] hat ergeben, dass die Kunden Marken und buntes Leben im Stadtzentrum vermissen." Dann sorgt doch bitte mal für "buntes Leben".

  • 3
    7
    Interessierte
    29.11.2017

    Diese besser wissenden Wessis zwingen dir seit 28 Jahren was auf , was du gar nicht brauchst und auch nicht willst , nur damit die Geld verdienen können - und wundern sich dann , wenn es nicht angenommen wird und nichts wird ..

    Ich persönlich brauche diese Innenstadt nicht , ich habe andere gemütlich Plätze am Wochenende , vor Jahren konnte man noch mal ein Eis holen und sich an den Springbrunnen in den Park und in die Sonne setzen , aber das ist ja nun auch Geschichte ....

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    0
    cn3boj00
    29.11.2017

    Was soll der Begriff "Chemnitz City" sagen? In Deutschland wird als "City" fälschlicherweise das Stadtzentrum großer Städte verstanden. Ausländische Touristen hingegen können damit nichts anfangen, denn City bedeutet entweder eine Großstadt an sich oder ein Bischofssitz. Ausländische besucher verwenden eher den Begriff Center für ein Stadtzentrum. Wie wärs also mit "Chemnitz Center"? Ach dumm, das gibts ja schon! Bloß schlecht, weil ausländische Besucher, die ins Center wollen, keinen Einkaufspark erwarten.
    Vor vielen jahren hat mich mal ein englisch sprechender Besucher in Röhrsdorf gefragt, wo denn hier der Bahnhof sei. Er habe sein Auto abgestellt und wolle nun zum Zug. Als ich ihm klar machte, dass der Bahnhof nicht hier, sondern mitten in Chemnitz sei, war er verwundert, denn er sei doch extra nach Chemnitz Center gefahren! Das fand ich sehr lustig, zeigt es doch, wie oberflächlich wir mit englischen Wörtern umgehen. Jedenfalls ist City total nichtssagend und wird keinen Besucher zusätzlich in die Stadt locken.

  • 8
    8
    Interessierte
    29.11.2017

    dass "einfach zu wenig Betrieb" in der Innenstadt herrscht

    Ich kann mich an Zeiten entsinnen , da war viel Betrieb in der Innenstadt , da gab es zwei Kaufhäuser und dazu gab es ´vom Rosenhof aus bis hin zur Carolastraße` etliche ´kleine` Kaufhäuser
    wie LampenWalter-Glaswaren-KinderkaufhausPionier-BuchhandlungnAgricola-KinderkaufhausAdebar-Exquisit-RundfunkFernsehen-BuchhandlungHumbold-TaschenKoffer-Schuhladen-Sporthochhaus , und dazu gab es noch den Brühl mit den althergebrachten Läden und das Kaufhaus GlückAuf und gegenüber war auch noch das Hauptpostamt ...

    Diese Läden waren alle auf der Straße und man ist von hier nach da flaniert und die Menschen waren damit ´auch` auf der Straße und ´in der Stadt`, aber das wollte man ja nicht mehr , das war ja viel zu weitläufig , man wollte ja alles in einem Haus , in welchem man auch noch das Auto abstellen kann und vom Frühstück bis zum Abendessen essen kann und anschließend auch noch ins Kino gehen kann ?

    Und von dieser Sorte hat man noch 5 solche Center rund um die Stadt , was dafür sorgt , dass man damit die Innenstadt noch mehr tot macht , das hatte ja den Herrn Seifert schon 1994 große Sorgen gemacht und er hatte damals alternativ an ein Innen-Stadtfest gedacht ?
    Aber der Westen mit seinen Investoren ist ganz schlau und weiß immer alles viel besser und alles ganz genau ...



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