Was die Müllpreise steigen lässt

Die Abfallentsorgung wird ab nächstem Jahr in Mittelsachsen teurer. Begründet wird das nicht nur mit höheren Kosten.

Freiberg.

Die Müllgebühren in Mittelsachsen bleiben auch nach der Preiserhöhung ab nächstem Jahr im sachsenweiten Vergleich günstig. Das hat Jens Irmer von den EKM Entsorgungsdiensten nach der Kreistagssitzung betont. Die Kreisräte hatten einer durchschnittlichen Gebührenerhöhung von knapp 18 Prozent zugestimmt. Jeder Mittelsachse zahle damit im Schnitt 6,62 Euro pro Jahr mehr für die Abfallentsorgung, so der EKM-Chef.

Irmer verglich dabei den Mittelwert im Landkreis von 43,62 Euro pro Kopf und Jahr mit den Zahlen, die das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in der Siedlungsabfallbilanz 2017 veröffentlicht hatte (siehe Grafik). "Jeder Entsorgungsbereich hat seine spezifischen Bedingungen", warnte der Geschäftsführer davor, die Werte unkommentiert nebeneinander zu stellen. Trotz der unterschiedlichen Entsorgungssysteme, Topografien und Bevölkerungsdichten bleibe der Mittelsachsen-Preis am Ende der Sachsen-Skala: "Und das sind die Zahlen von 2017; der Abfallmarkt ist für alle teurer geworden."

Als Beispiel nennt er die Entsorgung sperrigen Abfällen aus Holz. Für Schränke, Tische und dergleichen habe die EKM bislang 12,50 Euro pro Tonne an die Abnehmer zahlen müssen; jetzt würden 57Euro pro Tonne fällig. Das Sperrmüllholz, das meist verfeuert wird, konkurriere mit der enormen Altholzmenge, die durch den Borkenkäferbefall auf den Markt gelangt sei.

Ein Knackpunkt ist auch die Restabfallbehandlung in Chemnitz. Die Anlage am Weißen Weg in Chemnitz ist nach Irmers Worten für 150.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Im nächsten Jahr werde sie aber voraussichtlich nur reichlich zur Hälfte ausgelastet, da die Stadt Zwickau aus der Anlieferung aussteige: "Das maschinelle Sortieren und Trocknen des Mülls ist nicht mehr wirtschaftlich", so Irmer. Das Endprodukt sei als Ersatzbrennstoff zu Pellets gepresst worden. Nachdem die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen, bleibe nur noch die Zementindustrie als Abnehmer. Der Abfallwirtschaftszweckverband Chemnitz wolle sich aber nicht von der Restabfallbehandlung trennen.

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