Was hat es mit der zweiten Wendeschleife auf sich?

Zwischen Wartburg- und Augsburger Straße laufen mehrmonatige Bauarbeiten. Nicht alles dort erschließt sich auf den ersten Blick.

Bernsdorf.

Voraussichtlich noch bis in den November hinein müssen sich Autofahrer und Fahrgäste der Straßenbahnlinie 2 in Bernsdorf auf Behinderungen einstellen. Wegen Bauarbeiten an den Gleisen ist die Straße zwischen Wartburg- und Augsburger Straße nur in Richtung Innenstadt befahrbar. Für die Straßenbahnen steht nur ein Gleis zur Verfügung. Die Haltestelle Wartburgstraße ist in Richtung Gymnasium verlegt.

Beobachter der Bauarbeiten indes wundern sich. Nicht nur weil die Baustelle im Vergleich zu manch anderer im Stadtgebiet häufig mit außergewöhnlich vielen Bauleuten und Baufahrzeugen besetzt ist, die an mehreren Stellen gleichzeitig am Werk sind. Sondern auch, weil im Zuge der Arbeiten eine bislang kaum wahrgenommene Wendeschleife vorm Goethegymnasium ausgebaut wird - augenscheinlich nach allen Regeln der Kunst. "Warum das?", fragen sich Fahrgäste immer wieder beim Vorbeifahren.

Nicht zu unrecht, wie Stefan Tschök, der Sprecher des Nahverkehrsbetriebes CVAG einräumt. "Die Zwischenwendeschleife Wartburgstraße wird im Regelverkehr nicht bedient", bestätigt er. "Sie hat ihre Funktion im Wesentlichen bei Abweichungen vom Regelbetrieb, wird etwa bei Kurzfahrten bei Baustellen oder im Havarie- und Störungsfall angefahren." Zudem könne die Anlage dazu genutzt werden, defekte Fahrzeuge dort kurzzeitig abzustellen, damit sie den Linienverkehr nicht unnötig blockieren. Damit das auch für Busse möglich ist, werde die Wendeschleife derzeit so ausgebaut, dass auch diese die Anlage benutzen können.

Bei der Strecke nach Bernsdorf handelt es sich um eine der ältesten Straßenbahnlinien der Stadt überhaupt. Zunächst Ende des 19. Jahrhunderts als Verbindung vom Stadtzentrum zum "Neuen Friedhof" in Betrieb genommen, wurde sie im Herbst 1913 bis zur Pappelstraße verlängert. Seit den 1970er-Jahren fährt die Linie 2 bis zur heutigen Endhaltestelle Bernsdorf.

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