Was junge Leute aus aller Welt von Chemnitz halten

Vier Menschen aus Südeuropa leisten derzeit Freiwilligendienst in der Stadt. Ihre Eindrücke sind gemischt.

Im Grünen Salon im Rathaus stand am Donnerstagmorgen alles im Zeichen des europäischen Austauschs. Zu Gast waren vier junge Menschen aus Spanien, Armenien, Griechenland und Italien. Sie trafen sich mit 15 Chemnitzern, die in der Stadt den Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

Maria Matev Andreazini, eine 23-jährige Katalanin, ist seit einem Jahr in der Stadt. Noch habe sie Chemnitz aber noch nicht restlos überzeugt, wie sie erzählt. Sie leistet den europäischen Freiwilligendienst im Spielemuseum in Kappel. Die Arbeit dort mache ihr Spaß. "Ich verstehe mich sehr gut mit meinen Kollegen, es ist ein guter Austausch", erzählt sie. Noch vier Monate ist sie in Chemnitz, dann geht es wieder zurück. Das Angebot für den freiwilligen Dienst fand sie übers Internet.

Organisator für die europäischen Freiwilligen ist das Solaris-Förderzentrum. Auch Matteo Brandolino aus Italien und Hayk Babayan aus Armenien fanden über Solaris eine Stelle, um ihren Dienst zu leisten. Brandolino arbeitet im Mehrgenerationenhaus. Vor allem mit Kindern und Jugendlichen hat er zu tun. "Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, und durch den Kontakt mit den Leuten lerne ich sehr schnell Deutsch", erklärt der 25-jährige Italiener. Babayan betreut seit drei Monaten Kinder und Jugendliche direkt im Förderzentrum. Ihm gefällt Chemnitz bisher gut. Auch die Menschen, die er bisher getroffen hat, seien freundlich zu ihm gewesen.

Für Pia Sachs, EU-Koordinatorin der Stadtverwaltung, war es das erste Treffen dieser Art. "Ich bin glücklich, dass heute Chemnitz Europa trifft", sagte sie. Zwar habe sie bereits in der Vergangenheit transnationale Treffen in der Stadt betreut, aber Menschen, die freiwillig gesellschaftliche Arbeit leisten, habe sie noch nicht begrüßt. Die Gäste sollten auch etwas über die Geschichte von Chemnitz, besonders die der Industrie und des Maschinenbaus, erfahren. Eine Führung durch das Rathaus stand für die Gäste ebenso auf dem Programm. Um das Chemnitzer Engagement zur europäischen Verständigung zu verdeutlichen, war auch Eva-Maria Gräfe vom Kulturhauptstadt-Büro da und präsentierte die Bewerbung und die Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Zusammen mit den 15 Chemnitzern war Christian Päutz gekommen. Er betreut für die Kindervereinigung Sachsen die Freiwilligen. Auch er freute sich über diesen Termin. "Es ist gut, dass sich nicht nur Leuten aus verschiedenen Nationen treffen, sondern auch Jung und Alt", sagt er. Denn unter seinen Schützlingen waren nicht nur junge Erwachsene, sondern auch Rentner und Senioren. Sie engagieren sich beispielsweise in der Kleiderkammer Siegmar, im Kindergarten oder im Pflegeheim.

Der letzte Termin dieser Art soll das nicht gewesen sein, da sind sich Pia Sachs und Christian Päutz einig. Er möchte die Zusammenarbeit weiter vertiefen und auf den gesamten Freistaat Sachsen ausweiten.


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