Der Mitternachtsprozess am Tatort Chemnitz

Der Prozess zum tödlichen Messerangriff auf den Chemnitzer Daniel H. kehrt aus dem Dresdner Sicherheitsgerichtssaal nach Chemnitz zurück, um den Tatort bei Nacht in Augenschein zu nehmen.

Der Mond verbirgt sich hinter Wolken. Dennoch - dieser Nacht mag er als Taufpate dienen. Während Fred Zinnemanns Film "Zwölf Uhr mittags", im Original "High Noon", es seit 1952 zum Maß aller Dinge für Showdowns im Western-Genre gebracht hat, findet in der Nacht zum Donnerstag in Chemnitz auch eine Art Showdown statt. Nicht mittags, sondern mitten in der Nacht. Gegenüber stehen sich die Anklage und die Verteidigung im Prozess zum nächtlichen Messerangriff am Stadtfestwochenende 2018, bei dem der 35-jährige Daniel H. starb. Der Tod des Chemnitzers am 26. August 2018 löste einen Herbst rechter Demonstrationen mit Ausschreitungen und Neonazi-Übergriffen aus. Bilder davon gingen aus dem Osten Deutschlands um die Welt. Bei dem für 0.30 Uhr anberaumten Gerichtstermin soll der Tatort der Messerattacke in Augenschein genommen werden. Es gilt Aussagen eines Zeugen zu überprüfen, die den Angeklagten belasten. Richter, Ankläger und Verteidiger wollen sich ein Bild vom Ort des Geschehens machen, und zwar bei Sichtverhältnissen, die so weit wie möglich denen aus der Tatnacht ähneln. Damals herrschte Vollmond, jetzt wächst die Scheibe am Himmel gerade wieder zu einem heran. "High Moon" sozusagen. "High Moon" im wilden Osten.

Die Vorbereitungen für die im Juristen-Jargon nüchtern "Inaugenscheinnahme" genannte Veranstaltung dauern um ein Vielfaches länger als der Gerichtstermin selbst. Schon um 22 Uhr beginnen Polizeibeamte damit, die Chemnitzer Brückenstraße für die Prozessbeteiligten abzusperren. Konkret geht es um das Areal des Tatorts auf dem Gehweg vor der Sparkasse, auf dem Daniel H. am Stadtfestwochenende 2018 gegen 3 Uhr nachts erstochen worden war. An der Kreuzung der Brückenstraße mit der Straße der Nationen, an deren Ecke sich das Döner-Lokal Alanya befindet, werden Absperrgitter errichtet.


Hinter ihnen sammeln sich bereits zweieinhalb Stunden vor dem geplanten Prozessbeginn erste Kamerateams, Journalisten und private Beobachter. Die Chemnitzer Polizei rückt mit einer Hundertschaft an, deren Großteil aber unsichtbar im Hintergrund ausharrt. Denn - so viel vorab - es werden in dieser Nacht eben keine Ausschreitungen losbrechen, wenn der Prozess zu jenem Messerangriff, der im Vorjahr genau solche ausgelöst hatte, vom Sicherheitstrakt des Oberlandesgerichtes Dresden zurück an den Chemnitzer Tatort kommt. Die Verlegung des Landgerichtsprozesses nach Dresden hatte auch mit Befürchtungen der Verteidigerin Ricarda Lang zu tun, in Chemnitz sei seine ordnungsgemäße Durchführung wegen der angespannten Stimmung und zu erwartender rechter Proteste nicht möglich.

Der Termin in der Nacht zum Donnerstag ist anberaumt, um ein Bild davon zu gewinnen, ob der Hauptbelastungszeuge gegen den Angeklagten Syrer Alaa S. tatsächlich gesehen haben kann, was er gesehen haben will: Das Einwirken zweier Personen auf das später an fünf Messerstichen gestorbene Opfer. Aus dem Durchreichefenster des Alanya-Dönerlokals will der aus dem Libanon stammende Koch Younis al N. laut Erstvernehmung beobachtet haben, wie der Angeklagte und der flüchtige Hauptverdächtige, der aus dem Irak stammende Farhad A., aufs Opfer losgingen. Mit "von unten schwingenden" Armbewegungen, so hatten Vernehmungsbeamte und Dolmetscher die ursprüngliche Darstellung des Zeugen beschrieben.

Der Tatort liegt 56 Meter vom Durchreichefenster entfernt, eine Distanz, die es unmöglich scheinen lässt, Gesichter zu erkennen. Doch hatte zumindest der Angeklagte Alaa S. nur Minuten vor der Tat im Lokal einen Döner bestellt, sodass der Zeuge seine Statur und Kleidung vor Augen gehabt haben musste, bevor Alaa S. aus dem Lokal rannte, um dem anderen Verdächtigen bei seiner lauten Auseinandersetzung draußen zu Hilfe zu eilen. Der Tatort selbst liegt am Rand des Lichtkegels einer Straßenlaterne. "Fast wie Flutlicht", fachsimpeln Beobachter vorm Prozesstermin. Auch das benachbarte Schaufenster eines Reisebüros ist hell erleuchtet. Nur eine Baumkrone wirft ihren Schatten auf den Tatortbereich.

Um 23.45 Uhr erteilt ein Polizeiführer das Kommando, Filmaufnahmen und das Fotografieren prompt einzustellen. Dann rangieren Polizeitransporter und blockieren die Sichtachse zur anderen Straßenseite. Ausnahmslos müssen sich alle Besucher vom Sicherheitspersonal abtasten lassen, wenn sie auf den Straßenbahnsteig in der Straßenmitte gelangen wollen, der als Zuschauerbereich dienen soll: keine Waffen, keine Kameras, keine Rechner, keine Handys. Arabisch aussehende Besucher stehen ebenso in der Schlange wie eine Gruppe von Freunden des Opfers, daneben einer der Ordner der Pro-Chemnitz-Demonstrationen aus dem vergangenen Jahr, neben diesem Journalisten, die, außer einem Block, ebenfalls alle Arbeitsutensilien ablegen sollen.

Blaulicht gebend fährt dann der Tross aus Polizeiwagen und Transportern aus Richtung Bahnhof zwischen Tatort und der Reihe an Zaungästen vorbei vors Dönerlokal. Die Richter, der Staatsanwalt, Verteidiger, Angeklagter und Nebenkläger steigen aus. Sie betreten das vor-übergehend für den Publikumsverkehr geschlossene Alanya-Lokal. Das Durchreichefenster öffnet sich. Nacheinander recken sich die Prozessbeteiligten heraus, um bei nächtlichen Verhältnissen denselben Blick auf den Tatort zu werfen, den der Zeuge hatte. Am Tatort selbst haben fünf Statisten Aufstellung genommen, treten von einem Bein aufs andere, allesamt in schwarzer Kleidung, aber von unterschiedlicher Statur. Binnen zehn Minuten ist die Parade am Fenster vorbei. Auch der Begutachtung eines steinernen Podests, das im Lokal vor dem Durchreichefenster liegt, gilt der Vor-Ort-Termin. Immerhin hatte Verteidigerin Ricarda Lang die Glaubwürdigkeit des Zeugen Younis al N. auch mit dem Einwand zu erschüttern versucht, das fensterbankartige Podest sei stets mit Backwaren oder anderen Waren aus dem Dönerladen belegt. Das impliziert, Younis al N. könne gar nicht, wie behauptet, aus dem Fenster gesehen haben. Allerdings gibt es Stammkunden des Lokals, die noch nie etwas auf dem Sims haben liegen sehen, was mit unterschiedlichen Gewohnheiten unterschiedlicher Bediensteter des Lokals zu tun haben mag.

Solch "alternative Möglichkeiten" habe das Gericht sehr wohl im Blick, betont Gerichtssprecherin Marika Lang. Das Ergebnis der Begeung insgesamt mag sie noch nicht beurteilen - nicht ohne Rücksprache mit den wieder abfahrenden Prozessbeteiligten. Nur so viel sagt sie vorab mit Blick auf jenen Menschenauflauf, den es in der Tatnacht zeitweise am Tatgeschehen gegeben haben soll und der die Blickachse zeitweilig verstellt haben könnte. "Alles wird man sicher nicht nachstellen können."

Eine Freundin des toten Opfers, die Daniel H.s Namen als Tattoo auf dem Arm trägt, kommentiert beim Verlassen des ungewöhnlichen nächtlichen Gerichtssaals: "Licht gab es hier aber genug."

Bewertung des Artikels: Ø 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
21Kommentare
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  • 1
    2
    Blackadder
    15.06.2019

    @pixelghost : Das habe ich auch nie angezweifelt. Mir geht es um das Gericht, was es entscheidet und was die Bevölkerung damit macht.

  • 2
    2
    Pixelghost
    15.06.2019

    @Blackadder,

    „Fall Chemnitz: Aufhebung des Haftbefehls beantragt“

    Der neue Artikel bestätigt meine Ausführungen. Die Frau Verteidigerin macht ihre Arbeit.

  • 2
    3
    Einspruch
    14.06.2019

    Aufgabe der Verteidigung sollte es sein, das alle Umstände beim Urteil beachtet werden , entlastende und belastende. Hier dagegen bekommt man den Eindruck, das Indizien und mögliche Beweise solange zerredet und zerfleddert werden, bis Schuld in Unschuld verkehrt wird. Ich denke, es besteht Einigkeit darin, das einer der Anwesenden in der fraglichen Zeit der Täter war. Die in der Shischa Bar höchstwahrscheinlich nicht. Einer der beim Opfer herum stehenden sicher. Ein Alien wird wohl nicht plötzlich aufgetaucht sein. Selbstmord können wir denke ich ausschließen. Den laufen gelassenen hat man bis heute nicht wieder gefasst, soweit ich weiß. Am bequemsten wäre es für die Verteidigung, ihm alles anzuhängen, das scheint wohl das Ziel zu sein.
    Ich denke, es sollten zukünftig die Anwälte der Verteidigung haftbar gemacht werden, wenn sich später heraus stellt, das sie ihren Klient wieder besseren Wissens als Unschuldslamm dargestellt haben. Meiner Meinung nach ist das Rechtsbeugung und nicht Verteidigung. Die sollten für ihre Arbeit gerade stehen müssen, wie jeder andere auch.

  • 4
    0
    saxon1965
    14.06.2019

    @Blackadder: Genau das glaube ich nicht, dass man Irgendwen verurteilt, nicht bei dieser Brisanz.

  • 1
    5
    Blackadder
    14.06.2019

    @saxon1965: "Aber was ist schlecht daran, Schuldige und Mitschuldige zu ermitteln und zu verurteilen?"

    Gar nichts und das schrieb ich auch. Wenn es wirklich rechtskonform geschieht und man nicht einfach "irgendwen" verurteilt, damit man einen Schuldigen hat.

  • 6
    0
    saxon1965
    14.06.2019

    Wer behauptet, dass dieser Prozess, dieses Tötungsdelikt, ist wie jedes andere, der ignoriert Tatsachen.
    Tatsache ist, dass in dieses Verbrechen verschiedene Nationalitäten involviert waren und somit schon weitere Motive eine Rolle gespielt haben könnten.
    Tatsache ist auch, dass man hier von "besonderem öffentlichem Interesse" sprechen kann.
    Tatsache ist, dass die Tat von Anfang an politisch missbraucht wurde und von allen Seiten für sich instrumentalisiert wurde.
    Aber was ist schlecht daran, Schuldige und Mitschuldige zu ermitteln und zu verurteilen?
    Dass so manches Strafmaß, auch im Verkehrsrecht, einem ungerecht bzw. zu gering erscheint, kann ich total nachvollziehen. Das hat aber mit dem Tot von Daniel H. nix zu tun.
    Was den Vororttermin betrifft, so hoffe ich sehr, dass er dazu beiträgt Klarheit in die Zeugenaussage zu bringen. Sollte die Verteidigerin den Zeugen nicht mehr als unglaubwürdig hinstellen können, ihn sogar subtil zu bedrohen, bin ich mal auf die nächsten Winkelzüge der Verteidigung gespannt.

  • 3
    7
    Blackadder
    14.06.2019

    @thomboy: Wofür sollte ich mich schämen? Dass ich der Meinung bin, in einem Rechtsstaat sollte die Beweislage und nicht die Stimmungslage über eine Verurteilung entscheiden? Dass ist der Meinung bin, eine Schuld muss zweifelsfrei nachgewiesen werden und ich eben in diesem Fall unsicher bin, ob das möglich sein wird? Unsere OB hat doch gesagt, ein zu mildes Urteil wäre schlecht. Entscheiden sowas neuerdings Politiker? Helfen Sie mir mal: was daran ist schämenswert?

  • 2
    6
    Blackadder
    14.06.2019

    @cpärchen: Da bin ich aber mal gespannt, ob Sie der Justiz noch so dankbar sein werden, wenn das Urteil nicht so ausfällt, wie gewünscht. Ich denke da nur an Köthen und den Aufschrei der besorgten Massen.

  • 7
    2
    CPärchen
    13.06.2019

    @Blackadder:
    ich empfand ihre Kommentare noch nie so dermaßen schlecht, unmenschlich und daneben, wie unter diesem Artikel.

    Sie werfen der Justiz vor, irgendjemanden verurteile zu wollen, um die Gemüter zu beruhigen. Trotz anwaltlichem Beistandes für den Syrer. Trotz Inaugenscheinnahme vor Ort bei Nacht, der mit dem viel Aufwand verbunden ist. Dann spielen Sie den Mord auch noch runter mit einem Totschlag aus Berlin. Die Eltern des kleinen Kindes werden sich sicherlich verstanden fühlen.

    Ihre Argumentationsweise kenne ich sonst nur von AfD-Anhängern, wenn es mal nicht nach deren Pfeife geht. Nun habe ich etwas gelernt: Die Gegenseite ist genauso perfide, wenn es um Ausländer geht, nur eben andersherum.

    Ich bedanke mich an der Stelle bei der Justiz und der Polizei, dass sie den Job so gewissenhaft durchführen.

    @Pixelghost: Danke für Ihren wertvollen Beitrag hier.

  • 2
    13
    Blackadder
    13.06.2019

    @pixelghost: Abwarten. Derzeit habe ich halt den Eindruck, dass auf jeden Fall ein Täter verurteilt werden muss, um die Volksseele zu beruhigen.

  • 10
    1
    Pixelghost
    13.06.2019

    @ Blackadder, Sie haben schon wieder was „vergessen“: Der „Sündenbock“ hat einen Anwalt (oder sogar zwei?).
    Und die Aufgabe von Anwälten ist es darauf zu achten, dass ihre Mandant eben nicht zu Sündenböcken werden.

    Im Übrigen negieren Sie zudem, dass z. Bsp. polizeiliche Ermittler Tatsachen FÜR UND GEGEN Beschuldigte zu ermitteln und zu dokumentieren haben.
    Die Aufgabe des Verteidigers ist es, dies u.a. mithilfe der Akteneinsicht zu kontrollieren.
    Dann, in der Beweisaufnahme, überwacht der Verteidiger die Aussagen von Zeugen, Gutachtern, Sachverständigen, sachverständigen Zeugen, stellt Beweisanträge und befragt die oben Genannten.
    Somit sorgt dieser für ein faires Verfahren.
    Und dann gibt es ja noch die Revision.

    Im Übrigen: JEDER bedient sich Anwälten. Einige drohen heute sogar schon bei jeder kleinsten Gelegenheit mit ihnen.

    Warum also schätzen Sie die Arbeit dieses Anwaltes - oder dieser Anwälte - so gering, dass Sie schon von vorn herein, noch dazu ohne Aktenkenntnis, von einer Verurteilung eines Sündenbocks ausgehen?

  • 14
    6
    Thomboy
    13.06.2019

    @Blackadder: Schämen sie sich eigentlich gar nicht?

  • 3
    14
    Blackadder
    13.06.2019

    @pixelghost: Und denken Sie es hilft den Angehörigen, wenn ein Sündenbock verurteilt wird, obwohl die Schuld gar nicht 100%ig geklärt ist? Darum geht es mir hier nämlich.

  • 23
    2
    Pixelghost
    13.06.2019

    @cn3boj00,

    „Im Streit nach einem Fest stirbt ein junger Mann. Das ist leider nichts ungewöhnliches, sondern passiert.“

    Sie hatten schon jemals mit derart zu Tode gekommenen Menschen und ihren Angehörigen zutun?
    Wenn ja dann wüßten Sie, dass ein derartiges Ereignis nicht mal im Ansatz was von Gewohnheit hat.

    Aber in der Agitation kann man ja mal die Empathie Empathie sein lassen, nicht wahr?

  • 21
    1
    Pixelghost
    13.06.2019

    @Blackadder, habe Sie mal daran gedacht, dass das Opfer Verwandte hatte, die das Recht haben, dass die Umstände des Todes ihres Angehörigen restlos aufgeklärt werden?
    Und dazu gehört auch, die einzelnen Beteiligungen oder Nichtbeteiligungen am Ableben des Opfers strafrechtlich zu prüfen und zu werten.

    Und ein sicher schwerwiegendes und zu verurteilendes Verkehrsdelikt mit Todesfolge gegen ein Tötungsverbrechen (und im juristischen Sinne ist die fahrl. Tötung nicht mal ein Verbrechenstatbestand) „auszuspielen“ ist - und nun sind schon wieder die Angehörigen des D.H. von Ihnen vergessen worden - meiner Meinung nach vollkommen daneben.

    Jeder vereinnahmt diese Tat für seine Agitation. Und jeder vergißt dabei die Angehörigen.

  • 18
    6
    Distelblüte
    13.06.2019

    Vororttermine sind bei Gerichtsverfahren nicht unüblich. Am Ende kann nur nach Beweislage geurteilt werden, und nicht nach Stimmungslage.

  • 15
    5
    Pixelghost
    13.06.2019

    @Lesemuffel, "Freispruch mangels Beweisen" gibt es nur am Stammtisch und in der Journalistensprache.

    Im deutschen Recht ist eine Straftat bewiesen oder nicht. Entweder das Gericht kommt zu der "zweifelsfreien Auffassung" dass eine Straftat begangen und ein Straftatbestand erfüllt wurde, oder das ist nicht der Fall.

    Hätten Sie sich belesen, wüssten Sie das. Das kann man recherchieren. Im Übrigen lernen das Jurastudenten bereits im 1. Semester.

    Dieses "Mangeln an Beweisen" ist genauso ein Mythos, wie der Gerichtshammer.

  • 15
    27
    Blackadder
    13.06.2019

    @cn3boj00: Mein Eindruck ist, dass auf Biegen und Brechen ein Schuldiger gefunden werden soll, auch wenn der vermutete Haupttäter längst über alle Berge ist und man dem derzeit Angeklagten nicht wirklich Belastendes nachweisen kann. Die Angst vor erneuten Ausschreitungen bei einem Freispruch oder zu mildem Urteil wegen Beihilfe ist zu groß, da wird der Rechtsstaat auch gerne mal gedehnt.

    Dass gerade in Berlin ein Autofahrer zu gerade mal 200 € Strafe und 1 Monat Fahrverbot verurteilt worden ist, der mit 74 auf der Busspur lang gerast ist und dabei einen 4jährigen getötet hat, interessiert hingegen niemanden. Keine AfD, keine besorgten Bürger. Der Täter war ja kein Ausländer.

  • 17
    13
    Franziskamarcus
    13.06.2019

    Genau, cncj00, jede Woche werden viele Menschen auf Festen erstochen, ganz Normal, ich frag mich, warum die Leute sich so aufregen? Die Täter handeln doch nicht ungewöhnlich, sie können doch nix dafür, meist Traumatisiert. Schon zu DDR -Zeiten waren solche "Delikte" an der Tagesordnung, mit 2015 hat das aber ja gar nix zu tun....
    Ist das Sarkasmus, cnbj000, Satiere?
    Lasst die Zeugen doch Zeugen sein, warum ist ein Zeuge wichtig? War ein einfacher Todesfall. Warum wird überhaupt berichtet bei so was, das spielt doch bloss den bösen"rechten" in die Hände.

  • 16
    18
    cn3boj00
    13.06.2019

    Im Streit nach einem Fest stirbt ein junger Mann. Das ist leider nichts ungewöhnliches, sondern passiert. Nicht nur in Chemnitz, sondern auch anderswo. Und nicht nur 2018, sondern auch zu anderen Zeite. Dass an dem Vorfall wohl weder etwas fremdenfeindliches, noch etwas sonst wie politisches war, dürfte erwiesen sein.
    Wenn die Presse das, was danach passierte, als rechte Gruppierungen das als Vorwand für eine riesige Provokation nahmen, in deren Folge Chemnitz in einen negativen Fokus geriet, genau so akribisch aufarbeiten würden wie jetzt diesen bedauerlichen Todesfall, wäre mehr geholfen! Nicht mal bei den NSU-Morden wurde jeder Zeugenaussage oder Nichtaussage so viel Aufmerkamkeit gewidmet. Was bezweckt man damit? Weder dem Toten, noch Chemnitz ist damit geholfen.

  • 12
    6
    Lesemuffel
    13.06.2019

    Vielleicht Freispruch mangels Beweisen? Der Verdächtige hat wirklich eine ausgezeichnete Pflichtverteidiger.



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