Was sich Einwohner vom neuen Wochenmarkt erhoffen

Die Öffnungszeiten und das Angebot stehen in der Kritik. Das ergab eine Bürgerbefragung. Die Organisatoren wollen einiges ändern, aber nicht alles.

Burgstädt.

Der Wochenmarkt der Zukunft in Burgstädt findet donnerstags von 10 bis 17 Uhr und/oder samstags statt. Dort werden Fleisch- und Wurstwaren, Käse und Milchprodukte, Eier, Fisch, Brot- und Backwaren, Feinkost wie Oliven und Schafskäse, Gewürze, Kräuter und Tees sowie Blumen und Pflanzen angeboten. Außerdem befindet sich dort ein Imbiss mit Bratwurst, Suppen oder Hähnchengrill. Das ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung, an der sich 250 Personen beteiligt haben. Rathaus und Marktgilde hatten Einwohner von Mitte Januar bis Mitte März in einer Fragebogenaktion um ihre Meinung gebeten. Das Ergebnis liegt jetzt vor. "Freie Presse" fasst einige Ergebnisse zusammen:

Besucher: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer kauft nur gelegentlich oder gar nicht auf dem Wochenmarkt ein. Nur knapp zehn Prozent der Burgstädter besuchten dienstags den Markt. Etwa die Hälfte der Befragten kommt zu Fuß oder mit dem Auto. 77 Prozent der Teilnehmer sind jünger als 59 Jahre, also im berufstätigen Alter.

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Angebot: Die Teilnehmer schätzen vor allem das Angebot an Stoffen und Tüchern, Gewürzen, Tees, Kräutern, Ölen, Süßwaren, Honig sowie Feinkost als mangelhaft ein. Vermisst wird auch ein Imbissangebot. 96 Prozent der Teilnehmer bewerten das Eier-Angebot aber mit sehr gut.

Angebotswünsche: Ganz oben auf der Wunschliste stehen Eier, gefolgt von Käse und Milchprodukten, Fisch sowie Blumen und Pflanzen. Allerdings sind Stoffe und Tücher sowie Lederwaren, die es zurzeit nicht auf dem Markt gibt, nicht besonders gefragt.

Sonderwünsche: Die Einwohner zählen auf, was das Angebot bereichern könnte: exotische Lebensmittel, Naturkosmetik, Wild, saisonale Produkte, Schuhe und Korbwaren. Vorgeschlagen werden Artikel regionaler Anbieter wie vom Büffelhof Chursdorf, von einer Straußenfarm oder der Schokofabrik Rochsburg.

Markttage: Jeder Dritte, der gar nicht oder selten auf den Markt geht, begründet das damit, dass er dort nicht findet, was er kaufen will. Aber knapp 70 Prozent sagten, dass die Markttage Dienstag und Donnerstag nicht passend sind. Fast jeder Zweite nennt zu wenig Auswahl als Grund. Die Wunschtage sind Donnerstag und Samstag.

Öffnungszeiten: Etwa 44 Prozent der Teilnehmer wünschen sich einen Ganztagsmarkt, der von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat. Der Samstagvormittag steht oben auf der Wunschliste, aber auch ein Nachmittagsmarkt ist vorstellbar.

Weitere Vorschläge: Die Teilnehmer wünschen sich mehr und kostenfreie Parkplätze sowie eine Erreichbarkeit für gehbehinderte Menschen, etwa mit Rollstuhl. Vorgeschlagen wird eine bessere Busanbindung oder ein Bürgertaxi. Kritisiert werden die Einschränkungen durch Treppen und Märchenbrunnen mit Porphyrkugeln. Das Areal war erst 2008 neu angelegt worden.

Keine Änderungen: Vorgeschlagen wird, die Standgebühr zu erlassen oder zu senken. Das könnte ein Anreiz für Händler sein. Darauf sagt Katrin Schiel von der Marktgilde: "Ein Wochenmarkt muss sich für den Veranstalter betriebswirtschaftlich rechnen." Der Verein finanziere sich ausschließlich über die Standmieten der Händler, deshalb müsse es eine Gebühr geben. Auch Vorschläge für Musik und Kultur erteilt sie eine Absage. "Ein Wochenmarkt ist kein Event, bei dem es ein Unterhaltungsprogramm inklusive gibt." Möglich sei das bei saisonalen Festen oder Märkten, wo dann auch höhere Standmieten gezahlt würden.

Nächste Schritte: Am 16. April gibt es ein Gespräch zwischen Marktgilde und Stadtverwaltung. Laut Schiel soll beraten werden, was bezüglich der Markttage und Uhrzeiten zu ändern ist. Auch die Händler müssten in diese Entscheidungen einbezogen werden. Bert Rothe von der Industrie- und Handelskammer Chemnitz sieht in der Bürgerbefragung eine gute Grundlage, um den Wochenmarkt attraktiver zu gestalten. Die Idee eines Samstag-Marktes sei gut, weil ihn so Berufstätige und Familien besuchen könnten.

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