Was sich für Reitvereine nach den Lockerungen ändert

Pferdefreunde können zwar in Sachsen wieder ihre Sportstätten nutzen. Doch eine Rückkehr zur Normalität ist das nicht.

Burgstädt.

Die Pferdesportvereine in Sachsen dürfen ihre Sportstätten wieder nutzen, die aufgrund der Coronakrise wochenlang gesperrt waren. Unter freiem Himmel ist das Training schon länger möglich gewesen. Nun sind vielerorts auch die Hallen offen.

Die Lockerungen lassen auch die Pferdeliebhaber durchatmen. Auflagen haben sie - wie alle anderen - trotzdem zu beachten. Bund, Freistaat und der Landesverband Pferdesport geben via Internet Leitfäden und Empfehlungen an die Hand. So gilt auch hoch zu Ross die Abstandsregel von 1,50 Meter und ein Platzpensum von 20 Quadratmetern pro Reiter und Pferd. Alle Utensilien müssen nach dem Training gründlich gereinigt werden. Besucher und Zuschauer sind ebenso wie Turniere im üblichen Modus nach wie vor tabu. Bis auf wenige Ausnahmen sind bis Ende Juli in Sachsen sämtliche Wettbewerbe ohnehin abgesagt. Dazu gehören die sächsischen Meisterschaften im Dressur- und Springreiten, die vom 2. bis 5. Juli in Burgstädt ausgetragen werden sollten. Die Wettbewerbe werden auch nicht später im Jahr nachgeholt, sagt Antje Dippmann vom Verein St. Georg, der diesen Wettbewerb in den zurückliegenden 30 Jahren schon 28-mal ausgerichtet hat. "Im Herbst sind ja die Wochenenden auch schon alle mit Turnieren verplant. Die Veranstalter sollten sich die Sportler dann nicht gegenseitig klauen", so Dippmann. Die Absage sei alternativlos gewesen, vor allem wegen der Kontaktbeschränkungen. "Da treffen sich Leute im Stallzelt, die sich ewig nicht gesehen haben. Natürlich kommt es da zu Umarmungen, zu Körperkontakt. Wie will man das unterbinden?", so Dippmann. Auch den Abstand der Preisrichter bei beengten Verhältnissen in der Kabine einzuhalten, sei schwierig. Und ohne Zuschauer mache laut Dippmann ein Titelturnier ohnehin keinen Sinn.

Betroffen vom Ausfall der Turniere ist auch der Peniger Matthias Lucas, der als Berufsreiter auf große Turniere angewiesen ist. "Das sind wichtige Plattformen für die Vermarktung der Pferde. Ihren Wert messen Kunden an Erfolgen." Froh ist er, zumindest wieder unterrichten zu können. Der im April abgesagte Lehrgang bescherte ihm Einbußen in vierstelliger Höhe.

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