Was Versorger Eins zum Vorbild macht

Ausgerechnet den Betreiber eines großen Braunkohlekraftwerks hat die Umweltallianz Sachsen ausgezeichnet. Doch selbst Grüne finden das gut.

1Kommentare

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    bürgerenergie
    03.11.2018

    Schon interessant, diese "freiwilligen Selbstverpflichtungen" der Industrie, um die sich die Umweltallianz des freistaatlichen, sächsischen Umweltministeriums da bemüht.

    Und ausgezeichnet wird sogar ein Braunkohleverstromer ... wohl aber mehr für das Solarwärme- und Quatierskonzept am Brühl. Ein Vorhaben zu dem man trotz Fördermitteln (Herr Warner, eins, sagt es) nicht einmal konkrete, langfristige Wärmepreise benennen kann. Die dezentrale Energiewende eben doch keine Sache der eins energie? Junge, engagierte Mitarbeiter hätten hier langfristiges, erfolgreiches Engagement verdient!

    Weniger gab es die Auszeichnung der Umweltallianz wohl für den Kohleausstieg, der in der Tat ein paar Jahre eher stattfinden soll, als bei den Großen von RWE & Co. Die Grünen Stadträte begrüßen das, nie aber ohne den Verweis, dass auch dies den Herausforderungen des Pariser Abkommens noch nicht genügt. Aber das kann in Chemnitz noch werden.

    Ja, warum aber steigt die eins energie überhaupt aus der Kohle aus? Ja, bester Herr Wunderlich von der IHK, eben WEIL es die wirtschaftliche Lösung ist, sich von der unflexiblen und bei Sonne und Wind nicht einfach so abschaltbaren Kohleverstromung zu verabschieden. Denn "kleine Gaskraftwerke", die da in den nächsten Jahren entstehen werden, sind da einfach die bessere Lösung - wirtschaftlich und ökologisch zugleich. Das aber genau ist auch die große Linie im Bund. Was also soll daher die unkonkrete Anspielung von Herrn Wunderlich in Richtung Berlin?

    Warum aber soll es nun auch im Interesse der eins energie sein, dass auch andere, also die großen Energiekonzerne, aus der Kohle aussteigen? Leider bleibt auch diese Aussage im FP-Beitrag ohne Kontext stehen.
    Auch hier ist es eben (vorrangig) das wirtschaftliche Interesse. Wenn auch andere Kohlekraftwerke vom Netz gehen müssen, dann steigen die Börsenstrompreise, im selben Kontext sinken die EEG-Umlagen. Bei höheren Börsenpreisen aber kann die eins energie ihren Strom teurer verkaufen. Gut für den Betrieb und die Region.

    Aber was ist das eigentlich Lobenswerte beim Engagement der eins energie - von dem leider im Beitrag nichts steht? Es ist die Abscheidung von zig Kilogramm Quecksilber aus den Rauchgasen, die bei der eins energie positiv gelöst ist. Hier werden die Grenzwerte seit 1 - 2 Monaten wohl eingehalten. Eine Leistung, gegen die die großen Erzeuger zusammen mit dem Freistaat Sachsen noch meinen, wegen angeblich überzogener Anforderungen, klagen zu müssen. Leider ist bei dieser Klage auch die eins energie weiter mit dabei.
    Wann verabschiedet sich die eins energie also von der Klage? Herr Wunderlich, im Interesse des wirtschaftlichen Erfolgs sollten auch Sie die eins energie dazu auffordern. Und im Übrigen auch die Stadträte und Gesellschaftervertreter der Stadt, denen ökologische und wirtschaftliche Interessen des Regionalversorgers eins energie vorrangig sein sollten, gegenüber der Strukturwahrung der deutschen Kohlewirtschaft.

    Bisher legen nur die Grünen den Finger in die Wunde; und die haben mit ihren schon seit Jahren vorgetragenen Fragen zum Quecksilberausstoß im Hintergrund auch etwas bewirkt. Ebenso wie die Anfragen zum Kühlwasserbedarf aus den Flüssen der Region, zumal in diesen ewig langen Trockenzeiten, nicht ohne Wirkung bleiben werden.



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