Was von der Landesgartenschau in Frankenberg übrig bleibt

Vier Wochen vor Ende der Ausstellung laufen die Planungen für den Rückbau auf Hochtouren. Für die beiden großen Parkplätze gibt es schon Ideen.

Frankenberg.

Der 6. Oktober wird der letzte Tag der 8. Sächsischen Landesgartenschau sein. Dank Überschreitung der angepeilten Besucherzahl von 300.000 ist das Gartenfestival schon jetzt eine Erfolgsgeschichte, sagen die Organisatoren. Über die Anzahl hinaus seien die beiden Erlebnisareale an der Zschopau und entlang des Mühlbachs ein Beitrag zum Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung.

"Wenn wir einen milden Winter bekommen, sollte der Rückbau Ende 2019 fertig sein", sagte der Beigeordnete Ralf-Peter Regner. Die Pläne dafür seien längst fertig. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Nach der Schließung der Schau ab 7. Oktober sollen zunächst Zäune, Tore und Kassenhäuschen abgebaut werden. Verschwinden sollen auch die circa 20 Container auf dem 10,8 Hektar großen Gelände. Die Überdachung über der Hauptbühne müsse ebenso dran glauben. Zu den zu demontierenden "fliegenden Bauten" gehörten auch alle Einrichtungen des Gastroservice GSM. Er müsse zudem die Blumenhalle verlassen. Ist dort auch die letzte Wechselbepflanzung weggeräumt, beginne der Innenausbau zum geplanten Museum Zeit-Werk-Statt. Das soll im April 2020 eröffnen, als flankierender Beitrag Frankenbergs zur regionalen Ausstellung über 500 Jahre Industriekultur in Sachsen.

Auch baulich tut sich einiges in der Stadt, bevor die Frankenberger die beiden grünen Lungen in Dauerbesitz nehmen können: So soll der provisorisch asphaltierte Vorplatz am Auenweg wieder zur Rasenfläche werden. Nur ein schmaler Streifen für zwei, drei haltende Busse bleibe. Der zentrale Gartenschau-Parkplatz Am Damm werde ebenfalls wieder grün. Die Beete mit einjährigen Pflanzen sollen neu gestaltet werden. Pflanzkübel und Bänke bekommen teils neue Plätze. "Die Spielplätze stehen spätestens im nächsten Frühjahr zur öffentlichen Verfügung", so Regner.

"Die Landesgartenschau ist auch ein Beitrag zum heute so wichtigen Klimaschutz", ergänzte Jochen Heinz, einer der beiden Geschäftsführer der Schau. So binden etwa die circa 500gepflanzten Bäume, der dauerhaft angelegte, 400 Quadratmeter große Heidegarten und die rund 15.000 Sträucher, die in den Boden kamen, Kohlendioxid. Industriebrachen und versiegelte Flächen sind im Gegenzug aus dem Stadtbild verschwunden. Darüber hinaus wirkt sich insbesondere das neu gestaltete Mühlbachtal positiv auf das Stadtklima aus.

Die "Paradiesgärten" verbinden als grüne Achse nicht nur die historische Innenstadt und die Wohngebiete im Osten Frankenbergs. "Der von Südosten nach Nordwesten fließende Mühlbach ist heute auch ein Frischluftkorridor quer durch die Stadt", erklärte der Beigeordnete Regner. Voraussetzung dafür war der Abriss von fünf Gebäuden, die als Ensemble wie ein störender Pfropf gewirkt haben. Seit aber die alte Mühle, die Färberei, das Kaufhaus, die Reißerei und ein Wohngebäude verschwunden sind, ströme frische Luft ungehindert in die Stadt.


Organisatoren erwarten den 333.333. Besucher

Die Landesgartenschau in Frankenberg hat die angepeilte Besucherzahl von 300.000 vorfristig erreicht. "Es sieht so aus, als ob wir in der nächsten Woche sogar den 333.333. Gast werden begrüßen können", sagte Jochen Heinz, einer der zwei Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft Frankenberg. Die Zahl 300.000 wurde immer wieder als entscheidende Marke zum Erreichen der schwarzen Null genannt. Bis zum Mittwoch zählte die Gesellschaft in Frankenberg 103.200 Besucher, die eine der 8600 verkauften Dauerkarten besitzen und mehrfach die beiden Areale des Festivals ansteuern. Darüber hinaus wurden 222.000 Tageskarten verkauft.

Zum Vergleich: Bei der Schau 2015 in Oelsnitz wurden 415.000 Gäste gezählt. 2012 in Löbau waren es sogar 480.000.

Die nächste Landesgartenschau findet 2022 in Torgau statt. Jochen Heinz, der bisher alle sächsischen Landesgartenschauen geplant hat, wird dies nun erneut tun. "Ich habe schon für Torgau zugesagt", erklärte er. Weitere Informationen zur Landesgartenschau gibt es im Internet. (dahl)www.freiepresse.de/laga2019

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