Wegen Sicherheitsbedenken: Berliner American-Football-Team sagt Spiel in Chemnitz ab

Chemnitz.

Die Ereignisse in Chemnitz haben nun auch Auswirkungen auf geplante Sportveranstaltungen. Die für Sonntag angesetzte Partie der American-Football-Oberliga der Männer zwischen den Chemnitz Crusaders und den Berlin Kobras sowie die gleichlautende Begegnung der A-Junioren fallen aus. Die Hauptstädter haben ihre Reise nach Chemnitz wegen Sicherheitsbedenken abgesagt, informiert der Chemnitzer Verein.

Die Abteilungs-Chefin der Berlin Kobras bestätigt das auf Anfrage von "Freie Presse." Nach den Demonstrationen und Auseinadersetzungen der vergangenen Tage in der Chemnitzer Innenstadt hätten vor allem Eltern der Spieler, die für die A-Jugend-Mannschaft auflaufen, Bedenken angemeldet, sagt Babette Schrankenmüller. "Wir sind eine Multi-Kulti-Mannschaft und haben auch viele dunkelhäutige Spieler im Team." Sie ergänzt: "Wir haben keine Bedenken um die Sicherheit im Stadion, aber sorgen uns um die Situation bei der An- und Abreise."

Weil sich die Bedenken der Eltern im Wochenverlauf verstärkt hätten, habe man eine Vorstandssitzung einberufen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber die Verantwortung war uns zu groß", sagt Schrankenmüller. In der Herrenmannschaft, in der es ebenso viele Spieler mit ausländischen Wurzeln gebe, habe es auch Widerspruch gegen die Absage gegeben. "Die Sportler hatten sich auf die Partie in Chemnitz gefreut. Das waren immer faire Begegnungen", sagt die Abteilungs-Chefin. Sie hoffe darauf, dass sich die Situation in Chemnitz beruhige und das Spiel zeitnah nachgeholt werden könne. Falls das nicht möglich sei, wolle ihr Verein versuchen, die Partie in Berlin austragen zu lassen. "Wir würden dann auch die Fahrtkosten für die Chemnitzer übernehmen." (lumm)

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