Weihnachtsbaum amtlich vermessen

Mit einem 3D-Laser- scanner haben Ingenieure die Höhe der Fichte aus dem Vogtland ermittelt. Das festgestellte Ergebnis ist ein neuer Rekord.

Rund 30 Meter sei der diesjährige Weihnachtsbaum groß, hieß es bei der Aufstellung am Samstagabend. Der erste Zwischenstand auf dem Tablet in Toni Wüstenhagens Händen zeigte gestern Vormittag jedoch ein ganz anderes Ergebnis: "24 Meter", sagt der 20-Jährige, der eine Ausbildung zum Vermessungstechniker absolviert. Sein Arbeitgeber ist ein Chemnitzer Ingenieurbüro, das wie in den vergangenen Jahren von der Stadt mit dem Vermessen des Weihnachtsbaums auf dem Marktplatz beauftragt wurde. Dafür sind traditionell die Lehrlinge zuständig.

Bei der endgültigen Auswertung am Nachmittag muss das amtliche Ergebnis dann jedoch nach oben korrigiert werden: 28,43 Meter. Die Fichte aus dem Vogtland ist damit der größte Festbaum seit Beginn der Messungen im Jahr 2009, sagt Alexander Neumeister, Abteilungsleiter bei dem Ingenieurbüro. Eine konkrete Verwendung finden die Zahlen aber nicht. "Die Werte wandern jetzt erst einmal in unsere Statistik", sagt Neumeister. Für die Lehrlinge sei es zudem eine schöne Abwechslung im Arbeitsalltag.

Dass das erste Messergebnis kurz zuvor noch einen niedrigeren Wert angezeigt hatte, erklärt sich Neumeister damit, dass das Gerät zum ersten Mal verwendet wurde. Neu ist auch der 3D-Laserscanner. Optisch kommt das Gerät ganz unscheinbar daher: Eine Kugel, nicht größer als die ausgestreckte Hand eines Erwachsenen, sitzt auf einem schmalen dreibeinigen Stativ. Der Scanner verfügt über drei Kameras, die den Baum zunächst detailgenau fotografieren. Der 3D-Laser erfasst in einem weiteren Schritt den Baum. Die Daten werden per Funk vom Scanner an das Tablet übermittelt und von dort auf den Büroserver übertragen. Dort entsteht das Laserbild, das das exakte Messergebnis zeigt.

An insgesamt sechs Standorten um den Baum wird für je fünf Minuten gemessen. Wüstenhagen steht dabei sein Ausbilder Ramtin Keshtkar Rezaei zur Seite. Der Ingenieur aus dem Iran arbeitet seit Juli in Chemnitz und vermisst zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum. Ob er das merkwürdig findet? "Nein", antwort er und fügt hinzu: "Ich mag Weihnachten und respektiere die Traditionen anderer Länder."

Video vom Aufstellen des Baumes

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...