Weil Fahrer fehlen: Erneut Ausfälle im Nahverkehr

Schon seit Monaten haben Bus- und Bahnunternehmen Personalprobleme. Dabei sollten die Sommerferien eigentlich für Entspannung sorgen.

Um den Ausfall von Bus- und Straßenbahnfahrern zu kompensieren, war der städtische Nahverkehrsbetrieb CVAG dieses Jahr erstmals bereits im Februar vorübergehend zum Sommerferien-Fahrplan übergegangen. Seit Montag ist dieser Fahrplan nun wieder regulär in Kraft, laut dem die Busse und Bahnen in größeren Abständen verkehren - so beispielsweise nur alle 15 anstatt wie außerhalb der Ferien alle zehn Minuten. Trotzdem warten Fahrgäste mitunter vergeblich an Haltestellen, weil nicht alle vorgesehenen Fahrten stattfinden.

"Betriebsbedingter Ausfall" heißt das in den Verkehrsinformationen der CVAG, die sich jeder aufs Smartphone senden lassen kann. Zudem kündigt der Nahverkehrsbetrieb auf seiner Internetseite an, dass die Straßenbahnen auf den Linien 1 und 2 voraussichtlich noch bis Mitte Dezember verkürzt nur bis zur Zentralhaltestelle und nicht über die Brückenstraße fahren. Das sei dem immer noch anhaltenden Mangel an Fahrpersonal geschuldet, heißt es zur Begründung. Durch die Verkürzung beider Linien könnten pro Tag drei Fahrer sowie eine Straßenbahn eingespart werden. Die Änderung war Anfang März eingeführt worden, um trotz Personalmangels stabile Verbindungen zu gewährleisten, und sollte nur bis zum Ende der Sommerferien am 16. August gelten.


Fehlendes Personal zwingt nicht nur die CVAG, sondern auch die City-Bahn-Gesellschaft zu Einschränkungen. Deren Chemnitz-Bahn-Linie C13 verkehrt seit Montag nur noch zwischen dem Chemnitzer Hauptbahnhof und Burgstädt. Der Streckenabschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und der Wendeschleife am Technopark wird nicht bedient - laut Ankündigung voraussichtlich bis 31. August. Leider habe sich die "Verfügbarkeit bei unserem Fahrpersonal wieder in den negativen Bereich entwickelt", heißt es dazu auf der Homepage der City-Bahn. Von insgesamt 54 Lokführern des Unternehmens sind acht im Urlaub und vier weitere krank geworden, erklärt Falk Ester, Pressesprecher des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), auf Nachfrage. Um die Anzahl spontaner Zug-Ausfälle auf allen Chemnitz-Bahn-Linien zu verringern, hätten sich die Betreiber zur vorübergehenden Verkürzung der C13 entschlossen. Diese Linie sei ausgewählt worden, weil dort Bahnen zurzeit ohnehin nur zwischen Hauptbahnhof und Technopark verkehrten. Denn zwischen dem Hauptbahnhof und Burgstädt pendeln wegen Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Blankenauer Straße voraussichtlich noch bis 19. September Busse im Schienenersatzverkehr.

Die Verantwortlichen des VMS gehen davon aus, dass sich die Personalsituation im August wieder entspannt. Denn im kommenden Monat sollen die ersten von insgesamt 45 Lok- und Straßenbahnführern, die seit September 2018 bei der City-Bahn ausgebildet werden, eingesetzt werden können. "Wenn die neuen Triebfahrzeugführer gestaffelt ab Mitte August zum Einsatz kommen, werden solche Beeinträchtigungen der Vergangenheit angehören", verspricht VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus.

Solche Ankündigungen gab es auch schon von der CVAG. Im März hatte Unternehmenssprecher Stefan Tschök vor Stadträten in Aussicht gestellt, der Verkehrsbetrieb könne im Mai alle offenen Fahrerstellen besetzen. Im Juni sollten dann zehn, im Juli zwölf und im August 17 neu ausgebildete Fahrer mehr verfügbar sein als unbedingt erforderlich - vorausgesetzt, alle bestehen ihre Prüfungen, der Krankenstand bleibt niedrig und niemand kündigt, so Tschök im März.

Aufgrund kurzfristiger Krankmeldungen ließen sich personalbedingte Ausfälle noch immer nicht jeden Tag ausschließen, sagt der Sprecher jetzt. Doch auch bei der CVAG sei Entspannung in Sicht - zumindest was Busfahrer betrifft. Mehrere Quereinsteiger befänden sich derzeit noch in Ausbildung und könnten eingesetzt werden, sobald sie sogenannte Lehrfahrdienste absolviert haben. Zahlen und Termine nannte der Sprecher nicht.

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