Welche Grundschulen am beliebtesten sind

Unterricht beginnt am Montag wieder - Anmeldezahlen liegen für Erstklässler vor - Mehr Platz wird benötigt

Burgstädt.

Die Anmeldezahlen für die künftigen Erstklässler an den Grundschulen in der Region liegen vor. Außerdem beginnt am Montag wieder der reguläre Schulbetrieb in der Coronakrise. "Freie Presse" beantwortet dazu Fragen.

Gibt es in der Region genug Schüler, um erste Klassen bilden zu können?

Ja. Seit 2013 ist ein gewisser Anstieg der Geburtenzahlen in Sachsen zu verzeichnen. 2013 waren es 34.800, 2016 sogar knapp 38.000, 2018 knapp 36.000 Kinder. Die Anzahl schwankt - aber auf einem höheren Niveau als in den Jahren davor, als es im Durchschnitt 33.000 Geburten gab. Das heißt: Diese Jahrgänge kommen jetzt und in den kommenden Jahren in die Schule. Also gibt es genug Erstklässler, um überall eine Klasse bilden zu können.

Wie fallen die Zahlen konkret aus?

Die Goetheschule in Burgstädt hat mit 54 die meisten Anmeldungen. Das liegt auch daran, dass die Stadt die meisten Anwohner im Vergleich zu den anderen Gemeinden hat. Allerdings fällt auf, dass die Grundschule in Mohsdorf jedes Jahr etwa genauso viele Anmeldungen hat. "Das liegt an der familiären Atmosphäre", sagt eine zweifache Mutter, die beide Kinder dort eingeschult hat. Schulleiterin Gaby Hanisch freut sich über die Resonanz. Tatsächlich gibt es jetzt etwa 145 Schüler, ab neuem Schuljahr dann rund 150. Pro Klassenstufe werden jeweils zwei Klassen unterrichtet, nur in der dritten Klasse gibt es eine. Auch die Mühlauer Heinrich-Heine-Schule hat mit 35 Anmeldungen mehr als im Vorjahr, sodass zwei Klassen gebildet werden können. "Wir freuen uns über den Zuspruch", sagt Schulleiterin Susann Schreckenbach. Vor zwei Jahren habe die Schule schon einmal Kinder in zwei erste Klassen eingeschult. Damit stieg die Anzahl der Schüler auf aktuell 98. In den anderen Orten gibt es ebenfalls genug Anmeldungen. Gefordert werden vom Kultusministerium 15 Erstklässler für die Bildung einer ersten Klasse. In der Johann-Esche-Grundschule Köthensdorf beispielsweise wurde 2015/16 keine erste Klasse gebildet, weil drei Schüler fehlten.

Welche Rolle spielen bei der Einschulung Schulbezirke?

In Lichtenau hat der Gemeinderat Schulbezirke je nach Bedarf verändert, um genug Erstklässler für die Schulen in Auerswalde, Niederlichtenau und Ottendorf zu erhalten, sagt Bürgermeister Andreas Graf. Aber dies sei dieses Jahr nicht nötig, weil es ausreichend Anmeldungen gibt. "Das ist ein gutes Signal", fügt er hinzu. Das liege an höheren Geburtenzahlen und Zuzügen. Es gibt die Bezirke Auerswalde, Niederlichtenau (mit Gebieten Oberlichtenau und Merzdorf) und Ottendorf (mit Garnsdorf, Krumbach und Biensdorf). Ähnlich wird es anderorts gehandhabt. Burgstädt hatte früher mit Mühlau und Taura einen Schulbezirk gebildet. Zurückgehende Schülerzahlen zwangen dazu, weil nicht mehr überall genügend Kinder für eine erste Klasse da waren. Damals wurden Kinder aus dem Burgstädter Ortsteil Herrenhaide in Köthensdorf eingeschult. Seit 2018 bilden Mühlau und Burgstädt einen Schulbezirk sowie Taura einen.

Können alle Erstklässler ihre Wunschschule besuchen?

Bisher ja. Obwohl die Anmeldungen in Mühlau (35) die Kapazitäten der Schule übersteigen, ist dort aber geplant, das Dachgeschoss der Grundschule zu einem Klassenzimmer umzubauen. Da je Klasse nicht mehr als 28 Kinder unterrichtet werden dürfen, müssen zwei Klassen gebildet werden. Die Gesamtanzahl der Klassen steigt damit von derzeit fünf auf sechs. In der Einrichtung gibt es zurzeit nur fünf Klassenzimmer. Die Gemeinde sei verpflichtet, Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen, sagt Bürgermeister Frank Petermann. Kinder aus Mühlau in Burgstädt einzuschulen, sei aufgrund fehlender Kapazität dort nicht möglich. Die Anmeldezahlen wurden zuletzt im März erfasst, sagt Lutz Steinert vom Landesamtes für Schule und Bildung.

Wann erhalten die Eltern die entsprechenden Bescheide?

Das erfolgt spätestens zum 4. Juni. Wegen möglichen Umzügen und Rückstellungen kann sich bis zum Sommer noch einiges verändern, sagt Sprecher Steinert. Erfahrungsgemäß würden Eltern ihre Kinder an staatlichen Schulen anmelden, die eigentlich an einer freien Schule lernen sollen, dort einen Platz aber noch nicht sicher haben. Auch wird manchmal ein Wechsel in eine Förderschule nötig.

Welche Veränderungen sind wegen der Coronakrise zu erwarten?

Ab Montag beginnt überall wieder der Schulbetrieb. Auf Schul-Homepages stehen Hinweise zu Elternbriefen. So fanden am Donnerstag Elternabende in der Mühlauer Schule statt. Dort wurde informiert, dass Ganztagsangebote und Arbeitsgemeinschaften in diesem Schuljahr nicht mehr stattfinden. Außerdem gab es Infos zu Gesundheitsbestätigung, Speiseplan und Unterrichtsablauf. Die Mohsdorfer Schule gewährt am Montag Einlass ab 7.20 Uhr - nur mit Mund-Nasen-Bedeckung. Je nach Klassenstufe gelangen die Schüler über den Haupt- oder Hofeingang in die Schule. An der Köthensdorfer Schule gibt es ähnliche Regeln. Informiert wird, dass der Unterricht nur von der ersten bis vierten Stunde stattfindet. Die Gemeinde Lichtenau hat für alle Eltern Infos auf der Internetseite zusammengestellt. Alle Schulleiter verweisen auf die strikte Trennung der Klassenstufen. bj

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