Weltreise mit den Geschmacksnerven

Das dritte Street-Food-Festival lockte am Wochenende zahlreiche Chemnitzer auf den Neumarkt. Kritik gab es nur im Detail.

Die Konkurrenz war nicht von schlechten Eltern. Am Freitag und Samstag wetteiferten die Veranstalter des Street-Food-Festivals mit dem Kosmonaut am Stausee, gleich am gesamten Wochenende mit dem Sachsenring-Grand-Prix. "Das hätte man auch ein bisschen glücklicher legen können", sagte Simone Börner, die mit ihrer Tochter am Samstag über den Neumarkt schlenderte. Die entspannte Atmosphäre, der Bummel zwischen den Food Trucks mit Spezialitäten aus aller Herren Länder - der Chemnitzerin gefiel es. "Außerdem ist es auch für die Innenstadt gut, wenn mal bisschen was los ist." Selbst probierte sie ein indisches Curry, Mini-Pancakes sowie Eis, das mit flüssigem Stickstoff schockgefroren wurde. "Schmeckt cremiger als normales Eis", sagte sie. Für sich und ihre Tochter habe sie etwa 35 Euro ausgegeben. "Mit der Summe haben wir im Vorfeld auch in etwa gerechnet."

Katharina Kirchhof fand dagegen ihr Philly-Cheese-Sandwich für 7,50 Euro "ein bisschen teuer und ein bisschen trocken". Das sei allerdings zu verschmerzen, da der Veranstalter, die Walhalla-Events-Gesell-schaft aus der Oberpfalz, auch bei seinem dritten Aufenthalt in Chemnitz keinen Eintritt erhoben habe. Zum Vergleich: Beim Street-Food-Festival auf dem Hartmannplatz im April waren drei Euro Eintritt fällig. "Das fand ich dort schon ein bisschen dreist, denn die Preise an den Ständen waren ja dadurch nicht niedriger", sagte Ralf Edelmann, ein anderer Besucher. Mit der Vielfalt auf dem Neumarkt war er sehr zufrieden. "Nur der eine Stand aus dem vergangenen Jahr, an dem es verdammt leckeres Roastbeef gab, den habe ich diesmal vermisst." Dass die Geschmäcker beim Angebot auseinandergehen, ist wenig überraschend. "Mir ist es insgesamt deutlich zu burgerlastig", befand Sebastian Langer, der sich mit seiner Freundin chinesische Hefeklöße - Baozi genannt - schmecken ließ. Tobias Feig entschied sich dagegen für einen Burger - einen vom erstmals auf dem Neumarkt vertretenen Neuseeland-Stand, mit schwarzen Brötchen. "Die sind mit Sepia gefärbt, was am Geschmack allerdings nichts ändert", sagte der 31-Jährige. Seine Frau Jacqueline hatte sich für Lángos entschieden. Sowohl sie als auch ihr Mann fanden das Festival allerdings vergleichsweise klein, wie sie betonten. "Letztes Jahr gab es mehr Stände", sagte Tobias Feig.


Zu den Experimentierfreudigen, die den kulinarischen Wert von diversen Insekten ergründeten, zählte Horst Rudolph. Der gebürtige Karl-Marx-Städter, der in der Wendezeit nach Freiburg gezogen ist, seine Heimatstadt aber von Zeit zu Zeit besucht, testete Heuschrecken. Exotisches Essen? Nicht für ihn, der es genau umgekehrt sah. "Ich mag gerade klassische Dinge. Und dazu gehören auch Heuschrecken, die in der Natur hierzulande ja vorkommen." Sein Urteil fiel positiv aus. "Ein leichter Hauch nach Sägespäne, aber ansonsten frittiert gut essbar. Nur mit dem Preis haderte er. "Zwei Stück für 3,50 Euro. Das ist wirklich nur etwas zum Ausprobieren."

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