Wenn die Kehrmaschine plötzlich entgegenkommt

Ein Reinigungsfahrzeug ist mitten in der Nacht und dann auch noch auf der entgegengesetzten Fahrspur unterwegs. Aber ist das erlaubt?

Gablenz/Adelsberg.

Der Adelsberger Frank Ludwig traute seinen Augen kaum - um dann schnell auf die Bremse zu treten. Vor wenigen Tagen ist er eine Stunde vor Mitternacht auf dem Südring in Richtung Augustusburger Straße unterwegs gewesen. Er war nicht allein. Vielmehr war sein Auto mit vier Personen voll besetzt, wie er der "Freien Presse" schildert. Zwischen Zschopauer Straße und Abzweig Carl-von-Ossietzky-Straße kam ihm eine Kehrmaschine entgegen und zwar auf seiner Fahrspur.

Da die Straße in diesem Abschnitt eine leichte Rechtskurve aufweise, habe er nicht sofort erkannt, dass das Reinigungsfahrzeug tatsächlich auf seiner Richtungsfahrbahn unterwegs ist. "Ich musste ein gefährliches Ausweichmanöver auf die andere Spur vollführen", so Ludwig. Wäre er kurz unaufmerksam gewesen, "hätte das zu einem Frontalzusammenstoß geführt", fürchtet der Adelsberger. Bei ihm ist es beim Schreck geblieben. Dennoch fragt er sich, ob es rechtens ist, dass die Kehrmaschinen nachts entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind.

Ist es, sagt Beate Bodnar, Sprecherin des städtischen Reinigungsbetriebes ASR, der auch für die Straßenreinigung zuständig ist. Bodnar antwortet mit der Straßenverkehrsordnung. Paragraf 35 regele deutlich, dass Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung der Straßen und Anlagen oder der Müllabfuhr dienen, auf allen Straßen und auf jeder Straßenseite in jeder Richtung zu allen Zeiten fahren und halten dürfen soweit das der Einsatz erfordert. Voraussetzung sei, dass sie durch weiß-rot-weiße Warneinrichtungen gekennzeichnet sind. Diese reflektierenden Markierungen seien an den ASR-Fahrzeugen angebracht, versichert die Sprecherin.

Technisch bedingt sei es gar nicht in jedem Fall möglich, dass die Kehrmaschine in Fahrtrichtung unterwegs ist, so Bodnar. Außerdem fahre das Reinigungsauto lediglich mit einer Geschwindigkeit von acht bis elfKilometern pro Stunde. Um auf sich aufmerksam zu machen, seien die Fahrzeuge im Einsatz zusätzlich durch mehrere gelbe Rundum- beziehungsweise Blitzleuchten gekennzeichnet. Aus diesen Gründen müsse es anderen Autofahrern möglich sein, rechtzeitig zu reagieren.

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