Wertloser Geldschein wird zum Verkaufsschlager

"Null Euro" steht auf der Banknote, die als Souvenir im Archäologiemuseum verkauft wird. Sammler bestellen davon ganz bestimmte Exemplare.

Der schöne Schein ohne Wert verkauft sich recht gut: Innerhalb von vier Monaten sind 2074 Exemplare der Null-Euro-Banknoten über den Ladentisch, respektive die Museumstheke, gegangen. Das Archäologiemuseum smac hat sie Ende August in einer Erstauflage von 5000 Stück herausgegeben. Der Schein zeigt die Fassade des früheren Kaufhauses Schocken am Stefan-Heym-Platz und einen im Museum ausgestellten Faustkeil aus Feuerstein. 2,50 Euro kostet solch ein Null-Euro-Schein.

Mit der hohen Nachfrage habe das Archäologiemuseum gar nicht gerechnet, wie Pressesprecherin Jutta Boehme einräumt. Man plane sogar, eine weitere Auflage in Auftrag zu geben, sobald die erste Charge vergriffen ist. Etwa 700 Stück sind in Chemnitz an Besucher im Museumsshop verkauft worden. Der wesentlich größere Anteil der verkauften Exemplare wurde aber nach E-Mail-Bestellungen versandt, so Boehme. Besonders erstaunt sei das Museum über Großbestellungen von Sammlervereinigungen gewesen, die mehr als 100 Stück der Null-Euro-Scheine auf einmal gekauft haben. So habe eine französische Sammlergemeinschaft noch vor dem Druck der ersten Banknoten 300 Exemplare bestellt, eine weitere Sammlervereinigung fragte nach 185 Scheinen. Die übrigen Scheine gingen in kleineren Mengen an Interessenten aus ganz Deutschland. Die Sammler bitten bei der Bestellung häufig um bestimmte Seriennummern, insbesondere die Zahlen 0001 bis 0099, Schnaps- und Jahreszahlen seien gefragt, erklärt Boehme.

Der Souvenirschein wird auf ähnlichem Papier gedruckt, wie das bei offiziellen Banknoten der Fall ist, und besitzt auch gängige Sicherheitsmerkmale wie das Wasserzeichen, Hologramm oder Kupferstreifen, erläutert Gonzague Cunningham, der Geschäftsführer der Berliner Firma, die die Souvenirscheine herstellt. Bezahlen könne man damit jedoch nicht.

Die Idee des Null-Euro-Scheins stammt vom französischen Geschäftsmann Richard Faille, der bereits ein vergleichbares Konzept mit Gedenkmünzen entwickelt hat. Seit 2015 werden sie in Museumsshops und Touristenzentren Frankreichs verkauft. Im Jahr darauf folgten die ersten Null-Euro-Banknoten in Deutschland. Inzwischen existieren mehr als 1500 verschiedene Motive, die in über 22 Länder Europas verbreitet sind, so Cunningham.

In Chemnitz gab es den Null-Euro-Schein vor der smac-Auflage noch nicht. Vorreiter in Sachsen waren Schloss Moritzburg sowie die Burgen Kriebstein und Mildenstein. Dort verzeichnete man auch Erfolge: Für die Kriebstein-Variante gab es 4000 Vorbestellungen, von der Mildenstein-Version wurden in der ersten Woche 2800 Stück verkauft.

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