Wie die Post Pakete künftig schneller ausliefern will

In einem Neubau auf dem Hilbersdorfer Bahnhofs- gelände sollen eingehende Sendungen bald automatisch sortiert werden. Profitieren wird davon aber nicht die gesamte Stadt.

Hilbersdorf.

Noch ist nicht allzu viel zu sehen in dem gelben Quader, den der Dinslakener Unternehmer Walter Hellmich derzeit im Auftrag der Deutschen Post DHL auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs in Hilbersdorf errichtet. In dem 103 Meter langen und 43 Meter breiten Gebäude sollen auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern eingehende Pakete in Zukunft automatisch nach Adressen geordnet werden.

Die erste mechanisierte Zustellbasis der Region - die zweite in Sachsen - soll, so der Plan, in der Vorweihnachtszeit in Betrieb gehen. Erster Spatenstich war im Februar. Wie Andreas Söhnel, Leiter der Post-Niederlassung Leipzig, beim Richtfest gestern betonte, könnten die Sendungen dadurch bis zu einer Stunde schneller als bislang beim Adressaten sein. Über die Kosten für den Bau macht das Unternehmen trotz Nachfrage keine Angaben.

Jedes Paket, egal von wo aus versandt, das eine Chemnitzer Adresse erreichen soll, landet zunächst im Paketzentrum Neumark im Vogtland. Dort werden die eingegangenen Sendungen vorsortiert und per Lkw in die jeweiligen Zustellbasen vor Ort transportiert. Wie viele es davon in Chemnitz gibt und wo sich diese befinden, daraus macht die Post ebenfalls ein Geheimnis. Von diesen Knotenpunkten aus transportieren die Zusteller die Pakete schließlich zu den Adressaten - nachdem sie sie zuvor entsprechend ihrer Tour sortiert haben.

Genau dieser manuelle Schritt soll in Hilbersdorf nun entfallen. Stattdessen werden die Pakete auf einem Rundlauf zunächst gescannt, bevor sie je nach Ergebnis in einer von insgesamt 60 Kastenrutschen landen, die zu 33 Toren führen, erzählt Söhnel. An diesen bräuchten die Zusteller die Pakete bloß noch in ihre Transporter einladen. "Das wird sicherlich eine Erleichterung bedeuten. Auch körperlich, weil die Rutschen 80 Zentimeter über dem Boden enden und man sich deshalb nicht mehr so viel bücken muss", sagt Zusteller und Depotleiter Sven Türschmann.

Söhnel zufolge passen insgesamt 200 Pakete gleichzeitig auf alle Rutschen. Bis zu 12.000 Paketsendungen soll die Anlage pro Tag automatisch sortieren können. Die im Neubau künftig für die Auslieferung zuständigen Paketboten - insgesamt50 - werden zum Teil neu eingestellt. Aber auch Übernahmen von den anderen Zustellbasen, die bestehen bleiben sollen, seien geplant. Letztlich wird nur ein Teil der Chemnitzer von der schnelleren Zustellung profitieren - konkret sind dies Bewohner der Stadtteile Zentrum, Gablenz, Sonnenberg, Yorckgebiet, Hilbersdorf und Borna, für das die neue Basis zuständig ist.

Bundesweit hat die Deutsche Post DHL nach eigenen Angaben bislang 73 mechanisierte Zustellbasen in Betrieb genommen - allesamt Neubauten - und dafür rund 750 Millionen Euro investiert. Grund dafür ist Unternehmenssprecherin Tina Birke zufolge der boomende Internethandel. So würden an einem normalen Werktag mittlerweile vier Millionen Pakete zugestellt, in der Weihnachtszeit noch deutlich mehr. Noch vor zwei Jahren habe die Zahl bei 3,6 Millionen pro Tag gelegen. Auch die Kapazitäten der Paketzentren, von denen es 34 in Deutschland gibt, würden in diesem Zusammenhang sukzessive ausgebaut. Weitere entsprechende Baumaßnahmen in Chemnitz seien derzeit aber nicht geplant.

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