Wie ein Container-Dorf funktioniert

In Meinersdorf ist alles für die Ankunft von Flüchtlingen vorbereitet - Unterstützung soll es für die Bewohner etwa bei Sprachproblemen geben

Meinersdorf.

Schlafen, kochen, Körperpflege - für die reine Infrastruktur hat der Erzgebirgskreis in der Asylunterkunft im Meinersdorf gesorgt. Jetzt muss das Containerdorf im Gewerbegebiet mit Leben gefüllt werden. In dieser Woche sollen die ersten 50 Asylbewerber einziehen. "Freie Presse" erklärt, wer welche Aufgaben hat.

Wie ist die Ausgangslage?

Das Containerdorf als solches deckt die Grundbedürfnisse ab, verfügt jedoch über wenig Aufenthaltsqualität. "Wir wollen Leute in den Ort holen", sagt Burkhardtsdorfs Hauptamtsleiterin Beate Hock. Burkhardtsdorf hält diesbezüglich eher Sport- und Kulturinfrastruktur vor, Thalheim verstärkt Geschäfte. So gibt es in Burkhardtsdorf eine Begegnungsstätte mit Fahrradwerkstatt sowie in fußläufiger Erreichbarkeit eine Turnhalle mit Bolzplatz. "Bei Bedarf können wir dort auch einen kleinen Spielplatz realisieren", sagt Burkhardtsdorfs Bürgermeister Thomas Probst (CDU).

Was bietet das Rote Kreuz?

Das Rote Kreuz als Betreiber der Anlage wird sich mit vier Mitarbeitern zudem um die Sozialbetreuung kümmern. Zwei der vier Mitarbeiter sprechen arabische Dialekte und sollen als Ansprechpartner dienen und erste Hilfestellungen für den Alltag geben.

Welche Rolle spielt die Polizei?

Ein Bürgerpolizist wird im Ort die Augen offen halten und zugleich auch als Ansprechpartner für den Wachdienst fungieren. Im Bedarfsfall rücken Beamte von der Polizeiwache Stollberg in Richtung Meinersdorf aus. Zudem stellt Revierleiter André Regner in Aussicht, das DRK bei einer Fahrradschule zu unterstützen.

Was können die Helferkreise beitragen?

Holger Röhle vom Burkhardtsdorfer Helferkreis bietet dem Roten Kreuz an, die Bewohner vom bestehenden Helfernetzwerk profitieren zu lassen. Der Thalheimer Helferkreis könne eingebunden werden. "Wir legen einen verstärkten Fokus auf Freizeitgestaltung", sagt Röhle. Auch Deutschunterricht könne angeboten werden.

Was können die Kommunen tun?

Burkhardtsdorf bietet Unterstützung bei Übersetzungen mittels einer syrischen Mitarbeiterin an, Thalheim diverses Mobiliar aus der Notunterkunft im Erzgebirgsbad. In der ehemaligen Meinersdorfer Grundschule, die zu einem Vereins- und Gemeindezentrum ausgebaut werden soll, sind konzeptionell zudem Räume zur Flüchtlingsbetreuung vorgesehen.

Wie können sich die Asylbewerber einbringen?

Zunächst sollen die Bewohner beim Aufbauen von Außenmöbeln helfen. "Später können sie einige Hausmeisterhilfstätigkeiten im Containerdorf übernehmen", sagt Frank Steeger, stellvertretender DRK-Geschäftsführer. Zudem können sich die Geflüchteten auch beim Grünschnitt oder unterstützenden Winterdienst im Ort einbringen. Dafür stünden bis Jahresende noch sechs sogenannte Beschäftigungsmöglichkeiten zu Verfügung.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 1
    0
    HolgerLischge
    23.08.2016

    Na das ist ja schön geschrieben, klingt ja nahezu so, als könnten die Meinersdorfer ihre Migranten kaum erwarten, lach, lach. Mein bester Kumpel wohnt in Meinersdorf und eine grosse Mehrheit hat jetzt schon den Kanal gestrichen voll. Man kann ja mittlerweilen aus Erfahrung sprechen, das die Chance extrem groß ist, das die Bereicherung in einer Problemzone in Endlosschleife endet. Man braucht sich ja nur mal Chemnitz ansehen, für mich schon an gewissen Stellen zu No Go Areas verkommen.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...