Wie es in Pandemie-Zeiten um die Feuerwehr bestellt ist

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Die Einsatzbereitschaft von Brandbekämpfern muss auch in Zeiten von Corona sichergestellt sein. Dazu ist nicht zuletzt auch ein bestimmtes Maß an Improvisation gefragt.

Neukirchen.

Auf sie ist Verlass, auch in Pandemie-Zeiten. Mit dieser Aussage stimmen alle Freiwilligen Feuerwehren (FF) überein. Doch einfach ist es für sie nicht immer. Denn die Folgen der Corona-Beschränkungen machen auch ihnen zu schaffen.

Bei der FF Neukirchen finden seit Oktober vergangenen Jahres keine Ausbildungsdienste mehr statt. "Lediglich die Gerätewartung wird einmal wöchentlich durchgeführt", sagt Wehrleiter Thomas Baldauf und fährt fort: "Eine Integration von Quereinsteigern oder von Jugendfeuerwehrleuten, die in die Einsatzabteilung wechseln, ist dadurch nicht möglich. Außerdem habe ich Bedenken, dass bei der Jugendfeuerwehr der eine oder andere die Lust verliert." Allerdings bleibe ihm die Hoffnung, dass sich die bisherige Kinder- und Jugendarbeit auszahlt und dass die, die sich bisher engagiert hatten, sich auch später einmal wieder einfinden.

Für betriebsfremde Personen gilt ein generelles Betretungsverbot der Feuerwache. Im Einsatz sind OP- oder FFP2-Masken obligatorisch. "Wir versuchen den Kontakt zu Menschen weitestgehend zu reduzieren", sagt Baldauf. So werden dafür beispielsweise auch die jeweils benötigten Einsatzkräfte auf möglichst viele Fahrzeuge verteilt. Weiterhin gehört zu den Schutzmaßnahmen vor einer Corona-Infektion, dass Einmalanzüge getragen werden, wenn bei einem Patienten ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht. "Uns stehen weiterhin auch zwei Fahrzeuge mit sogenanntem Hygieneboard zur Verfügung, die mit Seife und Desinfektionsmittel ausgestattet sind", sagt der 41-Jährige und resümiert: "Die Kameraden verhalten sich vorbildlich, um stets einsatzbereit zu bleiben."

Johann Seifert von der FF Burkhardtsdorf beklagt die fehlende regelmäßige Routine: "Seit Mitte Oktober haben wir keine Ausbildungsdienste mehr gemacht", so der 26-jährige Ortswehrleiter. Zudem hat er Sorgen, dass einige Kinder aus der Jugendfeuerwehr austreten werden, weil sie den Bezug zur Feuerwehr verlieren. Abgesehen vom Einsatzfall oder von den Gerätewarten gilt ein generelles Betretungsverbot der Feuerwache. Allgemein besteht auch bei der FF Burkhardtsdorf während eines Einsatzes Maskenpflicht. "Wir haben außerdem auf allen vier Fahrzeugen Schutzanzüge dabei, die wir allerdings noch nie gebraucht haben", sagt Johann Seifert.

Seit dem Ausbruch der Pandemie werden zum Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus auch regelmäßig die Fahrzeuge, Funkgeräte und Tragen desinfiziert. Johann Seifert erklärt: "Die Einsatzbereitschaft war immer gewährleistet. Dafür wird auch das Notwendige getan. Allerdings fällt dadurch die Kameradschaft weg." Sollte doch einmal der Fall eintreten, nicht einsatzfähig zu sein, dann würde die nächste Ortsfeuerwehr einspringen.

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