Wie Kinder ihre Anliegen einbringen können

Rund 100 Grundschüler haben im Rathaus Mitbestimmung geübt. Konkrete Ideen wollen sie jetzt in ihren Schulen diskutieren.

Seine Meinung sagen, wenn etwas falsch läuft, eine Beschwerde vortragen oder eine Idee einbringen sind Dinge, die heute nicht mehr nur von Erwachsenen erwartet werden. Sei es in der Kita, in der Schule oder auch in der Stadt: Viele Institutionen sind bemüht, mehr auch die Meinung von Kindern zu hören und ernst zu nehmen.

Doch diese Kompetenzen müssen erst einmal gelernt werden. Darauf hat die Kinderkonferenz abgezielt, die zu Wochenbeginn im Rathaus stattfand. Rund 100 Kinder aus Grundschulen - eingeladen waren alle Grundschulen der Stadt, egal in welcher Trägerschaft - nahmen daran teil. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Ute Spindler, sagte, Chemnitz habe sich zwar darin verbessert, den Wünschen und Bedürfnissen von Kindern Gehör zu schenken. Trotzdem gebe es bei dem Thema noch Reserven.

Unter dem Motto "Mitwirken, Mitmachen, Mitgestalten" - kurz MMM - wurden den Schülern sechs verschiedene Workshops angeboten. Sie mussten sich nur für einen entscheiden. Geleitet wurden die Arbeitsgruppen durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Chemnitz, des Kinderhilfswerkes Unicef, der Stadtbibliothek und den freien Trägern der Jugendhilfe Inpeos, Solaris FZU und dem Netzwerk für Kultur und Jugend.

Im Workshop "Meine Stimme zählt" sprachen die Kinder darüber, wie sie ihre Vorschläge und Ideen einbringen können. Ausgangspunkt war das Szenario, dass der Lehrer einen Ausflug ins Museum machen möchte, die Kinder das aber nicht wollen. In einem anderen Workshop beschäftigten sich die Kinder mit dem Thema Mobbing. Was tun, wenn mich jemand eine blöde Kuh nennt? "Dann kann ich antworten, dass ich keine Kuh, sondern ein Huhn bin", trug ein Mädchen vor allen Kindern die Ergebnisse des Workshops vor. Die Leiterin der Arbeitsgruppe wollte noch wissen, ob man Rache nehmen und die Kinder, die andere mobben, mit denselben Methoden bestrafen sollte. "Nein", sagte das Mädchen, "weil es dann immer schlimmer wird."

Eine weitere Gruppe befasste sich mit dem Schulessen und vergab zunächst Noten dafür. Von Note 1 bis 6 waren alle dabei. Dann sammelten die Kinder Vorschläge, wie das Schulessen verbessert werden könnte. Die Teilnehmer des Workshops versprachen, sich nun in ihren Schulen für die Umsetzung der Vorschläge - zum Beispiel mehr Abwechslung, mehr Gemüse, nicht so fettig und mehr Ruhe beim Essen - stark zu machen.

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