Vor OB-Wahl in Chemnitz: Wie lange noch die Nummer 3 im Osten?

Trotz relativ guter Wirtschaftsdaten und vermehrten Zuzugs aus dem Ausland entwickelt sich die Einwohnerzahl weit weniger dynamisch als die anderer Städte. Zäsuren in den Jahren nach der Wiedervereinigung wirken sich bis heute aus. Wie lässt sich da gegensteuern?

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1212 Kommentare
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  • 5
    7
    AliceAndreas
    17.09.2020

    Vielleicht liegt das Problem für Chemnitz ja auch ganz einfach am Umland!!

    Wenn ich aus einem anderen Bundesland kommen würde und in Chemnitz Arbeit finde - wozu sollte ich dann nach Chemnitz ziehen?
    ... egal ob hübsche Dörfer oder attraktive Kleinstadt - ob nun Richtung Erz, oder Flöha oder Limbach.
    Man kann sich ins Auto setzen, eine der vielen Landstraßen oder Autobahnen nutzen, und ist in "20" Min auf Arbeit.

    Für die, die kein Auto nutzen wollen, bauen wir in alle Richtungen das Chemnitzer Modell aus!

    Also liegt vllt auch das "Problem" für die Stadt Chemnitz am Guten Umfeld und der Guten Erreichbarkeit.

  • 10
    6
    lax123
    17.09.2020

    Das Problem wurde gut beschrieben und hier kommentiert. Leider traue ich keinem der Kandidaten zu, tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die gesamte Verwaltung ist veraltet hierarchisch, duckt sich weg. Keiner will Verantwortung tragen.
    Am ehesten braucht es hier frischen Wind aus der freien Wirtschaft, die wissen wie es vorwärts geht. Erbsenzähler, Düsseldorfer Muddies und Sozialhomöopathen, nein danke.

  • 14
    0
    Klemmi
    17.09.2020

    @macxs: Betrachten Sie den Fernbahnanschluss mal aus der Perspektive des Standortvorteils und weniger aus der Sichtweise des fahrplantechnischen Feinschliffs. Wenn Städte und Gemeinden im Erzgebirge auf Tourismus setzen (müssen), dann sollte die Erreichbarkeit, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sogut es geht ausgebaut sein. Zudem meine ich nicht den alleinigen IC-Anschluss von Chemnitz, sondern auch von Zwickau und Plauen. Beides sind Hochschulstandorte und Städte vergleichbarer Größe im Westen verfügen über einen derartigen Anschluss. Geschlossen gegenüber der Bundes- und Landeregierung gegenüber zu treten und das Vertrauen in dieser Angelegenheit in Frage zu stellen ist wirksamer, als wenn Chemnitz allein die "Drecksarbeit" macht. Ich erinnere da an das geschlossene Auftreten erzgebirgischer Kommunen, gegenüber der alten Landesregierung, wie schnell Dresden zurückrudern musste- ein vorzügliches Beispiel.

  • 10
    0
    macxs
    17.09.2020

    Es ist überaus schwierig, in der ältesten Großstadt Europas (vom Altersdurchschnitt her) mehr Zuzug und Geburten zu generieren, die den hohen Sterbeanteil der überdurchschnittlich vielen Alten ausgleichen sollen. Man muss sich vor Augen halten, dass in Chemnitz Ende der 80er Jahre über 360.000 Menschen wohnten (wenn man das heutige Stadtgebiet mit Eingemeindungen zugrunde legt), d. h. 1/3 der Bevölkerung, ganz überwiegend junge Leute auch mit Kindern haben in den 90ern Chemnitz verlassen, da besonders hier viele Jobs weggefallen sind. Schaut man sich mal die Verteilung der Frauen und Männer an, kann man insbesondere feststellen, dass es >10% weniger Frauen im mittleren Alter gibt, sprich in den 90ern haben überdurchschnittlich viele junge Frauen Chemnitz verlassen (Frauen sind normalerweise offener, die Heimat zu verlassen, als Männer). Das sieht man auch sehr deutlich im Nachtleben, insbesondere aber, wenn man das mit Städten vergleicht, die eine ausgewogene Verteilung haben.

    Schaut man sich die Bevölkerungsentwicklung an kann man derzeit 27% über 65jährige sehen, demgegenüber stehen 10% im Alter von 0-14 Jahren.
    Hier könnte eine Chance liegen: Mit einer Berufsakademie, die vielleicht besonders gut und viele Krankenschwestern und in der Pflege ausbildet, könnte man wieder mehr junge Frauen nach Chemnitz locken.
    Man muss sich eingestehen, dass ohne eine viel größere Uni und vielleicht noch eine Berufsakademie oder Fachhochschule in naher Zukunft nicht viel wachsen wird. Angesichts dieser Zahlen ist es ohnehin verwunderlich, dass Chemnitz bzgl. der Einwohnerzahl stabil geblieben ist. Der große Zuzug kam hier sicherlich aus dem Erzgebirge und dem Umland.

    Ich würde einem neuen OB allerdings nicht so viel Macht zuschreiben, dass er die Bevölkerungsstruktur derart massiv ändern kann, dass die Einwohnerzahl signifikant steigt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.


    @Klemmi: wieso soll sich denn die Region um Chemnitz um einen Fernbahnanschluss in Chemnitz bemühen? Das ist doch das Gegenteil, was die wollen. Eine Fernbahn hält doch dann eben nicht mehr in der Region um Chemnitz. Damit verlieren die eher noch ihre Taktung am Regionalnetz.

  • 2
    7
    acals
    17.09.2020

    Für mich war dieser letztlich wertvolle Beitrag eher kein Artikel, sondern ein Kommentar. Wie die Zahlen interpretiert werden - das macht jeder Chemnitzer mit sich selbst aus. Will man bei der FP "Meinung kreieren" dann bitte auch als Kommentar plazieren.

    Letztlich beisst sich Herr Müller durchaus selber - denn vor kurzem berichtete er über eine hohe Zustimmung zu Legislaturen von BabaLu - während heute viel Entsetzen über die Chemnitzer Situation zum Ausdruck gebracht wird.

    Als Kommentar würde ich mir wünschen, welchen Zusammenhang es zwischen diesen obigen Befindlichkeiten und der Wertschätzung des/der ranghöchsten Vertreterin unserer Kommune gibt. Mag sein, dieser existiert gar nicht?

  • 21
    1
    Klemmi
    17.09.2020

    Der Einfluss auf diese bedenkliche Entwicklung liegt zweifelsfrei in der Verantwortung des Chemnitzer Rathauses- nach meiner Meinung allerdings nur teilweise. Was Image und Erscheinungsbild betrifft, gibt es noch Platz nach oben. Ob nun das Erscheinungsbild und die Erschließung der äußeren Bezirke, da gibt es Handlungsbedarf und auf die Bedürfnisse der Bürger sollte stärker eingegangen werden. Die andere Hälfte der Verantwortung für diese Entwicklung liegt ganz klar auf Bundes- und Landesebene. Hier ist die Stadt, aber auch die Region um Chemnitz dürftig bis garnicht vernetzt. Bei der Debatte um den skandalösen Zustand der Fernbahnanbindung, ist Chemnitz oft auf weiter Flur alleine und die umliegenden Mittelzentren und Kommunen scheinen sich mit diesem Zustand abgefunden zu haben. Hier fehlt es offensichtlich an Vertretern, die Chemnitz und die Region mehr berücksichtigen und deren Forderungen durchbringen, auch im Hinblick auf Ansiedlung von Industrie und Wirtschaft oder bundesbehördlichen Institutionen, wo auch ein Ungleichgeweicht zugunsten von Leipzig und Halle herrscht. Ich würde behaupten, Halle und Mageburg sind Nutznießer von Berlin und das trifft zu Teilen auch auf Leipzig zu. In Berlin herrscht ein Lohnniveau wie in den alten Bundesländern und in Magdeburg und Halle sind die Mieten vergleichsweise moderat, dazwischen gibt es eine gute Infrastruktur auf Straße und Schiene. Chemnitz sollte sich der Bewerbung zur Kulturhauptstadt stellen, dabei den Fokus wieder mehr auf die Kernelemente der Stadt richten: Wissenschaft und Wirtschaft und weniger abstrakter Kunst. In weiterer Folge sollte sich Chemnitz, den überspannten Bogen in Hinsicht auf Mietpreise und Wohnraum, wie es in Leipzig der Fall ist, zu Nutzen machen und Strategien entwickeln, um in Zukunft leistbaren, komfortablen Wohnraum anbieten zu können und nicht das Potential an windige Wohnraumspekulanten zu überlassen. Denn Chemnitz hat viel Fläche, der Wohnkomfort ist um einiges höher. Als Fazit: Chemnitz muss sich wieder mehr als Oberzentrum etablieren, um so gemeinsam mit der Region Perspektiven zu schaffen.

  • 16
    12
    neuhier
    17.09.2020

    @Mascinenbauer: Ich sehe nicht, wo in Chemnitz einseitig auf Kunst und Kultur gesetzt wurde. Ich kann mich noch gut erinnern, wie bei der freien Kulturszene in dem Jahr gekürzt wurde, als man das Stadion bauen musste.

  • 16
    9
    Maschinenbauer
    17.09.2020

    Ich stimme Mike1969 nicht zu. Die Schuld in Dresden oder woanders zu suchen ist zu kurz gegriffen. Die Probleme von Chemnitz sind hausgemacht und Ergebnis einer verfehlten Strategie. Die Mittel und Personen so stark auf Kunst und Kultur zu fokussieren ist unklug. Dafür wurden Schwimmhallen geschlossen, Turnhallen abgerissen und Gewerbeansiedlungen vernachlässigt. Es gab und gibt in Chemnitz innerhalb der Stadtverwaltung keinen Verantwortlichen für Wirtschaft bzw. Verkehr (i.S.v. Verkehrsanbindung). Die CWE (außerhalb der Stadtverwaltung) mit guten Leuten wurde zur Veranstaltungsagentur umgepolt und hat wenig Befugnisse. Hier waren andere Städte cleverer. Wenn sich die OB beklagt, dass Dresden oder Leipzig bei Wirtschaftsansiedlungen bevorzugt werden, dann muss sie sich fragen lassen was sie selbst aktiv dafür getan hat. Chemnitz sollte stark und selbstbewusst sein seinen Weg zu gehen, ohne immer nach Dresden oder Leipzig zu schielen. Das Potential ist mit dem Schwerpunkt Forschung und Wirtschaft da. Am Sonntag werden die Weichen für einen Neuanfang gestellt.

  • 18
    5
    Nixnuzz
    17.09.2020

    Keine Ahnung welche personellen oder strategischen Chemnitz oder weitergehend Mitteldeutschland hat. Habe zufällig die Pressekonferenz von Söder und Altmaier in München gesehen. Alles moderne, zukunftsträchtige und finanzbringende nur noch in und nach Bayern. Ich dachte, Hr. Söder ruft gleich seinen Brexit aus und hebt mit seinem Land Raketengleich aus der Reihe der Bundesländer komplett ab. Beim Länderfinanzausgleich wird von da gemosert, bei der Reinholung von Strassenbau-Programmen wird organisiert aber dem Eisenbahn-Tunnel-Anschluß zum Gothardt fehlt die Zielvorgabe. Modernste Technik/Elektronik - nur Bayern. Beste Schulen/Unis - nur Bayern. Die meisten Mitteldeutschen - nur nach Bayern? Aufbau "Ost" - wo für?... Und Altmaier steht daneben...gemeinsam CSU und CDU/CSU... Wer spricht da eigentlich für Deutschland inklusive aller 16 Bundesländer? Hr. Söder als gefühlter Bundeskanzler!??? "Bavaria first" - drumrum sonst hamma nix!

  • 46
    4
    DS91
    17.09.2020

    Chemnitz fürchtet und den Status der dritt größten Stadt in Ostdeutschland!
    Es wäre ein sichtbares Zeichen wie es um die Entwicklung der Stadt bestellt ist. Dabei ist nicht nur Chemnitz allein für die Entwicklung verantwortlich. Während aus der Stadtgesellschaft immer neue Impulse kommen und die Stadt viel für eine positive Entwicklung beiträgt, ist dennoch nicht alles Gold was glänzt. So liegt die Mutlose Gestaltung der in den letzten Jahren entwickelten Baufelder und Gebäude definitiv in städtischer Verantwortung.
    Aber auch von Land und Bund wurde Chemnitz sträflich vernachlässigt. So hat Chemnitz eben keine neue große geförderte wirtschsftsansiedlung erhalten, die Uni wurde im Gegensatz zu Leipzig und Dresden klein gehalten und ein ICE oder eine direkte Flughafen Anbindung fehlt auch komplett.

    Auch größere Medien fehlen, MDR findet man nur in den Landeshauptstädten und in Halle und Leipzig. So kann Chemnitz durch die wenige Präsenz in den Medien schnell zum Spielball werden.

    Kulturhauptstadt 2025 ist eine Chance dies alles zu korrigieren und die Stadt dorthin zu bringen wo Sie hingehört - auf die europäische Landkarte.

    Chemnitz du hast es verdient.

  • 51
    1
    Mike1969
    17.09.2020

    Selbst Frau Merkel ist überrascht, dass Chemnitz keinen vernünftigen Schienenanschluss hat. Hammer! Und in Dresden bei unserer Landesregierung findet man es eben normal. So hängt man eine Stadt wie Chemnitz im übertragenen und tatsächlichen Sinne ab! Schämt Euch in Dresden in der Landesregierung!!!!

  • 34
    10
    KMS1983
    17.09.2020

    Dass die Bevölkerungszuwanderung in den Amtsjahren der OB nicht gestiegen ist, ist für mich das größte Versagen. Klar, wer jahrelang nur sagt, dass Chemnitz schrumpft und altert, muss sich nicht wundern, wenn es dann auch keinen mehr gibt, der Gegensteuern will. Und daran wird auch die Kulturhauptstadtberwerbung nichts ändern. Da helfen nur gut bezahlte Industriearbeitsplätze, eine Perspektive für die Uniabsolventen und eine Prioritätenänderung in der Verwaltung. Ich hoffe der oder die neue OB setzen dort endlich an.