Wie Limbach-Oberfrohna zu seinem Stadtpark kam

Die Anlage glich am Sonntag einem Rummelplatz. Denn die Einwohner feierten zwei Jubiläen. Doch ganz ungetrübt war die Freude nicht.

Limbach-Oberfrohna.

Schon früh am Morgen war der Parkplatz am Stadtpark gut gefüllt. Dafür gab es zwei Anlässe: Seit 60 Jahren gibt es den Tierpark, den Stadtpark bereits seit 125 Jahren. Das lockte Tausende Gäste an. Besonders für Kinder gab es zahlreiche Aktionen, und viele davon erneut kostenfrei, wie vor einer Woche beim Limbacher Familientag in der Innenstadt. "Das ist schön, dass Kinder hier so viel umsonst machen können", sagte Annegret Winkler, die mit ihren Söhnen extra aus Chemnitz gekommen war. Im Tierpark entfiel der Eintritt für die kleinen Besucher ebenfalls.

Auch im Stadtpark gab es Aktionen für Kinder, vom Karussell fahren über eine Märchenlandschaft bis hin zu Riesenseifenblasen. Für Aufsehen sorgte ein bunter Heißluftballon, der auf der Wiese vor der Parkschänke im wahrsten Sinne des Wortes betreten werden konnte. "Für die meisten ist ein Ballon am Himmel immer nur ein kleiner Punkt", sagte Johannes Reichert, Pilot und Geschäftsführer eines Ballonfahrten-Unternehmens aus Hohenstein-Ernstthal. Mit dem begehbaren Ballon wollte er Besuchern die Möglichkeit geben, ein Gefühl für die Größe zu bekommen. Es handelte sich beim dem Exemplar um einen ausgedienten Ballon, dem die vielen Füße auf dem Stoff nichts mehr ausmachten.

Vor 125 Jahren hatte der Obst- und Gartenbauverein beschlossen, einen Stadtpark anzulegen und pflanzte am 24. Oktober 1894 die Gründungseiche. "Limbach hatte damals 6000 Einwohner und der Park entstand aus rein bürgerschaftlichem Engagement", erläuterte Anke Hoffmann. Sie ist Landschaftsarchitektin, seit 2007 verantwortlich für die Parkseminare im Schloss Wolkenburg und seit einem Jahr auch für die gartendenkmalpflegerische Rahmenkonzeption des Stadtparks. Etliche Interessierte nutzten am Sonntag die Gelegenheit, an Hoffmanns Führung zur Historie des Stadtparks teilzunehmen. Am Brunnen begann die Landschaftsarchitektin die Zeitreise zu Teilen des insgesamt 7,4 Hektar großen Areals, in dem 768 Bäume in 110 verschiedenen Arten wachsen. Als erstes führte sie die Teilnehmer zur Sommerlindenallee, die 1894 als Verlängerung der Parkstraße den offiziellen Eingang in den Stadtpark bildete. Hoffmann berichtete unter anderem weiter von der Teichschänke, die 1901 errichtet und 1928 in "Strandcafé" umbenannt wurde und die 1988 abgebrannt ist.

Unter den Teilnehmern der Führung war ein Mann, der sie, wie er behauptete, auch selbst hätte halten können. "Aber gefragt wurde ich nicht", sagte Bernd Voit. Er ist der Vorsitzende des Stadtparkfördervereins, den er 2015 gegründet hat. Zu den Jubiläumsveranstaltungen sei er allerdings nicht ausreichend eingebunden worden, sagt er. "Unsere Motivation lässt auch langsam nach", so Voit. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, werde der Verein im November aufgelöst. Von den anfänglich 13 Mitgliedern sind jetzt noch neun übrig. "Es scheint so, als wenn bürgerschaftliches Engagement nicht gewünscht ist. Von daher ist unser Auftrag erloschen", erklärt Bernd Voit. Die Vereinsmitglieder hätten in der Vergangenheit pflegerische Arbeiten im Park übernommen und die Fassaden des Pumpenhauses gestrichen, erläutert er. "Einen Dank haben wir dafür aber nie bekommen", sagt Voit.

Ronny Friedrich, Sachgebietsleiter Stadtmarketing und Freizeit,, dementierte das. Es habe bereits 2018 Gespräche mit dem Förderverein über eine Kooperation zu "125 Jahre Stadtpark" gegeben. "Wir sind doch für jeden Verein dankbar, der sich aktiv einbringen will", sagt Friedrich. Doch nach mehrmaliger Nachfrage beim Stadtparkförderverein sei er davon ausgegangen, dass entweder Interesse oder Kapazitäten für eine Mitarbeit fehlten. "Da war keinesfalls böser Wille im Spiel. Bei uns stehen die Türen für den Verein immer offen", machte Friedrich klar. Er bedauere es, dass sich der Verein womöglich auflöst und hofft, dass sich vielleicht doch noch ein paar Mitstreiter finden, denen das grüne Herz der Stadt am Herzen liege.


Der Oberbürgermeister als Pinguin

Ein schwarz-weißer Overall, gelbe Stofffüße, das Gesicht professionell geschminkt: Es hat nur eine Viertelstunde gedauert, um Jesko Vogel, Oberbürgermeister von Limbach-Oberfrohna, am Sonntag in einen Pinguin zu verwandeln. Wer es nicht vorher wusste, hatte Mühe, ihn überhaupt zu erkennen. "Ich schwitze wie verrückt", sagte er schon nach ein paar Minuten in der Sonne. Trotzdem hielt er durch und seinen Wetteinsatz von der Sportabzeichentour ein - eine Stunde lang im Kostüm durch den Tierpark schlendern. Bei der Stadtwette hatten im Juni mehr als 500Bürger gemeinsam zum Lied "Come to L.-O." getanzt. (effi)

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