Wie Oelsnitz Pläne von Chemnitz unterstützen will

Im Erzgebirge gibt es verschiedene Ideen, was die Region zur Bewerbung von Chemnitz um den Titel Kulturhauptstadt beitragen kann. Jetzt gab es Künstlerbesuch.

Oelsnitz.

Als am Mittwochnachmittag eine Kulturhauptstadt-Delegation aus internationalen Künstlern mit Verspätung hinter dem Bergbaumuseum in Oelsnitz ankam, hieß es: "Es tut uns leid. Die Leute in der Region sind so nett, die wollten uns gar nicht mehr gehen lassen."

Die Gebäude des ehemaligen Schachtgeländes waren gezielt als Stopp auf der Künstlerreise gewählt. "Hier soll sich 2025 unser Beitrag zur Kulturhauptstadt abspielen", so Oelsnitz' Bürgermeister Bernd Birkigt. Was genau vorgesehen ist, erläuterte der Kurator Alexander Ochs: "Wir wollen aus mehreren Industrieruinen ein neues Gebäude errichten." Sprich aus dem Schrott von Abrissgebäuden aus verschiedenen Orten soll in Augustusburg ein neues Gebäude entstehen. So solle Industriegeschichte bewahrt werden. Ochs weiter: "Wir wollen so die Situation der Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgreifen." Wie genau das neue Gebäude aussehen wird, steht nicht fest, auch nicht welche Häuser abgerissen werden sollen. Ein Kandidat dafür steht in Oelsnitz: Halle 18, das verfallene Schachtgebäude hinter der alten Schachtschmiede. Nach dem Abriss könnte dort ein Kulturort entstehen. Doch den Gebäuden des ehemaligen Kaiserin-Augusta-Schachtes kommen weitere Verwendungsmöglichkeiten zu. Im früheren Kontorhaus soll Anastasia Khoroshilova, eine Fotokünstlerin aus Russland, arbeiten. Sie will Menschen, die eine Beziehung zu den Abrissgebäuden haben, porträtieren. Ihre Werke sollen, so die Pläne, in einer ehemaligen Schachthalle gezeigt werden.

Service: Mehr zur Künstlertour gibt es unter www.freiepresse/kuenstlertour.

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