Wie sich Einbrüche verhindern lassen

Polizei und Anbieter von Sicherheitstechnik haben auf einer Messe Schutz- vorkehrungen vorgestellt. Im Vordergrund standen Türen und Fenster.

An diesem Wochenende hat es Adorf getroffen. Von einer ganzen Serie von Einbrüchen und Einbruchsversuchen in Geschäfte und Büros in dem Ortsteil von Neukirchen und im benachbarten Jahnsdorf berichtete die Polizei in den vergangenen Tagen. Gut möglich, dass das Interesse an Sicherheitstechnik zum Schutz vor Eindringlingen darauf hin wieder zunehmen wird. Eine Gelegenheit, sich darüber zu informieren, bestand am Samstag und Sonntag in der kleinen Halle des Veranstaltungszentrums Kraftverkehr an der Fraunhoferstraße. Auf einer vom Landeskriminalamt Sachsen anlässlich des bundesweiten Tages des Einbruchschutzes initiierten Messe standen Polizeibeamte und Vertreter von zehn einschlägigen Fachfirmen den Besuchern Rede und Antwort zu einbruchhemmenden Fenstern und Türen, Alarmanlagen und Videoüberwachung. Da die Anzahl der Interessenten überschaubar blieb, konnten sich diese ohne Wartezeit und Gedränge ausgiebig von den Experten beraten lassen.

"Bei mir ist zum Glück noch nichts passiert, aber man hört ja immer wieder von Einbrüchen", begründete Renate Möbius aus Penig ihr Kommen. Die Möglichkeit, sich für die Sicherung ihres Hauses zuerst kompetente Ratschläge von der Polizei und anschließend entsprechende Angebote von Firmen zu holen, fand sie sehr angenehm. Auch Stefan Blasko aus Chemnitz-Reichenhain versprach sich für eine Immobilie, die er demnächst kaufen will, Tipps für den besseren Schutz vor Einbrechern.

Türen und Fenster sollten einem Einbruchsversuch mindestens drei Minuten standhalten, erklärte Polizeihauptmeisterin Kathy Seyferth von der Chemnitzer Polizeilichen Beratungsstelle an der Brückenstraße. Denn nach dieser Zeit würden Einbrecher meist schon aufgeben. Entsprechend einbruchshemmend müssten aber alle Fenster und Türen sein, die für die Kriminellen leicht zu erreichen sind. "In der Regel sind das die Türen und Fenster zum Keller, zum Erdgeschoss und Hochparterre", so die Beamtin. Doch wenn Einbrecher beispielsweise mithilfe einer Leiter, die auch vom Nachbargrundstück stammen kann, leicht auf ein Garagendach gelangen können, müssten auch höher gelegene Fenster gesichert sein.

Damit die Sicherheitstechnik auch hält, was sie verspricht, empfiehlt die Polizei schon bei Neubauten die Verwendung von Türen und Fenstern mit bestimmten Widerstandsklassen und den Einbau durch zertifizierte Fachfirmen, wie sie für die Messe ausgewählt wurden. "Diese Firmen werden vom Landeskriminalamt überprüft und regelmäßig geschult, ihre Mitarbeiter müssen Führungszeugnisse nachweisen", so Kathy Seyferth. Bevor Sicherheitstechnik an älteren Häusern nachgerüstet wird, biete die Polizeiliche Beratungsstelle kostenlose Hausbesuche an, bei denen Schwachstellen aufgezeigt und Lösungen empfohlen werden. "Wir verkaufen aber nichts", sagt die Beamtin. Die Hausbesuche müssten zunächst schriftlich beantragt werden, die Termine dafür würden dann telefonisch vereinbart.

Frank Gruß, Geschäftsführer der Chemnitzer Firma Gruß Sicherheitssysteme, rät für Einfamilienhäuser als Grundstein immer zu mechanischen Sicherungen an Fenstern und Türen. Steigern lasse sich der Schutz mit Alarmanlagen und als "i-Tüpfelchen" mit Videoüberwachung. Hausbesitzer oder Mieter erfahren dann auf ihrem Mobiltelefon, dass gerade jemand bei ihnen zu Hause eindringen will. "Wer aber weiter von seinem Haus entfernt ist, sollte die Alarmanlage mit einer Wachschutzfirma oder mit Nachbarn verbinden", so Gruß. Für die Nachrüstung eigneten sich am besten kabellose Funk-Alarmanlagen, für Neubauten kabelgebundene.

Als Alternative oder Ergänzung zu einbruchshemmenden Fenstern und Türen schlägt Hans-Dieter Uhlmann, Fachberater beim Bauelementevertrieb Heim und Haus in Chemnitz, einbruchshemmende Rollläden vor. Diese ließen sich selbst bei nachträglicher Montage über dem Fenster nicht von außen aufhebeln. Es gibt Varianten aus Kunststoff und Aluminium, mit Handkurbel, (Solar-)Stromantrieb und Funkfernbedienung.

Polizeiliche Beratungsstelle Brückenstraße 12, 09111 Chemnitz, Sprechzeit Dienstag und Donnerstag 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr, Telefon 0371 3872990.

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