Wildschäden: Rathaus hält sich mit Hilfe zurück

Chemnitzer Kleingärtner müssen sich auch künftig hauptsächlich selbst vor Rehen und Waschbären schützen. Nur eines will die Stadtverwaltung tun.

Altendorf.

Kleingärtner, deren Parzellen von Rehen, Waschbären und anderen Wildtieren heimgesucht werden, können auch weiterhin nur in sehr begrenztem Umfang mit Unterstützung aus dem Rathaus rechnen. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung hervor, die "Freie Presse" zu dem Thema auf Nachfrage erhalten hat.

Auslöser waren Klagen von Kleingärtnern in der Anlage "Kapp- ler Hang" gewesen, die sich in Altendorf in der Nähe des Kaßbergs befindet. Dort würden schon seit Jahren Rehe, die offenbar auf unbewirtschafteten Grundstücken auf dem Kaßberg leben, Blüten, Knospen, Früchte und Rinde von Bäumen fressen. Auch Schäden durch Waschbären seien schon festgestellt worden.

Der Kleingartenbeirat des Stadtrates hatte diese Klagen aufgegriffen und in seiner jüngsten Sitzung der Stadtverwaltung eine Reihe von Empfehlungen unterbreitet, um den Kleingärtnern zu helfen. Vorgeschlagen wurden die Anschaffung von Fallen für Waschbären zur Ausleihe an Gartenbesitzer und -pächter, die Vermittlung von Jägern zum fachgerechten Töten der Tiere, finanzielle Unterstützung durch die Stadt beim Schließen von Umzäunungen um Kleingartenanlagen sowie die Suche nach Lösungen zur Bewirtschaftung von Brachflächen. Er habe den Eindruck gehabt, dass diese Empfehlungen im Rathaus positiv aufgenommen wurden, sagte Stadtrat Hans-Joachim Siegel (Linke), der Vorsitzende des Kleingartenbeirates.

Doch die Stadtverwaltung bestätigt lediglich, dass kurzfristig noch eine oder zwei Fallen für Waschbären und andere Raubtiere gekauft werden sollen, um sie zu verleihen. Jäger, die Kleingärtnern sachkundig zur Seite stehen, könnten nicht durch die Stadtverwaltung, sondern müssten privat verpflichtet und bezahlt werden. Zehn Waidmänner hätten sich dazu bereit erklärt. Auch für die Instandsetzung von Umzäunungen von Kleingartenanlagen habe die Stadt kein Budget, heißt es weiter aus dem Rathaus. Und die Bewirtschaftung von nichtkommunalen Brachflächen auf dem Kaßberg durch die Stadtverwaltung sei nicht Gegenstand der Beratung mit dem Kleingartenbeirat gewesen, sondern nur am Rande erwähnt worden.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...