Windräder: Firma stellt Abgabe in Aussicht

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Unternehmen plant drei Anlagen und bietet Gemeinden Geld dafür an

Jahnsdorf/Neukirchen.

Falls die Firma Juwi ihre drei Windräder bei Leukersdorf bauen darf, könnte die Gemeinde Jahnsdorf jährlich bis zu 27.000 Euro erhalten. Weitere 27.000 Euro würden auf die umliegenden Gemeinden Neukirchen, Chemnitz und Erlbach-Kirchberg verteilt. Das sagte Felix Wächter, ein Sprecher des Unternehmens. Hintergrund ist eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Der Bundestag hat die Änderung 2020 beschlossen, um die Akzeptanz der Windkraft in den Kommunen zu erhöhen. Die Windkraftbetreiber können sich die Abgabe später aus einem EEG-Topf zurückholen.

In der Januar-Sitzung hatten die Jahnsdorfer Gemeinderäte die Juwi-Pläne abgelehnt. Und auch das Angebot über 27.000 Euro dürfte an dieser Haltung wenig ändern, vermutet Jahnsdorfs Bürgermeister Albrecht Spindler: "So wahnsinnig hoch ist der Betrag nicht." Er weist darauf hin, dass es sich um keine Pauschale handelt. Wie viel Juwi tatsächlich zahlt, hängt von der Leistung der drei Räder ab. Hinzu kommt: Aus Rücksicht auf Rotmilane und Fledermäuse könnten die Räder zwischen März und Oktober zeitweise stillstehen. Das geht aus einer Projektskizze der Firma hervor. Dabei spielen auch Windgeschwindigkeiten und die Lufttemperatur eine Rolle. Letztlich entscheidet das Landratsamt über Juwis Antrag. Geprüft werden der zu erwartende Lärmpegel und die Belastung durch Schattenwurf.

Die Gemeinde hatte sich in ihrer Stellungnahme unter anderem auf einen 1000-Meter-Mindestabstand berufen. Die Juwi-Anlagen würden darunter liegen. Diese 1000-Meter-Grenze hat die Landesregierung zwar schon angekündigt, aber noch nicht gesetzlich verankert. Ab wann der Abstand gilt und ob er auch auf Projekte zutrifft, die schon in Planung sind, ist unklar. Doch Jahnsdorf hat weitere Argumente: Laut Spindler ist Leukersdorf im Regionalplan nicht als Windvorrang- oder Eignungsgebiet ausgewiesen. Wohingegen Juwi sagt, dass es derzeit gar keinen gültigen Regionalplan gibt. Aus Jahnsdorfer Sicht geht es auch darum, Arten wie den Weißstorch zu schützen. Nicht zuletzt müssten "subjektive Empfindungen" in Betracht gezogen werden. Spindler spricht von einer drohenden "Verspargelung" der Landschaft. Die auf dem Schneckenberg geplanten Anlagen würden eine Höhe von 244 Meter erreichen.

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