#wirsindmehr: Kraftklub & Co bringen 65.000 ins Chemnitzer Zentrum

Auch am Montagabend herrschte Ausnahmezustand in der Innenstadt - dieses Mal aber herrschte durchweg gute Laune.

Chemnitz.

65.000 Menschen aus Chemnitz und ganz Deutschland sind am Montag dem Aufruf des Bündnisses "Wir sind mehr" gefolgt. Mit dem Großkonzert in der Chemnitzer Innenstadt wollte es einen Kontrapunkt zu den teilweisen fremdenfeindlichen Protesten der letzten Woche und den Angriffen auf Migranten setzen. Nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz am Sonntag und Montag vergangener Woche, bei denen auch Hitlergrüße gezeigt und ausländerfeindliche Parolen skandiert wurden, hatte die Band Kraftklub spontan befreundete Künstler kontaktiert, um ein Gratis-Konzert zu organisieren. Gemeinsam gestalteten sie ein vierstündiges Konzert. Zum Abschluss trat die Kultband Tote Hosen aus der Chemnitzer Partnerstadt Düsseldorf auf.

Vor dem ersten Ton herrschte zunächst einmal andächtige Ruhe. Mit einer Schweigeminute zu Beginn der Veranstaltung wurde an den 35-jährigen Deutschen erinnert, dessen gewaltsamer Tod gut eine Woche zuvor Auslöser der Vorfälle in Chemnitz wurde. Tatverdächtig sind ein Syrer und ein Iraker, die in Untersuchungshaft sitzen.

Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag stellten sich teilnehmende Musiker des "Wir sind mehr"-Konzerts den Fragen von rund 200 Journalisten. Felix Brummer, Sänger der Chemnitzer Band Kraftklub, betonte, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus auch nach der Veranstaltung weitergehe. "Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht und damit alle Probleme gelöst sind", sagte der 29-Jährige. Für die Kosten der Veranstaltung kommen zahlreiche Unterstützer aus Chemnitz, aber auch aus ganz Deutschland auf. "Einen Großteil übernehmen die Künstler selbst", sagte Christopher Möller, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Landstreicher Booking. "Wir nehmen keine Steuergelder in Anspruch", ergänzte Sören Uhle, Geschäftsführer Chemnitzer Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die das Konzert veranstaltete. Klar ist bereits, dass es an den kommenden drei Montagen wieder Konzerte geben soll - in welcher Größenordnung, an welchem Ort und mit welchen Künstlern steht aber noch nicht fest.

Der Rapper Marteria sagte: "Was hier und heute passiert, ist ein Stück Musikgeschichte." Im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Tage sollten nicht nur der tödliche Messerangriff und die Ausschreitungen in Erinnerung bleiben, sondern auch das große Konzert. Rola Saleh aus Chemnitz von "Jugendliche ohne Grenzen" rief vor Konzertbeginn den Besuchern zu: "Ich wünsche, dass jeden Tag Solidarität ist so wie heute - nicht nur in Chemnitz, sondern bundesweit."

Geplante Gegenveranstaltungen, unter anderem von Pro Chemnitz, waren von der Stadt untersagt worden, weil die vorgesehenen Veranstaltungsflächen belegt waren. Das "Wir-sind-mehr"-Konzert verlief nach Angaben der Polizei friedlich und ohne Störungen. Rund um den Gedenkort für den getöteten 35-Jährigen kam es am Abend aber zur einer spontanen Versammlung. Die Polizei sprach Platzverweise aus. (fp)

 

Das Konzert noch einmal sehen

 

Bewertung des Artikels: Ø 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen
34Kommentare
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  • 1
    0
    Hinterfragt
    07.09.2018

    da fehlt doch schon mal wieder was?

  • 3
    2
    ralf66
    05.09.2018

    @submain, sagen Sie mal, was soll das denn, Musik ist doch nicht dazu da, die Welt zu verbessern, auch wenn manche das glauben, dass funktioniert nicht, ich mache seit meinem 10. Lebensjahr Musik, dass ist halli gallie oder Sehnsuchtsduselei weiter nix, politische Missstände sind schon gar nicht mit Musik zu beheben!
    Übrigens, ich war nicht zu den Demos in Chemnitz, konnte mich da wie Sie schreiben, leider nicht zum Affen machen! Im Internet, bin ich bestens informiert, über die Vorkommnisse in Chemnitz, die laut neuesten Erkenntnissen so beurtteilt werden können, Zitat Ministerpräsident Sachsen: ''Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Prognome!"
    So und jetzt mal was zum Spenden, wenn sie denken, als Geldspender sind sie ein besserer Mensch, dann irren Sie gewaltig, mit Geld kann man wohl neuerdings ermordete wieder aufwecken? Besser wäre es, sich einzusetzen die Ursachen zu beseitigen, dass aber erfordert eine andere Denkweise, als wie Sie sie an den Tag legen, denn dann braucht es auch keine Spenden!

  • 1
    0
    Hinterfragt
    05.09.2018

    @Distelblüte; "...Und Sie tun es schon wieder und reden von..."

    Bei meinem Post fehlt halt ein ganzer Teil, Die neue Forenversion scheint noch nicht ganz optimal zu laufen.

    Hier geht es weiter:
    Genau diese (und darunter auch SIE) verleugnen doch einem Tel der Besucher nur wegen der "Musik" vor Ort gewesen zu sein.

  • 1
    1
    Distelblüte
    05.09.2018

    @Hinterfragt: Guten Morgen. Meinen Sie Ralf66? Aus seinen Kommentaren konnte ich das nicht herauslesen, auch nicht zwischen den Zeilen.
    Und Sie tun es schon wieder und reden von "denen, die sich hinter der Aktion verstecken". Werden Sie konkret. Meinen Sie linksradikale Aktivisten, die genauso auf Krawall gebürstet sind wie ihre bescheuerten rechten Gegenstücke? Dann würde ich Ihnen zustimmen, wahrscheinlich wie die meisten hier. Dazu bedarf es aber klarer Worte.
    Sie sehen, ich lasse in diesem Punkt nicht locker...

  • 1
    1
    Hinterfragt
    05.09.2018

    @Distelblüte; "...Sie dürfen den Besuchern des gestrigen Abends ruhig differenziertes Denken und eine klare Haltung zutrauen...."

    Das macht er und andere, nur eben nicht die, die sich hinter der Aktion "verstecken". Genau

  • 1
    2
    Hinterfragt
    05.09.2018

    @Hankman; Das der Mord nicht von Demonstranten verübt wurde wissen eben NICHT alle.
    Warum publiziert man nicht die ganze Wahrheit, warum diskreditieren sogar die regionalen Medien damit Chemnitz?
    Bevor ich das gestern schrieb, hatten mich schon einige auswärtige gefragt, wen die Demonstranten in Chemnitz getötet haben!
    ich gebe zu auch mir, der ich wusste, was "gemeint" ist dieser Dreh nicht aufgefallen.

    Und was "...Sie sind ein Meister darin, Texten völlig sinnfremde Subtexte unterzujubeln...." betrifft, danke für die Blumen. Wenn dem so wäre, hatte ich sehr gute Lehrmeister in den so genannten alten etablierten Parteien.

  • 2
    5
    submain
    04.09.2018

    Man glaubt nur das, was man glauben will... Bei BlackSheep arbeiten scheinbar 60.000 Leute... Es ist einfach nachzuplappern was man hört, als selber sich ein Bild zu machen. Aber was anderes von euch erwarte ich auch nicht. Wer selber auf die Straße geht, und unter dem Deckmantel der Weltverbesserer AFD/Pegida Parolen gröhlt, sollte auch akzeptieren, wenn andere auf die Strasse gehen.

    Gestern waren garantiert mehr glückliche und lachende Renter aus Chemnitz auf der Strasse, als Montag und Samstag bei AfD und Co... Das hab ich nicht von wen gehört, der es hat sich sagen lassen, sondern mit mit eigenen Augen gesehen.

    Diese Veranstaltung bestand nicht nur aus dem Konzert... Es waren sehr viele einfach nur so in der Innenstadt, saßen in Cafes, Kneipen, auf Wiesen, Bänken, sind rumgelaufen oder haben intensiv mit anderen geredet. Und von denen waren alle glücklich, dass Chemnitz auch so ein Bild von sich zeigen kann. Und ich wette, 95% von denen werden in Zukunft lieber wieder zu so einer Veranstaltung/Kundgebung/Zusammenkunft gehen, als zu ner AfD/Pegida-Kundgebung. Man lässt sich halt von guter Stimmung besser anstecken, als von schlechtgelaunter, gefrusteter Stimmung.

    Und zu Ralf, euch bekommt man doch auch nur auf die Strasse wenn die AfD ruft. Die glücklichen, weltoffenen Menschen bekommt man eben mit Musik auf die Strasse. Seh ich jetzt keinen Unterschied.
    Wieviel Geld habt ihr denn den Hinterbliebenen gespendet, wenn euch der Tot angeblich so nah ging...? Ähmm, ich rechne.... Null...
    Ihr seit echte Helden...
    Vielleicht ist es besser, wenn ihr euch eure Welt die ihr wollt, selber baut. Ist noch nichtmal aufwendig, schwarze Farbe reicht. Naja, vielleicht noch ein Gitter drum herum, dann ist der Affenkäfig komplett.
    Das ihr euch zum Affen macht, hat man ja eine Woche lang auf der ganzen Welt gesehen.
    Aber zum Glück ist das ja nur eine klitzekleine Minderheit, wie man gestern auf der ganzen Welt gesehen hat.

  • 2
    4
    BlackSheep
    04.09.2018

    @Hankman, falsch, dieses Zitat meiner Arbeitskollegen zeigt das der Kampf gegen REchts nicht alle so brennend interessiert. Warum soll man die Veranstaltung nicht kleinreden, der Protest vieler Chemnitzer gegen den Zustand das Sie sich wegen der MIgranten in der Stadt nicht mehr sicher fühlen wird doch auch ignoriert und in die rechte Ecke geschoben, wo ist der Unterschied?

  • 6
    4
    Hankman
    04.09.2018

    @BlackSheep: Ich hoffe, der Weihnachtsmann hat Sie auf der Liste der unartigen Kinder. ;-) Es nützt nichts, zu sagen, ich kenne einen, der einen kennt, der da war. Ich war selbst dort. Mag sein, dass ein gewisser Teil einfach nur hingegangen ist, weil es gratis oder weil "was los" war. Doch nach meinem Eindruck war die Mehrheit schon wegen des Mottos der Veranstaltung dort. Das konnte man an Plakaten, Sprechchören, dem Mitsingen bestimmter Texte, an den Reaktionen usw. ablesen. Aber es ist natürlich klar, dass diese Veranstaltung jetzt nach Strich und Faden kleingeredet werden muss, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Von mir aus. Kommen Sie das nächste Mal einfach mit und machen Sie sich selbst ein Bild. Ich spendiere Ihnen ein Bier. Sie müssen ja nicht mitsingen. Aber der Katzenjammer heute ist wirklich überflüssig.

  • 6
    3
    Hankman
    04.09.2018

    @Hinterfragt: Niemand schiebt den Mord an dem 35-jährigen Mann den Demonstranten unter. Das ist eine haltlose und unsinnige Behauptung. Darüber erübrigt sich jegliche Diskussion. Aber ich ahne schon, Sie sind ein Meister darin, Texten völlig sinnfremde Subtexte unterzujubeln.

    Was das Beschmieren des AfD-Büros betrifft: Nein, es waren überhaupt keine hohlen Phrasen. Aber es gibt halt auch auf der Seite der Linken ein paar Leute, die es nicht schaffen, sich an Regeln zu halten. Das ist nicht in Ordnung!!

    Davon muss man sich distanzieren. Ich hoffe, Sie Ihrerseits distanzieren sich auch von den Demonstranten, die den Hitlergruß gezeigt und "Ausländer raus" gebrüllt haben. Vielleicht haben Sie das schon getan und ich hab's nur übersehen ...?

  • 2
    7
    BlackSheep
    04.09.2018

    @Blackadder, Sie glauben auch noch an den Weihnachtsmann, habe mehrere Arbeitskollegen die zu dem Konzert waren, Zitat "kostenloses Konzert der Hosen, geil, der andere Quatsch, sonst wäre es halt nicht kostenlos'"

  • 6
    6
    Hinterfragt
    04.09.2018

    Na #wirsindmehr, Hass ist Scheiße, solange es der Hass der Anderen ist!
    Alles hohle Phrasen gestern Abend ...

    https://www.freiepresse.de/chemnitz/unbekannte-beschmieren-afd-buero-artikel10303362

  • 4
    9
    Hinterfragt
    04.09.2018

    Ich finde es erschreckend, wie man hier in den Medien unter Weglassung von Fakten von den wahren Mördern des Chemnitzers ablenkt.

    Vorhin im Radio:
    "mehrere 10000 Teilnehmer eines Konzerts gegen rechte Gewalt... am Gedenkort für den getöteten Chemnitzer ..."

    Hier in FP:
    "...Nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz am Sonntag und Montag vergangener Woche,...Rund um den Gedenkort für den getöteten 35-Jährigen kam es am Abend aber..."

    Warum sagt und schreibt man nicht die ganze Wahrheit " Gedenkort für den durch Asylbewerber getöteten Chemnitzer "?

    Mit der verwendetet Wortwahl injiziert man den Mord denen, die am Sonntag und Montag demonstriert haben!

  • 5
    10
    ralf66
    04.09.2018

    @Distelblüte, mich interessiert nur, was ich sehe und das ist ausgelassene Party gewesen und nichts anderes, oder standen alle angewurzelt da und haben geheult, oder ein fernünftigen Beitrag zur politisch aufgeheizten Stimmung in Chemnitz, mit nachvollziehbaren Lösungen gebracht, nein, außer Parolen nichts gewesen? Den Leitartikel habe ich gelesen und auch begriffen, teile leider, die Ansicht des Schreibers nicht. Wäre übrigens besser gewesen, zur antifaschistischen Party Eintritt zu verlangen, dass wenigstens der danach entstandene Müllberg nicht vom Steuerzahler getragen werden muss! Und noch etwas, die roten Daumen auf meine Beiträge zum Thema finde ich gut, weiter so!

  • 9
    5
    Distelblüte
    04.09.2018

    @Ralf66: Sie haben entweder nichts verstanden oder wollen es nicht. Deswegen habe ich auf den Leitartikel verwiesen. Gestern ging es nicht um Partymachen, Feierlaune und spaßbetonte Musikliebhaber. Es mag gut sein, dass Sie mit den Inhalten des gestrigen Abends nicht einverstanden sind. Sie dürfen den Besuchern des gestrigen Abends ruhig differenziertes Denken und eine klare Haltung zutrauen.

  • 5
    8
    ralf66
    04.09.2018

    @Blackadder, @Sterta, mich können Sie nicht ärgern, ich gehöre keiner politischen Partei an! 'Der Stachel sitzt tief', Blackadder und 'einfach nur armselig', Sterta ihr habt Euch gut beschrieben, wenn man nicht mehr vor lauter Party mitbekommt, dass in Deutschland einiges schief läuft, dann ist das durchaus armselig, da sitzt tatsächlich der Stachel ziemlich tief!

  • 3
    5
    ralf66
    04.09.2018

    @Distelblüte, ich lese Zeitung, dass ich mich aber von dem, was dort geschrieben steht beeinflussen lasse, dass ist doch nicht der Sinn und Zweck vom Zeitung lesen!

  • 11
    5
    Blackadder
    04.09.2018

    @ralf66: Der Stachel sitzt ganz schön tief, was? #wirsindmehr

  • 6
    6
    Sterta
    04.09.2018

    Lieber Ralf66: einfach nur armselig!

  • 6
    6
    Hinterfragt
    04.09.2018

    @Blackadder,; "...Da wußte JEDER warum er da war...."
    Warum wohl hat man die Hosen an den Schluss gesetzt ? ,,,

  • 6
    15
    ralf66
    04.09.2018

    @Blackadder, zu der sogenannten politischen antifaschistischen Veranstaltung, wären keine 1000 Mann gekommen, wenn dort die Bands nicht gespielt hätten, denn ohne Party geht doch bei Euch nichts, dass ''musikalische'' Event, was eigentlich der richtige Name für diese Veranstaltung gewesen wäre, war zudem noch, Eintritt frei!!! Dabei war ich in der Tat, bei diesem Event nicht dabei, man will sich ja nicht den Tag, geschweige den Abend mit Musik versauen, die man nicht mag, aber es gibt genug Livemitschnitte, da kann man sich durchaus ein Bild vom Ablauf machen, die Zuschaueranzahl 65.000 Menschen, na ja, ob das so stimmt??????

  • 4
    7
    Hinterfragt
    04.09.2018

    Was mich auch interessieren würde, ob man es schafft, eine Spendensumme zu publizieren (notariell beglaubigt) ...

  • 8
    6
    Blackadder
    04.09.2018

    @aussaugerges: Wie oft sind Sie Abends in Chemnitz unterwegs? Sie wohnen doch gar nicht in Chemnitz.

  • 5
    8
    Hinterfragt
    04.09.2018

    "...Wer krankhaft versucht,dieses große antifaschistische Festival zur ..."
    Dann nennen Sie Zahlen, die Beweisbar sind!

    Aber ist auch egal, richtig gezählt wird hier in Sachsen 2019.

  • 8
    5
    Distelblüte
    04.09.2018

    @ralf66: lesen Sie den Leitartikel von Tim Hofmann heute in der Freien Presse. Vielleicht sind Sie danach ja etwas klüger.

  • 10
    6
    aussaugerges
    04.09.2018

    Es müsten jede Woche solche Veranstaltungen stattfinden, da kann man sich im Zentrum Abens mal frei bewegen.

  • 4
    7
    Hinterfragt
    04.09.2018

    "...Wer tanzt und singt hat keine Zeit für Hass...."

    Aha, und warum kritisiert und verhindert man dann die Rechtsrockkonzerte ???

    Ist doch ganz einfach, bringen wir beide Lager auf die gleiche Bühne, freuen uns und die Probleme lösen sich von selbst. Die Regierung freut's ...

  • 11
    9
    Blackadder
    04.09.2018

    @ ralf66: Wer krankhaft versucht,dieses große antifaschistische Festival zur unpolitischen Psrty umzudeuten war schlicht und einfach nicht dabei. Da wußte JEDER warum er da war. Das war zu sehen und lautstark zu hören.

  • 15
    19
    ralf66
    04.09.2018

    Also, wenn Partys und ''Konzerte'' dieser Art, dass Maß aller Dinge sind, um politische und innerstaatliche Probleme einfach auszublenden, dann ist das ganz klar nicht richtig, und wenn die Medien 65 Tausend ''Musikliebhaber'' einer bestimmten Musikrichtung, zu Menschen mit einem politischen Standpunkt machen wollen, dann ist das auch nicht richtig, politische Probleme, werden durch die landauf landab schon krankhafte und suchtmäßige ausufernde Partylaune, hier ein Festl, da ein Festl nicht gelöst.

  • 21
    13
    submain
    04.09.2018

    Music is the Message... Wer tanzt und singt hat keine Zeit für Hass. Die Strasse wurde zurückerobert.

    Was mich positiv überrascht hat, das sehr viele nicht nur wegen der Musik oder weils umsonst ist da waren, sondern um poltitische Statements zu setzen. Der friedliche Protest hat endlich Flagge gezeigt.

    Was bleibt sind viele Fragen, die sich jetzt die Poltiker stellen müssen. Warum war nur ein Regierungsmitglied in der Stadt, in Zeiten wo man Gesicht zeigen müssen..?
    Warum schaffen es noch nichtmal andere, nichtregierende Bundespolitiker, jenseits der AfD, genügend Leute auf die Straße zu bekommen?
    Warum wurde Chemnitz von den Staatsoberhäuptern im Stich und fallen gelassen? Wieso haben die es nicht geschafft, den AfD Mob entgegenzutreten?

    Musiker und Junggenerationen hatten heute das richtige politische Deutschland repräsentiert. Die Politiker selber haben stattdessen Shitstorm gegen den Bundespräsidentem betrieben, weil er die demokratischste Veranstaltung der letzten Tage beworben hat.

    Es muss jetzt auch in Berlin klar und deutlich über das Versagen diskutiert werden. Abzüglich der Rechten und Pegida-Anhänger bleiben 240.000 Menschen (Chemnitzer) die von der Presse und den Medien den Wölfen zum Frass vorgeworfen und von einer Bundestagspartei (AfD) für Ihre eigenen Interessen geopfert wurden.

    Das Bild einer Stadt musste von Musikern und solidarisierenden Menschen aus ganz Deutschland halbwegs gerade gerückt werden. Mitmenschen standen hinter der Stadt, die letzte Woche nicht auf der Straße war, was immerhin 90% der Chemnitzer sind.

    65.000 Menschen habe DAS getan, was getan werden musste. Die Regierung hat nix getan... Was ist jetzt das bessere Zeichen gegen Rechts? Aussitzen auf jeden Fall nicht.

  • 25
    7
    Hankman
    04.09.2018

    @Hinterfragt: Tut mir sehr leid, dass Sie die Zahl politisch nicht verwerten können. Mir jedenfalls hat nach den Ereignissen der letzten Tage dieser Abend sehr gut getan. Ich habe in viele junge Gesichter geschaut und viele freundliche Leute gesehen. Es herrschte eine friedliche, entspannte, gelöste Stimmung. Und die vielen Konzertbesucher um mich herum haben es offensichtlich auch mit dem Anliegen des Abends ernst gemeint. Das Konzert löst natürlich keines der Probleme, die wir in der Stadt haben - die müssen wir trotzdem angehen. Aber der Kraftklub-Felix hat völlig Recht, wenn er sagt, es ist einfach mal gut, sich nicht so allein zu fühlen. In diesem Sinne war der Abend Balsam für die Seele. Und eins noch: Die Polizei hat - wie schon am Samstag - auch heute wieder einen ganz ausgezeichneten Job gemacht: ruhig, besonnen, freundlich, deeskalierend. Das schafft Vertrauen. Vielen Dank für den Einsatz!!!

  • 17
    21
    Hinterfragt
    03.09.2018

    Ja, 65000 Konzertbesucher, aber eben als politisch verwertbare Zahl reinweg unbrauchbar ...

  • 32
    7
    Stef55
    03.09.2018

    Auch,wenn ich zur Zeit im Urlaub bin, verfolge ich das Geschehen in meiner Heimatstadt mit Bestürzung, seit heute Abend mit Stolz:65000 !!!!
    Die gestrige Diskussion bei Anne Will(ARD) zeigte allerdings auch das Dilemma vieler Chemnitzer/ Karl-Marx-Städter: Wer gibt uns, die auf keinen Fall rechts sind, aber vielleicht auch zu wenig links(radikal), die Bühne, das Podium, um uns zu positionieren? Die Gewerkschaften haben auch hier versagt. ...die Kirche ist für Atheisten auch nicht der richtige Anlaufpunkt!
    Wie wäre es denn mit anderen Institutionen, in denen GEGENSEITIGE FAIRNESS groß geschrieben wird? Wie wäre es mit Sportvereinen o.ä.? Oder eine Veranstaltung, organisiert von der STADT, nicht von SPD oder CDU oder ...
    Im Übrigen fand ich die gestrigen Ausführungen von MP Kretschmer bei Anne Will nach anfänglichen Schwierigkeiten bzgl. des montäglichen Polizeieinsatzes ( zum Glück gibt es kritische und nachfragende Journalisten) endlich mal konkret und in diesem Punkt nicht so schwammig wie die von W.Thierse. Die überwiegende Mehrheit beschäftigt eben zur Zeit nicht vorrangig ihre Rente oder fehlende (?) Ausbildungsplätze, sondern die unruhige Situation vor allem in der Innenstadt, an der Zenti, und da muss die Politik Lösungen für diejenigen schaffen, die sich - aus welchen Gründen auch immer- nicht ( nach hiesigen) Maßstäben benehmen können und nicht integrieren lassen wollen....

  • 34
    11
    cuzco6170
    03.09.2018

    Das war nach den letzten Tagen ein wohltuender Event.



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