#wirsindmehr: Preis für Popkultur geht nach Chemnitz

Bundesweite Anerkennung für Organisatoren des Anti-Rechts-Konzerts

Chemnitz.

Die Macher des #wirsindmehr-Konzerts Anfang September vergangenen Jahres in Chemnitz sind in Berlin mit dem Preis für Popkultur in der Kategorie "Gelebte Popkultur" ausgezeichnet worden. Das als direkte Reaktion auf die in Chemnitz teilweise rechtsextremistischen Demonstrationen von Ende August sowie Anfang September organisierte Ereignis hatte an jenem 3. September 2018 annähernd 65.000 Menschen auf den Parkplatz an der Johanniskirche gelockt, wo Künstler wie Trettmann und Marteria sowie Rockbands wie Kraftklub, Feine Sahne Fischfilet und Die Toten Hosen auftraten.

Der Preis wird vom Verein zur Förderung der Popkultur seit 2016 in zwölf Kategorien vergeben, darunter Lieblingsband, Lieblingskünstler, Lieblingsalbum sowie Lieblingslied. In der Rubrik "Gelebte Popkultur" sollen die Macher von Projekten, Events oder anderen Live-Veranstaltungen gewürdigt werden, die ihren Schwerpunkt auf Musik legen. In diesem Jahr nominiert waren in der Kategorie neben den #wirsindmehr-Machern unter anderem der Fernsehsender 3Sat für seine Konzertreihe ZDF@Bauhaus, die Organisatoren des Musikfestivals "Immergut" in Neustrelitz und der Kölner Musikclub Blue Shell, der seit 40 Jahren Konzerte organisiert. Die Preisträger werden über ein Online-Voting im Internet bestimmt, die Jury besteht nach Angaben des Vereins aus 800 Personen, Label-Managern, Musikschaffenden und Kritikern.

Für Sören Uhle von der Chemnitzer Wirtschaftsförderungsgesellschaft CWE als eine der maßgeblichsten Organisatoren des Chemnitzer Konzerts ist der Preis eine "tolle, bundesweite Wertschätzung". Er freue sich vor allem für die Künstler, die an #wirsindmehr teilgenommen hatten und ohne die das Ereignis nicht zu Stande gekommen wäre, wie Uhle betont. "Das Engagement von Bands wie Kraftklub ist keineswegs selbstverständlich", so der CWE-Chef. Das Konzert selbst habe nach den "fatalen Ereignissen von Ende August und Anfang September in Chemnitz einen Energieschub gegeben", so Uhle. Wichtig sei gewesen, in diesem Jahr nachzulegen, und das sei mit dem Kosmos-Festival Anfang Juli auch gelungen. Ob es auch 2020 eine Fortsetzung geben wird, steht nach seinen Worten allerdings noch nicht fest; das müsse zunächst mit den 150 an Kosmos beteiligten Akteuren besprochen werden. Eine Entscheidung hierzu soll es Ende des Jahres geben.

13Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    4
    Hinterfragt
    09.10.2019

    Nun, was der Bundespräsident empfiehlt, muss ja gutartig sein ...

  • 2
    6
    Einspruch
    09.10.2019

    @Inke: Meiner Meinung nach wurden als Rektion auf Spontandemos auch Gruppen eingeladen, mit entsprechendem Publikum, die vom VS als linksextrem eingestuft werden. Das kann nicht die Antwort sein. Diese stehen selbst für Hass, Intoleranz und Hetze, nur auf der anderen Seite.
    @Distelblüte: Wenn Sie von fatalen Ereignissen schreiben, was ist fataler für Sie, ein hinterhältiger Mord oder Spontandemos mit ein paar Gestörten.
    @Blackadder: würden Sie vorhandene linke extreme Strukturen nicht immer negieren, könnte ich Ihnen fast zustimmen. Aber dann ist noch die angebliche Hetzjagd, die Sie immer anführen. Ich habe die langweiligen Fotos vom Riesenrad herunter und in der Stadt zur fraglichen Zeit inzwischen gelöscht, weil einfach nix los war und nichts zu sehen war. Wir sind am entsprechenden Tag gelangweilt nach Hause gegangen. Außer reißerischen Nachrichten habe ich nichts mit bekommen, tut mit leid.

  • 2
    6
    Lesemuffel
    09.10.2019

    Für dieses Konzert muss man ja keinen Kulturpreis vergeben. Es war doch einzig und allein eine Maßnahme im Rahmen des Kampfes gegen Rechts, speziell gegen die vorhergehenden Spontandemonstrationen. Ein Preis für dieses Org. Talent hätte sich sicher in anderen gesellschaftlichen Bereichen finden lassen, aber Kultur......???

  • 4
    8
    gelöschter Nutzer
    09.10.2019

    Der Spiegel schrieb letztes Jahr vom "wichtigsten Konzert des Jahres ". Und das war es auch. Und ich bin dabeigewesen und es hat mir unheimlich viel gegeben. Denn wie sagte Felix Kummer so schön in mehreren Interviews: das Konzert hatte nie das Ziel, irgendwelche Rechten zu überzeugen, sondern den Leuten, die sich hier seit Jahren gegen rechte Strukturen engagieren zu zeigen: ihr seid nicht allein. Und das hat es. Dafür Danke.

  • 4
    7
    Distelblüte
    09.10.2019

    Ich glaube, nicht jedem ist klar, dass der Begriff 'Popkultur' nicht gleichbedeutend ist mit kultureller Popmusik. Im Artikel wird es richtig erklärt: "Das Konzert selbst habe nach den "fatalen Ereignissen von Ende August und Anfang September in Chemnitz einen Energieschub gegeben", so Uhle. Wichtig sei gewesen, in diesem Jahr nachzulegen, und das sei mit dem Kosmos-Festival Anfang Juli auch gelungen."

  • 4
    6
    Inke
    09.10.2019

    Ich habe den Eindruck, hier suchen einige krampfhaft das Haar in der Suppe. Kommt ihr nicht damit klar, wenn Positives über Chemnitz berichtet wird? Warum gönnt man den Veranstaltern diesen wohlverdienten Preis nicht? Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Großveranstaltung erfolgreich auf die Beine gestellt. Tausende Menschen haben gemeinsam und friedlich gezeigt, dass Chemnitz NICHT für Hass, Hetze und Intoleranz steht. Die Ereignisse im Vorfeld waren schlimm genug. Dieser friedliche Protest ist absolut notwendig gewesen und wird es auch zukünftig sein.

  • 3
    7
    Einspruch
    08.10.2019

    Lieber cb3boj00, glauben Sie denn nicht, das es Pop Musik gibt, die den Namen wirklich verdient?
    Meiner Meinung nach war das eben nur politisch motivierter Lärm, Agitation pur. Darf ich denn das nicht sagen? Mit Ego hat das nichts zu tun. Und der Preis ist meiner Ansicht nach auch politisch motiviert. In der Überschrift stand was von Kultur, habe ich wohl falsch verstanden.

  • 8
    11
    Franziskamarcus
    08.10.2019

    Blackadder,ja warum wohl? Weil so ein uninteressanter, unwichtiger ,maximal lokal zur Selbsbeweihräucherung dienender "Preis" maximal als Lückenfüller in der Sauren Gurken-Zeit dient, falls nicht Grad irgendwo in Deutschland ein Baum abgesägt wird.

  • 10
    8
    cn3boj00
    08.10.2019

    Lieber Einspruch, bei diesem preis ging es nicht um die Qualität der Musik. Aber dass Sie diese natürlich am besten beurteilen können spricht für Ihr Ego.

  • 5
    11
    Einspruch
    08.10.2019

    Juhu, es gibt noch Preise, die Musik erst die fehlende Qualität bescheinigen.

  • 9
    12
    mops0106
    08.10.2019

    Ich hoffe, es werden nicht nur noch Jubelmeinungen veröffentlicht.

  • 11
    17
    gelöschter Nutzer
    08.10.2019

    Wahnsinn. Wow, die Freie Presse hat es nun nach fast einer Woche auch endlich geschafft, darüber zu berichten. Die Preisverleihung war am 2.10.

  • 8
    12
    Interessierte
    08.10.2019

    Das war ein einmaliges Ereignis in Chemnitz , nächstes Jahr ist dort eine Baugrube
    Vieleicht wäre es besser, man macht dort eine ´untere Etage` Parkplatz und ebenerdig bleibt der Parkplatz - für große Veranstaltungen



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