Wo die Stadt bauen und investieren will

Eine halbe Milliarde Euro: Diese Summe will Chemnitz in den nächsten fünf Jahren für Baumaßnahmen ausgeben. Bürgermeister Michael Stötzer hat am Samstag einen Überblick über die wichtigsten Projekte gegeben. Rund 50 Gäste waren zum Bürgerdialog ins Tietz gekommen.

Schulen und Kitas: Rund 198 Millionen Euro will die Stadt bis 2023 für den Neubau beziehungsweise die Sanierung von Schulen und Kitas ausgeben. Mit Kosten von fast 28 Millionen Euro ist dabei die neue, vierzügige Oberschule am Richard-Hartmann-Platz das teuerste Projekt. Sie soll im Schuljahr 2022/2023 ihren Betrieb aufnehmen. Ebenfalls zweistellige Millionenbeträge fließen in die Sanierung der Grundschulen an der Charlotten- und der Weststraße sowie in die Sprachheilschule "Ernst Busch". Bei den Kindertagesstätten sind Baubürgermeister Michael Stötzer zufolge vier der zehn im Vorjahr begonnenen Neubauten noch nicht fertig. Sanierungsschwerpunkt in diesem Jahr sind der Hort an der Albert-Köhler-Straße (3,2 Millionen) sowie die Kita an der Walter-Ranft-Straße (4,9 Millionen). Die Arbeiten sollen im August bzw. Oktober beendet sein.

Sport und Freizeit: Im Sportforum soll dem bereits gestarteten Abriss der Flutlichtmasten des Stadions der Rückbau der Zuschaueranlagen im Bereich der Südkurve folgen. Geplant sind eine Sanierung des Marathonturms (2,1 Millionen Euro) sowie der Neubau eines Funktionsgebäudes. Im Eissportkomplex wird von März bis Oktober 2020 das Eisoval für 8,7 Millionen Euro erneuert, es erhält dabei ein Eishockeyfeld im Innenbereich sowie ein Dach. Von Juli dieses Jahres bis Oktober 2020 soll zudem die Sanierung der beiden Turnhallen an der Markersdorfer Straße über die Bühne gehen. Kosten: rund 2,1 Millionen Euro.

Torsten Kleditzsch

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Verkehr: In den kommenden fünf Jahren will die Stadt rund 88 Millionen Euro in Verkehrsprojekte investieren. Mit einer Summe von 11,7 Millionen Euro ist die Sanierung der Bahnbrücke an der Zschopauer Straße, die im August beginnen soll, der größte Brocken in diesem Jahr. Die Brücke ist Teil des Bahnbogens - dem letzten Teilstück der Schieneninfrastruktur in Chemnitz, dessen Erneuerung noch aussteht. Von den sechs Brücken auf dem 2,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Augustusburger Straße bis zum Bahnhof Chemnitz-Mitte fällt nur die an der Zschopauer Straße in den Zuständigkeitsbereich der Stadt. Mit den Fernbusterminals an der Dresdner Straße will die Stadt indes im Februar 2020 beginnen. Geplant sind drei Bussteige, die Inbetriebnahme ist für den darauffolgenden Dezember vorgesehen. Voraussetzung für den Baubeginn ist laut Stötzer die Fertigstellung des Bahnsteigtunnels unter den Gleisanlagen hinweg bis zur Dresdner Straße noch in diesem Jahr. Priorität genieße zudem die Schließung des Straßenbahn-Innenstadtrings über Theater- und Brückenstraße. Das sei unter anderem wichtig, "um bei Betriebsstörungen flexibler reagieren zu können", so Stötzer. Ob die Gleise dort in Mittel- oder Seitenlage verlegt werden, sei noch Gegenstand von Prüfungen.

Spielplätze und Grünlagen: Annähernd 550.000 Euro sollen allein in diesem Jahr in die Chemnitzer Spielplätze investiert werden. Für 130.000 Euro komplett saniert wird die 1995 errichtete Anlage an der Lortzingstraße. Baustart ist im Herbst. Zeitgleich soll die Renovierung des Spielplatzes im Otto-Werner-Garten im Stadtpark starten, der mit neuen Spielgeräten, darunter einem Piratenschiff, ausgestattet werden soll. Mit dem Projekt Pleißenbach-Grünzug will die Stadt dagegen im kommen Jahr loslegen. Auf dem Gelände des ehemaligen Altendorfer Güterbahnhofs zwischen Paul-Jäkel-Straße und Pleißenbach sollen unter anderem Fuß- und Radwege angelegt und das Bachufer naturnah gestaltet werden. Geplant sind Kosten von rund 900.000 Euro.

Kanalnetz: Einen beträchtlichen Sanierungsrückstau gibt es laut Stadt beim Abwasserkanalnetz. In diesem und dem kommenden Jahr will der Entsorgungsbetrieb der Stadt (ESC) 58 Millionen Euro in die Sanierung von Leitungen und der zentralen Kläranlage investieren. Betroffen sind vor allem die zentrumsnahen Stadtteile. Laut Stötzer wird die Sanierung vollständig über die Gebühren finanziert.

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen
12Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    ArndtBremen
    09.04.2019

    @cn3: Wohl wahr. Es war mir aber ein Bedürfnis, auf den eigentlichen Inhalt hinzuweisen. Der Stuss von Black und osgar hat hier nix verloren.

  • 6
    4
    cn3boj00
    08.04.2019

    Die Sorgen sind durchaus berechtigt. Zwar sind alle diese Projekte bereits beschlossen, aber wenn sie nicht innerhalb einer Haushaltperiode wenigstens angefangen sind könnte ein neuer Stadtrat durchaus hier und da die Mittel wieder streichen.
    Ich hoffe aber, dass auch diese Dunkelblauen erkennen, dass diese Projekte wichtig für die Stadt und die Bürger sind, immerhin saßen ja auch jetzt schon ein paar wenige bei den Beschlüssen mit dabei.
    Wobei ich ein Fernbusterminal an der Dresdner Straße (irgendwie habe ich da wohl was verpasst) für nicht unbedingt sinnvoll halte.
    Und lieber Arndt ihr Beitrag hatte leider auch nicht viel mit Bauvorhaben zu tun.

  • 9
    7
    ArndtBremen
    08.04.2019

    In dem Beitrag ging es übrigens um Bau- und Investitionsvorhaben. Aber Nazikeule schwingen ist natürlich geiler. Dieses Gelaber geht mir auf den S....!

  • 4
    8
    Blackadder
    08.04.2019

    @oscar: Dann hat Pegida sich also aufgelöst, weil sich eine starke Zivilgesellschaft ihr entgegen gestellt hat? Na Gott sei Dank. Da bin ich aber froh, das muss an mir vorüber gegangen sein.

  • 10
    3
    osgar
    08.04.2019

    @Blackadder, das ist der gleiche Unfung wie die Behauptung, daß Chemnitz eine rechte Hochbug ist.
    Aber okay, es entspricht Ihrer Sicht aus dem Elfenbeinturm.

  • 7
    10
    Blackadder
    08.04.2019

    @osgar: Das wundert mich in einer Stadt, die sei 5 Jahren Pegida nicht los bekommt, gar nicht.

  • 11
    5
    osgar
    08.04.2019

    Ich bin häufig in Dresden (privat und beruflich). Da trauert niemand R2G hinterher.

  • 4
    5
    KatharinaWeyandt
    08.04.2019

    Wir brauchen leider nur nach Dresden schauen, wo während der Legislaturperiode die Koalition gekippt ist.

  • 4
    14
    Interessierte
    08.04.2019

    Woher kommt denn das viele Geld ?
    Leipzig und Dresden sind wohl nun fertig mit bauen ???

  • 11
    8
    osgar
    08.04.2019

    Also bei aller Abneigung gegen die AFD, eine schlimmere Koalition als die derzeitige im Stadtrat, kann es nicht geben.

  • 10
    11
    Blackadder
    08.04.2019

    @CPärchen: Wenn diese Projekte fest sind, dann sind die wohl schon durch den Stadtrat gegangen. Aber ich kann die Angst verstehen, wer weiß, was bei einer schwarz-blauen Mehrheit noch an sozialem durchgeht. Man muss ja nur nach Österreich schauen, um zu sehen, wo gespart wird.

  • 3
    5
    CPärchen
    08.04.2019

    Wird das denn genauso kommen, wenn die Wahl zum Stadtrat im Mai 2019 eine andere Koalition zu Stande bringen wird?



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