Wo es in Limbach am häufigsten kracht

Vier Kreuzungen in der Stadt und an deren Grenzen haben die Behörden im Blick. Unfälle auf einer davon geben den Verantwortlichen Rätsel auf.

Limbach-Oberfrohna.

Glimpflich ausgegangene Kollisionen mit Blechschäden, aber auch schwere Zusammenstöße mit Verletzten: Vier Kreuzungen in Limbach-Oberfrohna bzw. an den Stadtgrenzen stehen derzeit unter besonderer Beobachtung, weil sie von den Behörden als Unfallschwerpunkte eingeordnet werden. Die "Freie Presse" gibt einen Überblick.

A72-Anschlussstelle Röhrsdorf: Die Kreuzung dürfte der derzeit drängendste Unfallschwerpunkt der Stadt sein. Am Abzweig der Auffahrt in Richtung Hof von der Hartmannsdorfer Straße krachte es im vergangenen Jahr fünfmal. Dabei wurden fünf Personen schwer und sechs leicht verletzt. Bereits 2017 (fünf) und 2016 (vier) war es zu mehreren Unfällen mit Personenschäden gekommen. Nach Angaben von Tino Müller, dem Leiter der Verkehrsbehörde im Limbacher Rathaus, ist der Hergang meist derselbe: Autofahrer, die aus Richtung Wittgensdorf kommen und nach links auf die Autobahn auffahren wollen, missachten den Gegenverkehr aus Richtung Kändler. Seit etwa einem Jahr darf man deswegen auf dem Abschnitt nur noch Tempo 50 statt zuvor 70 fahren. "Zudem haben wir Markierungen, die verblasst waren, erneuert", berichtet der Leiter der Verkehrsbehörde. Ein Effekt hat sich bislang offenbar aber nicht eingestellt, obwohl die Sicht an der Kreuzung eigentlich gut ist. Setzt sich die Unfallserie fort, bleibt als letztes Mittel laut Müller der Bau einer Ampel. Auf der anderen Seite der Autobahn, an der Auffahrt in Richtung Leipzig, gibt es eine solche bereits.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

A4-Anschlussstelle Wüstenbrand: Ganz ähnlich wie in Röhrsdorf liegt der Fall in Wüstenbrand: Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil Autofahrer aus Richtung Wüstenbrand, die nach links auf die Autobahn auffahren, mit dem Gegenverkehr aus Richtung Pleißa kollidieren. Im vergangenen Jahr wurden sieben Kollisionen mit fünf Verletzten registriert, 2017 waren es sogar 14 Zusammenstöße mit insgesamt neun Verletzten. Deshalb hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bereits 2017 angekündigt, dass an beiden Auffahrten - also in Richtung Dresden und in Richtung Erfurt - Ampeln errichtet werden. Das soll aber erst im Zuge des Baus eines Radweges von Pleißa nach Wüstenbrand geschehen; und wann dieser fertig ist, will das Landesamt noch nicht prognostizieren.

Chemnitzer/Hohensteiner Straße: Die Kreuzung am Modehaus Mehner war lange nicht als gefährlich bekannt. Doch das hat sich 2017 geändert. In jenem Jahr wurden dort acht Unfälle registriert, einer davon mit Personenschaden. 2018 besserte sich die Situation etwas, doch noch immer wurden der Polizei vier Unfälle gemeldet. Verletzte gab es im vergangenen Jahr nicht. Die Unfallhergänge geben dabei den Verantwortlichen regelmäßig Rätsel auf. Laut Tino Müller kollidieren meist Autos, die aus Richtung Ostring kommen, mit dem Querverkehr auf der Chemnitzer Straße - obwohl eine Ampel den Verkehr regelt. "Zum Teil sagen mehrere Unfallbeteiligte, dass sie gleichzeitig Grün hatten. Dabei ist ein technischer Defekt der Ampel eigentlich auszuschließen", schildert Müller das Problem. Die Unfallkommission, zu der auch die Polizei gehört, wolle nun überlegen, ob die Ampelschaltung geändert wird.

Maltzteich-Kreuzung: An der Kreuzung, an der Straßen aus Oberfrohna, Bräunsdorf, Niederfrohna und Kaufungen zusammentreffen, hat die Kommission bereits gehandelt. Seit 2017 stehen dort Stoppschilder. Mehrere Bräunsdorfer hatten dies aus Sorge um die Sicherheit gefordert. Anlass waren vier Unfälle mit Verletzten allein im Jahr 2016, darunter einer mit gleich vier verletzten Personen. 2015 und 2017 wurde jeweils eine Kollision mit Personenschaden gezählt. Laut Müller beobachtet die Unfallkommission nun, ob die Stoppschilder Wirkung zeigen. Die Bilanz des Jahres 2018 dürfte in dieser Hinsicht Zuversicht auslösen: Es kam zwar erneut zu einem Unfall, verletzt wurde dabei aber niemand. Müller hofft, dass nach dem Ausbau der Straße zwischen Oberfrohna und Kaufungen, der für die nächsten Jahre vorgesehen ist, Autofahrer an der Maltzteich-Kreuzung über eine bessere Übersicht verfügen.


Behörde prüft jede Kollision

Von einem Unfallschwerpunkt spricht die Limbacher Verkehrsbehörde, wenn sich innerhalb von drei Jahren an einem Ort mindestens fünf Unfälle mit Verletzten ereignen. Sie wird zudem aktiv, wenn sich an einem Ort binnen eines Jahres fünf Kollisionen ereignen, die sich vom Hergang ähneln.

"Wir schauen uns jeden Unfall an", sagt Behördenleiter Tino Müller. Es gelte herauszufinden, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob Muster wiederholt auftreten. Zudem werden Faktoren analysiert, die sich je nach Jahres- und Tageszeit ändern können, wie Helligkeit und Glätte. (jop)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...