Wo Gärtner von morgen pflanzen und ernten

Eltern der Kirchner-Grundschule haben über mehrere Monate Beete angelegt, Wege gebaut, Sträucher und Kräuter in die Erde gebracht. Doch die Idee zum Schulgarten stammt nicht von ihnen.

Wittgensdorf.

Die Zufriedenheit steht Jens Schubert ins Gesicht geschrieben. "Ich denke, wir können sehr stolz auf das sein, was wir geschafft haben", sagte der Vorsitzende des Fördervereins der Wittgensdorfer Kirchner-Grundschule am Rathausplatz gestern zur Eröffnung des neuen Schulgartens.

Das 400 Quadratmeter große Areal macht einen gepflegten Eindruck. An den Rändern wachsen Johannisbeer-, Stachelbeer- und Himbeersträucher. Es gibt einen Kräutergarten, in dem unter anderem Basilikum, Rosmarin und Thymian gedeihen, ein Insektenhotel sowie einen frisch gepflanzten Apfelbaum. Das Wichtigste befindet sich allerdings in der Mitte: Acht kleine Beete in Blüten- beziehungsweise Blätterform, jedes etwa 3,5 Quadratmeter groß, auf denen die Grundschüler in Zukunft ihr Gemüse anbauen sollen. Warum gerade acht, ist schnell erklärt. "Genau so viele Klassen werden wir ab dem kommenden Schuljahr haben. Jede bekommt ihr eigenes Beet", sagt Schulleiterin Loana Barthel. "Vorher gab es nur ein einziges großes Beet mit mehreren Koniferen drumherum, auf dem wegen des fehlenden Lichts nichts mehr gewachsen sei. Das hat den Schülern keinen Spaß mehr gemacht. Und uns auch nicht", so Barthel.

Also habe man gemeinsam ein Konzept entwickelt - unter anderem sollten die Kinder im Unterricht Plakate mit Motiven malen, wie sie sich ihren Traumschulgarten vorstellen. Damit sei man beim Förderverein vorstellig geworden, der noch einiges geändert habe. So sei zum Beispiel ein geplanter, kleiner Teich weggefallen, der möglicherweise später angelegt werde.

Die Entscheidung, den Schulgarten selbst umzugestalten, sei relativ schnell gefallen. "Es gab seitens der Eltern eine große Bereitschaft mitzumachen", so Schubert. Nach dem ersten Spatenstich im September 2016 haben sich die Helfer zu fünf Arbeitseinsätze getroffen. 15Elternpaare hätten mitgemacht. "Wir haben 100 Tonnen Erdmasse bewegt, zehn Kubikmeter Beton verbaut, 35 Tonnen Frostschutz per Hand und Schubkarre verteilt und 45 Kilogramm Rasen ausgesät", so Schubert. Insgesamt habe die Umgestaltung rund 5000 Euro gekostet, die vollständig von Sponsoren übernommen worden seien.

Was im neuen Schulgarten künftig wachsen soll, ist indes von Beet zu Beet unterschiedlich. "Bohnen haben große Samen, sind also eher für die Erstklässler geeignet, während die stecknadelkopfgroßen Tomatensamen etwas für die älteren Kinder sind", so Barthel. Auch Möhren, Radieschen und Kartoffeln stehen auf der Pflanzliste. Was geerntet wird, dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. Die nächste Pflanzperiode beginne allerdings erst im kommenden Frühjahr. Bis dahin stehe die unbeliebteste aller Gartenarbeiten an - Unkraut jäten.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...