Wo Schlafmützen zu Großen Champions werden

Preisgekrönte Stubentiger schnurrten in der Messe um die Wette. Für ein schickes Aussehen werden sie besonders verwöhnt.

Er ist zweieinhalb Jahre alt, fünfeinhalb Kilogramm schwer, kommt aus Chemnitz und trägt den Titel Großer Internationaler Champion: Yngwer av Solebergen ist eine erfolgreiche Rassekatze. Genau genommen ist die grau-weiße Samtpfote ein Kater, doch selbst seine Besitzerin, die Züchterin Heike Ranft, spricht von einer Katze. Doch Star-allüren zeigt der Vierbeiner trotz seines Titels keine. Auch auf einem Thron räkelt sich die Norwegische Waldkatze noch lange nicht. Ganz im Gegenteil. Zur internationalen Katzenausstellung Sax-Cat am Wochenende in der Messe hatte es sich der Kater in seinem Käfig ausgerechnet im Katzenklo gemütlich gemacht und döste vor sich hin. "Er mag es dort", sagte seine Besitzerin Heike Ranft.

Die 53-Jährige züchtet seit 2005 Katzen, besonders angetan haben es der Chemnitzerin die Norwegischen Waldkatzen. "Mir gefällt ihr Charakter. Sie sind ganz anhängliche Schmusekatzen und sehr aufgeschlossen", sagt Heike Ranft. Zur neunten Auflage der Sax-Cat hatte sie neben Yngwer av Solebergen auch dessen Tochter, die einjährige Cleopatra vom Hause Eckelmann dabei. Auf den Spuren ihres Vaters hat es die grau-weiße Schönheit mit gelben Sprenkeln im Gesicht bereits zum Champion gebracht. Für den Titel Großer Internationaler Champion benötigt sie von insgesamt vier Punkten noch drei. Die Punkte erhalten die Tiere von Wertungsrichtern, die die Rassekatzen während der zahlreichen Ausstellungen bewerten, erzählt Heike Ranft. Die Sax-Cat ist die dritte Ausstellung, die sie mit ihren Tieren in diesem Jahr besucht. "Theoretisch könnte ich im Frühling und Herbst jedes Wochenende zu einer Schau fahren", sagt sie.

Tino Moritz und Kai Kollenberg

Sachsen 2019:Der „Freie Presse“-Newsletter zur Landtagswahl von Tino Moritz und Kai Kollenberg

kostenlos bestellen

Doch mit ihrer Arbeit - Heike Ranft arbeitet in rollender Woche in einem Pflegeheim - lassen sich die Messebesuche nicht immer vereinbaren, sagt sie. Dafür sind ihre Katzen keine großen Abenteurer. "Vormittags haben sie ihre fünf lustigen Minuten und tollen herum, aber dann halten sie auch von 11 bis 16 Uhr Mittagsruhe", schildert Heike Ranft das Zusammenleben mit ihren sechs Rassekatzen. Für ein schickes Aussehen werden sie zudem nach Strich und Faden verwöhnt. "Sie werden gebadet und gekämmt", berichtet sie vom Wellness-Ritual ihrer Lieblinge, die aber in erster Linie Schlafmützen seien. "Zwei Drittel des Tages verschlafen sie."

Davon konnten sich die Besucher der Sax-Cat in der Messehalle 2 selbst ein Bild machen. Trotz vieler neugieriger Blicke verpennten die meisten Stubentiger die Schau in ihren Käfigen. 49 Aussteller, viele von ihnen aus Chemnitz und Umgebung, präsentierten 14 verschiedene Rassen. Zumeist hatte jeder Züchter ein oder zwei Rassekatzen mitgebracht. Über die Vielfalt freute sich Organisatorin Kerstin Pfeil vom Edelkatzenclub Stollberg und Umgebung, der die Ausstellung veranstaltete, besonders. "Das ist einfach toll und zeigt die Vielseitigkeit der Züchter", sagte die 65-Jährige.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...