Wohnungsvermieter will Häuser in Hartmannsdorf bauen

Zuerst soll ein Gebäude mit 14 Wohnungen errichtet werden, danach ein weiteres folgen. Mehrere Forderungen der Gemeinderäte bleiben indes unerfüllt.

Das Gelände an der Schulstraße ist schon abgezäunt. Auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche will die Burgstädter Wohnungsbaugenossenschaft Wohnhäuser bauen. Damit sollen vor allem die Wünsche junger Familien erfüllt werden, heißt es.
Wohnungsvermieter will Häuser in Hartmannsdorf bauen

Von Rita Türpe

Auf einer Fläche an der Schulstraße 24 in Hartmannsdorf, wo vor etwa zehn Jahren eine Fabrik stand, soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Das alte Gebäude war bereits vor einigen Monaten abgerissen worden. Mit komfortablen Drei- und Vierraumwohnungen will die Wohnungsbaugenossenschaft Burgstädt (WBG) junge Mitglieder gewinnen. Ein Neubau mit 14 Wohnungen soll vor allem Familien einen Anreiz bieten, sagt Bürgermeister Uwe Weinert (CDU).

Die zwischen 80 und mehr als 100 Quadratmeter großen Wohneinheiten sollen mit ein oder zwei Kinderzimmern sowie mit Extras wie Terrasse oder Balkon, teilweise offenen Küchen und zweitem Bad auf deren Wünsche zugeschnitten sein, erläuterte WBG-Vorstandsvorsitzender Jürgen Linke in der jüngsten Bauausschusssitzung. "Ist das Interesse daran groß, soll auf dem Grundstück hinter dem ersten ein zweites, fast identisches Haus errichtet werden", ergänzte er. Wie diese Häuser aussehen sollen, erläuterten Linke und ein Architekt der AIC Ingenieurgesellschaft für Bauplanung Chemnitz. Die Gemeinde hatte das ehemals mit einer Villa und einer Produktionshalle bebaute Grundstück unter der Bedingung an die WBG verkauft, dass diese dort mehrgeschossige Wohnhäuser errichtet. Wie Linke erklärte, handelte es sich bei dem vorgestellten Projekt um den Siegerbeitrag eines vorhabensbezogenen Wettbewerbs, zu dem die WBG aufgerufen hatte.

Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat bereits beschlossen, dass das etwa 6000 Quadratmeter große Gelände für 160.000 Euro an die WBG verkauft wird. Bis Ende 2021 soll das mehrgeschossige Gebäude stehen. So steht es im Kaufvertrag. Mit dem Bau des ersten Viergeschossers soll nach Angaben von Vorstandschef Linke im Frühjahr 2019 begonnen werden. Den Bauantrag wolle die WBG noch in diesem Jahr stellen, so Linke. Im März oder April 2020 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Eine Investitionssumme nennt das Wohnungsunternehmen nicht.

Für Details, wie zum Baukörper, der in Winkelform in die vorhandene Bebauung an der Straße eingefügt werden soll, gab es von den Gemeinderäten Lob. Ebenso für das obere Staffelgeschoss, das gegenüber den darunterliegenden drei Geschossen zurückspringt und mit Schrägen an eine Dachneigung erinnert. "Das Mehrfamilienhaus passt sich wunderbar in die vorhandene Bebauung ein", sagte Bürgermeister Weinert. Kritikpunkte aus Sicht der Räte waren die nach der Zahl der Wohnungen geplanten Abstellplätze für Pkw auf dem Grundstück und der Verzicht auf eine Unterkellerung.

Die WBG wolle Wohnraum in einem Segment schaffen, in dem sie derzeit die Wünsche nicht befriedigen kann. Es gehe um modernes Wohnen. Zugleich müsse aber auch wirtschaftlich gebaut werden, entgegnete Linke. Eine Tiefgarage etwa würde die Baukosten nach oben treiben. Aktuell habe die Genossenschaft in Burgstädt, Hartmannsdorf, Mühlau, Taura und Wittgensdorf einen Bestand von knapp 12.000 Wohnungen. Auf die Frage eines Gemeinderates nach der Kaltmiete im neuen Haus nannte Linke bis zu acht Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als Orientierungswert.

Gemeinde und Investor kamen überein, dass im Falle der Bebauung mit einem weiteren Mehrfamilienhaus geprüft werden soll, ob ein kommunaler Weg zwischen Schulstraße und Querstraße als Ein- und Ausfahrt für Anwohner und Rettungsdienst genutzt werden kann. Dadurch werden die Belastungen, die Anwohner der Schulstraße durch den zusätzlichen Fahrzeugverkehr befürchten, reduziert, erläuterte der Architekt.

Das Fehlen von Einkaufsmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld bemängelten andere Räte. "Das Baugrundstück ist nahe am Ortszentrum. Dort befinden sich die größeren Geschäfte, damit kann man zufrieden sein", argumentierte indes Bürgermeister Weinert. Ein Plus für Familien sei die Nähe zum Schulhort. Auch Kindertagesstätte, Grund- und eine freie Oberschule sind zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar, fügte er hinzu. (mit bj)

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