Worauf Eltern bei der Schulwahl Wert legen

Etwa 2500 Besucher haben sich auf einer Messe über Bildungsangebote ab Klasse 5 informiert. Es ging um mehr als kurze Wege und Kostenfreiheit.

Bereits kurz vor 10 Uhr steht eine lange Schlange neugieriger, teils aufgeregter Eltern mit ihren Schützlingen vor den Eingangstüren der Messe. Ein neuer Lebensabschnitt steht vor ihnen, meist entscheidend für die spätere berufliche Laufbahn: die Wahl der weiterführenden Schule. Obwohl ein kurzer Schulweg immer gern gesehen ist, bestimmt dieser längst nicht mehr allein, auf welche Schule das Kind geht. "Wir würden auch längere Schulwege in Kauf nehmen, man will ja schließlich das Beste für sein Kind", sagt die Chemnitzerin Diana Wolf, die sich mit ihrer Tochter, welche die dritte Klasse besucht, auf der Messe informiert.

Was das Beste für das Kind ist, sehen Eltern sehr unterschiedlich. Die meisten kommen mit ganz konkreten Fragen auf die Vertreter der Schulen zu: "Besonders oft wird nach den angebotenen Fremdsprachen und danach gefragt, welche Profile man wählen kann und wie das Ganztagsangebot ist", erzählt Kerstin Klein, die Schulleiterin des Gymnasiums Einsiedel. Neben der klassischen Wissensvermittlung rücken soziale und kreative Komponenten immer mehr in den Fokus. So glaubt der stellvertretende Schulleiter des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums, Tobias Reuther, dass es nicht nur das umfangreiche Angebot der Schule ist, das diese zu einer der beliebtesten in Chemnitz macht: "Wir haben ein sehr großes Gemeinschaftsgefühl zwischen Lehrern, Eltern und Schülern. Das stärkt den Zusammenhalt." Auch in diesem Jahr erwarte man, genau wie am Johannes-Kepler-Gymnasium, wieder mehr Bewerber, als aufgenommen werden können.

Auch die Oberschulen haben teilweise mehr Zulauf als Plätze. Um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden, wird die Außenstelle der Albert-Schweitzer-Oberschule ab dem Schuljahr 2020/2021 eine eigenständige Oberschule. "Es gibt immer mehr Schüler, aber das ist schön, das tut Chemnitz gut", so Marion Neubert, Bereichsleiterin im Schulamt der Stadt.

Neben den sieben städtischen Gymnasien und zehn kommunalen Oberschulen stellten sich den Besuchern der Bildungsmesse auch Schulen freier Träger vor. Mit Kreativität als einem der Leitgedanken, der Einbindung neuer Medien in den Unterrichtsalltag und einem stärkeren Fokus auf klassenübergreifende Projektarbeiten lockte die DPFA-Regenbogenschule viele Interessenten an ihren Stand.

Alexandra Frenzel und ihre elfjährige Tochter Sina waren angetan: "Es geht um die Form des Unterrichts und dass es dem Kind gut geht. Dafür bin ich auch bereit, etwas zu bezahlen", so die Chemnitzerin. Über 100 Euro monatlich kostet das Lernen an dieser Schule, die an acht Standorten in Sachsen zu finden ist. Am Chemnitzer Standort lernen zurzeit 94 Oberschüler und 72 Gymnasiasten. Die Schulformen sind nicht räumlich getrennt, sondern die Klassenzimmer der Fünftklässler beider Schulformen liegen direkt nebeneinander. "Es gibt keine strikte Trennung, weder nach Schulart noch nach Jahrgangsstufe", erklärt die stellvertretende Schulleiterin Meike Heublin-Caro. Zwar lernen die Schüler in den jeweiligen Klassen, aber bei Ausflügen, Projekttagen und Freizeitaktivitäten sind alle zusammen. Das Interesse an dieser Schulform wachse, wie Meike Heublin-Caro feststellt: "Die Eltern mögen das Konzept, wir sind eine junge Schule und ein junges Kollegium, das sich immer weiterentwickelt und voneinander lernt". "Freie Schulen gehören zur Bildungslandschaft", sagt Marion Neubert vom Schulamt und ist sehr zufrieden mit der diesjährigen Bildungsmesse: "Der Andrang ist immer groß und steigt weiter. Wir schätzen, dass etwa 2500 Besucher gekommen sind."

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