Zehn Jahre nach der Diagnose Krebs Start beim Benefizlauf

Mit 29 Jahren wurde bei einer Chemnitzerin die Erkrankung festgestellt. Sie kämpfte dagegen an, baute eine Selbsthilfegruppe mit auf. Eines ist ihr dabei besonders wichtig.

Steffi Krönert weiß es noch ganz genau: Es war ein Samstag, der 21. Juli 2007, um 10.05 Uhr, als sie die Diagnose erhielt: Brustkrebs - mit 29 Jahren. Auf die Operation folgten Chemotherapie und Bestrahlungen, danach Behandlungen mit Hormonen. Gestern, fast genau zehn Jahre nach der Diagnose, nahm die Chemnitzerin auf dem Sportplatz am Thüringer Weg an der Benefizveranstaltung "Laufend gegen Krebs" teil.

"20 bis 25 Runden sind das Ziel. Aber ich werde zwischendurch auch mal Pause machen. Der Spaß an der Freude steht im Vordergrund", sagte die heute 39-Jährige. Als Vorstandsmitglied der Selbsthilfegruppe "Frauen kontra Krebs", der Betroffene im Alter zwischen 30 und 85 Jahren angehören, sammelte Krönert mit 815 weiteren Teilnehmern Geld, das drei Projekten für krebskranke Menschen zugute kommt. Die Teilnehmer hatten sich im Vorfeld Sponsoren gesucht, die für jede gelaufene 400-Meter-Runde einen vorher festgelegten Betrag spendeten.


Von den rund 60 Frauen der Selbsthilfegruppe, die sich am Mamma-Zentrum des DRK-Krankenhauses in Rabenstein einmal monatlich trifft, nahmen fünf teil. Die Anzahl sei immer auch abhängig von der Krankheit, erklärte Krönert. Manche Frauen würden aufgrund einer akuten Therapie und deren Auswirkungen am Laufen gehindert, andere kämpfen mit Langzeitfolgen wie etwa Kopfschmerzen, Wetterfühligkeit oder Magenproblemen. Deshalb unterstütze ihr Sponsor, der Gesundheitsdienstleister Reha-aktiv, die Selbsthilfegruppe auch mit einem Pauschalbetrag statt Rundengeld zu zahlen, so die Chemnitzerin.

Krönert belastet immer wieder ein Lymphödem als Nachwirkung ihrer Krankheit. Es schwillt an, wenn das Wetter umschlägt, erklärt sie. Dann staue sich die Lymphflüssigkeit, der Arm werde schwer, die Nackenmuskulatur sei betroffen.

Dennoch treibt Krönert Sport. Sie setze sich regelmäßig aufs Rad, radele in der Natur oder im Fitnessstudio. Sport mache den Kopf frei, sei entspannend und gut für das Wohlempfinden, sagt sie. Die Selbsthilfegruppe, die sie 2008 mit gründete, habe zudem an jeder der bisherigen sechs Auflagen des Benefizlaufes teilgenommen, sagt Krönert. Neben Sport sei ihr auch wichtig, sich Zeit zu nehmen, vor allem für die eigene Gesundheit, und möglichst wenig Stress aufkommen zu lassen. Der greife das Immunsystem an, und das wiederum könne dazu führen, dass Zellen entarten. Die 39-Jährige wirbt eindringlich darum, dass Frauen regelmäßig ihre Brüste abtasten. "Am besten sieben bis zehn Tage nach der jeweils letzten Periode", weiß die Chemnitzerin. Sie selbst fand so heraus, dass etwas mit ihr nicht stimmen könnte. Dass die Behandlung relativ früh beginnen konnte, verdankt die Chemnitzerin aber auch ihrer Großmutter, die mit 58 Jahren an Brustkrebs starb. Seit sie ihre Periode habe, taste sie deshalb regelmäßig ihre Brüste ab, sagt Steffi Krönert. Die Diagnose selbst habe sie wie von außen wahrgenommen. "Ich dachte nur, dass da was falsch läuft. Das war wie in einem Paralleluniversum", erinnert sie sich.

Furcht vor den Nachsorgeuntersuchungen habe sie mittlerweile nicht mehr, sagt Steffi Krönert. Doch in den ersten zwei, drei Jahren habe sie in den Nächten vor den Untersuchungen kaum schlafen können und sei massiv aufgeregt gewesen. "Doch die Angst lässt mit der Zeit nach", fügt die Chemnitzerin hinzu.


Rekord: So viele Teilnehmer wie noch nie sammelten Geld für den Kampf gegen die Krankheit

816 Menschen, so viele wie noch nie,haben sich an der Veranstaltung "Laufend gegen Krebs" beteiligt. 816 Starter, darunter 283 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, liefen insgesamt 17.086 Runden, das sind mehr als 6800 Kilometer, so Ralf Porzig, Geschäftsführer der Sächsischen Krebsgesellschaft. Bis zum Abend seien 6000 Euro Spenden eingegangen. Dieser Betrag werde noch steigen, da das Geld von Überweisungen hinzu- käme, so Porzig. Es kommt den Projekten "Familienwochenende" und "Onko-Lotse" sowie dem Elternverein krebskranker Kinder zugute.

Erstmals beteiligten sich Schüler an der Benefizaktion der Krebsgesellschaft, des Stadtsportbundes und der TU Chemnitz. Zwei Oberschüler der Unteren Luisenschule sowie 15 Mädchen und Jungen vom Andrégymnasium liefen am Mittag ihre Runden.

Informationen über die Selbsthilfegruppe "Frauen kontra Krebs", ihre Veranstaltungen und den Kontakt gibt es im Internet unter

www.frauenkontrakrebs.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...